Dürresommer lassen Stadtbäume sterben

Gesellschaft Von Anke Schlicht | am So., 31.05.2020 - 22:04

CELLE. Eigentlich ist die Baumfällsaison längst vorbei, an der Trift werden dennoch die Kettensägen geschwungen. „Fünf Bäume waren einfach nicht zu retten“, sagt der städtische Einsatzleiter für Baumpflege und -kontrolle, Heiner Hoppenstedt. Derzeit werden im gesamten Stadtgebiet Baumpflegemaßnahmen durchgeführt. Dazu gehört die Beseitigung von Trockenheitsschäden.

„Deren Ausmaß ist doppelt so hoch wie in den Jahren 2018/19“, bilanziert der Baumexperte die Folgen der beiden Dürresommer 2018 und 2019, die den Grundwasserspiegel so absinken ließen, dass sich das Wurzelwerk der Bäume nicht ausreichend mit Feuchtigkeit versorgen konnte. „Manche bringen noch die Kraft auf, im Frühjahr wieder auszutreiben. Die eingelagerten Nährstoffe reichten dafür aus, aber danach sterben sie ab“, sagt der Experte. Wie sich die grünen Riesen entwickeln, ist nicht vorhersehbar, daher ist der offizielle Zeitraum für Fällarbeiten von Oktober bis Februar nicht einzuhalten. Teilweise wird erst im Frühsommer sichtbar, ob ein Baum überleben wird oder nicht. „Bis Ende Februar haben wir nur Baumpflege betrieben“, erläutert Hoppenstedt, „wir müssen jetzt fällen und Totholz entnehmen, sonst ist die Gefahr zu groß, dass Äste abbrechen, also die Verkehrssicherungspflicht nicht mehr gewährleistet ist.“ Zu den abgestorbenen Bäumen in der Trift gehören Eschen und Ahorn, „auch die Buchen sehen nicht gut aus, und die Birken ganz schlimm“, ergänzt der Fachmann.

Die Stadt hat zwei Kolonnen im Einsatz, aber auch die Firma Hundertmark ist beauftragt worden. Wichtig ist Hoppenstedt der Hinweis: „Alle Arbeiten finden unter Einhaltung der Naturschutzauflagen statt."