E-Fuels als Beitrag zur Energiewende

Wirtschaft Von Extern | am Mo., 13.09.2021 - 17:15

ANZEIGE. Der UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen e.V. warnt davor, dass der eingeschlagene Kurs bei der Energiewende in Deutschland keine ausreichende Akzeptanz bei den Menschen finden könnte und ein Scheitern damit wahrscheinlicher werde. Eine nationale Importstrategie für Erneuerbare Energien würde dagegen den Zuspruch in der Bevölkerung steigern und damit die Erfolgsaussichten des ambitionierten Projekts deutlich erhöhen.

Menschen befürchten Einschränkungen durch die Energiewende
Bis zum Jahr 2045 soll Deutschland klimaneutral werden. Das bedeutet, dass die Energiesysteme dann vollständig auf der Nutzung Erneuerbarer Energien basieren müssen und kein CO2 aus fossilen Quellen mehr emittiert werden darf. Ein solch umfassendes Defossilisierungsprogramm wird die Nachfrage nach Grünstrom stark ansteigen lassen. UNITI-Hauptgeschäftsführer Elmar Kühn beschreibt eine damit verbundene gewaltige Herausforderung: „Auch nach zwanzig Jahren intensiver Förderung kommt Strom aus Erneuerbaren Energien nicht über einen Anteil von rund neun Prozent am Endenergieverbrauch in Deutschland hinaus. Der Großteil des anspruchsvollen Weges hin zur Klimaneutralität liegt also noch vor uns.“ Dabei ist das heimische weitere Ausbaupotenzial für Wind und Solaranlagen begrenzt. Erschwerend kommt die Flächenkonkurrenz mit Anwohnern oder der Landwirtschaft hinzu. Viele Menschen befürchten persönliche, finanzielle oder umweltbezogene Einschränkungen etwa durch geplante Windanlagen. Eine Folge: Die Akzeptanz für die Energiewende ist akut gefährdet.

Außereuropäische Energiepartnerschaften schaffen Win-win-Situation
Anders als die dichtbesiedelte Bundesrepublik besitzen diverse internationale Standorte ein enormes Flächennutzungspotenzial und weisen eine deutlich geringere Bevölkerungsdichte auf. Elmar Kühn: „Es ist daher geboten, dass die Förderung von außereuropäischen Energieprojekten in Form von Energiepartnerschaften vorangetrieben wird. Für die Erzeugerländer würden sich enorme Wertschöpfungspotentiale ergeben, wir wären dort hochwillkommen. Gleichzeitig tragen wir damit hierzulande zum Gelingen der Energiewende bei und steigern die Akzeptanz bei den Menschen für dieses ambitionierte Projekt. Eine Win-win-Situation also.“

Import Erneuerbarer Energien in Form flüssiger E-Fuels als Lösung
Der Import grüner Energie verbessert nicht nur die Akzeptanz für die Energiewende, sondern beantwortet auch die wichtigste damit verbundene und bislang von der Politik unbeantwortete Frage, nämlich wo die zukünftig benötigten gewaltigen Mengen an Grünstrom herkommen sollen. Die Einfuhr von Grünstrom von unseren europäischen Nachbarn ist dabei allerdings keine Option, da diese Länder ihre eigenen Bedarfe decken müssen, um ihre Klimaziele zu erreichen. Direktstromimporte aus weiter
entfernten Regionen der Welt sind aufgrund von technisch bedingten Speicher- und Transportrestriktionen u.a. aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll.

Die Lösung bilden flüssige synthetische Kraft- und Brennstoffe (E-Fuels), die mit Erneuerbaren Energien hergestellt werden und damit klimaneutral sind. Nur mit ihnen lässt sich grüner Strom in flüssiger Form rund um den Globus transportieren und aus entfernten Erzeugungsregionen u.a. nach Europa importieren. „Wir sind zwingend darauf angewiesen, diesen globalen Ansatz beim Import Erneuerbarer Energien zu verfolgen“, folgert der UNITI-Hauptgeschäftsführer. Kühn weist auf weitere wichtige Vorteile hin, die mit den E-Fuels verbunden sind: „In Australien, Nordafrika oder in Südamerika (Patagonien) etwa gibt es Sonne und Wind im Überfluss. Und dort können Erneuerbare Energien dank einer deutlich höheren Zahl an Volllaststunden auch noch viel effektiver gewonnen werden als etwa in Deutschland.“ Das bedeutet wesentlich geringere Kosten, wovon letztendlich Wirtschaft und Verbraucher in Deutschland profitieren und was die Akzeptanz hierzulande für die Energiewende erhöhen würde.


Die Rahmenbedingungen müssen stimmen
Elmar Kühn von UNITI hat klare Forderungen an die Politik: „Es gilt, die regulativen Rahmenbedingungen in der EU und im Bund entsprechend anzupassen, um einerseits Investitionsanreize für global installierte Anlagen zur Gewinnung Erneuerbarer Energien und von Power-to-X-Erzeugnissen zu schaffen und andererseits den breiten Markthochlauf der E-Fuels etwa durch ihre Anrechnung bei der europäischen CO2-Flottenregulierung für neue Kraftfahrzeuge zu ermöglichen.“


Über UNITI:
Der UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen e. V. repräsentiert rund 90 Prozent des Mineralölmittelstandes in Deutschland und bündelt die Kompetenzen bei Kraftstoffen, im Wärmemarkt und bei Schmierstoffen. Täglich kommen über drei Millionen Kunden an die rund 6.000 Straßentankstellen der UNITI-Mitgliedsunternehmen. Rund 70 Prozent der freien Tankstellen und rund 40 Prozent der Straßentankstellen sind bei UNITI organisiert. Überdies versorgen die UNITI-Mitglieder etwa 20 Millionen Menschen mit Heizöl, einem der wichtigsten Energieträger im Wärmemarkt. Rund 80 Prozent des Gesamtmarktes beim leichten Heizöl und bei den festen Brennstoffen bedienen die Verbandsmitglieder. Auch regenerative Energieträger sowie Gas und Strom gehören zu ihrem Sortiment. Ebenso zum Verband zählen die meisten unabhängigen mittelständischen Schmierstoffhersteller und Schmierstoffhändler in Deutschland. Ihr Marktanteil liegt bei etwa 50 Prozent. Die rund 1.000 Mitgliedsfirmen von UNITI erzielen einen jährlichen Gesamtumsatz von etwa 35 Milliarden Euro und beschäftigen rund 80.000 Arbeitnehmer in Deutschland.