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Erinnerung an historische Ära und Zeichen der Verbundenheit

Ehemalige „Kanaltrift“ heißt jetzt „Luftbrückenstraße“

12.10.2017 - 13:08 Uhr     CelleHEUTE    0
Fotos: Steffen Höntsch

CELLE. Von der  „Kanaltrift“ zur „Luftbrückenstraße“: Die Umbenennung der Straße im Ortsteil Celle-Wietzenbruch fand gestern auf einen schon länger gehegten Wunsch des Standortältesten und des Ortsrats Wietzenbruch statt. Vor Vertretern von Bundeswehr, Feuerwehr, Verwaltung und Politik sprach die Ortsbürgermeisterin Wietzenbruchs, Gerda Kohnert, ein Grußwort.

Im Anschluss sprach der Kommandeur des Ausbildungs- und Übungszentrums Luftbeweglichkeit und Standtortältester, Oberstleutnant Jörn Rohmann. Seine Rede geben wir hier ungekürzt wieder:

 

„Die Berliner Luftbrücke (24. Juni 1948 – 30. September 1949) ist ein Symbol für die Hilfsbereitschaft unserer westlichen Alliierten, als Deutschland und hier vor allem die eingeschlossene Stadt Berlin und die Bevölkerung in den damaligen Westsektoren, sich in einer absoluten Krisensituation befanden. Es ist ein Symbol für die Zusammenarbeit und des gemeinsamen Werteverständnisses, das im transatlantischen Bündnis herrscht, auch wenn der Nordatlantikpakt erst 10 Monate nach Beginn der Luftbrücke geschlossen wurde (Gründung NATO am 04. April 1949) und die Bundesrepublik Deutschland für mehrere Jahre noch nicht mit einschloss (Beitritt Deutschland am 6. Mai 1955). Allein die Inschrift sagt ja alles aus: „Sie gaben ihr Leben für die Freiheit Berlins im Dienste der Luftbrücke 1948/1949“. Bei der Luftbrücke wurden aus ehemaligen Siegern und Besiegten schließlich Schutzmächte und Partner; aus Gegnern wurden Verbündete und Freunde. Und die Stadt Celle mit ihrem Militärflugplatz hat hierzu als einer der wenigen Standorte in Deutschland, von denen damals die Hilfeleistung in die abgeschnittene Stadt erfolgte, ihren Beitrag geleistet.

Der Umstand, dass wir hier in Celle über das Luftbrückendenkmal (Einweihung 40. Jahrestag der Berlin-Blockade zum Gedenken an deren Opfer sowie der Rolle des Fliegerhorstes in Wietzenbruch) hinaus nun auch über eine Luftbrückenstraße verfügen, ist ein guter und richtiger Hinweis auf dieses historische Ereignis. Allein das Symbol der Brücke trägt ja als wesentliches Charaktermerkmal den Gedanken des „Verbindens“ in sich. Man kommt von einer Seite auf die andere. Insofern ist auch die Luftbrücke in mehrfacher Hinsicht verbindend. Dies nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund der guten Zusammenarbeit zwischen der Garnisonsstadt Celle, dem Ortsteil Wietzenbruch und den hier stationierten und überwiegend auch wohnhaften Soldaten und ihrer Familien.

Als Standortältester Celle und Kommandeur des Ausb/ÜbZLbwglk, das das Luftbrückendenkmal in seinem Wappen trägt, freue ich mich aufrichtig und bin stolz darauf, mit unserer Garnisonsstadt und Patenstadt Celle dieses gemeinsame, verbindende Projekt zum Abschluss gebracht zu haben.“

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