HANNOVER/CELLE. Viel zu erzählen gab es heute in der Sendung „Plattenkiste“ bei NDR 1 Niedersachsen. Zwischen 12 und 13 Uhr unterhielten sich Agnes Steinmann, Elke Schäfer und Günter Klose mit Moderatorin Martina Gilica über die Arbeit der Ehrenamtlichen im Hospizhaus Celle.

Agnes Steinmann ist seit 2014 ehrenamtlich dabei, nachdem sie ihren Beruf aufgab. Sie wollte in der neu gewonnenen Freizeit etwas Soziales machen und mit Menschen arbeiten. Da sie schon von der Hospizarbeit gehört hatte, ging sie zu einem Informationsabend und meldete sich sofort an. Sie ist froh darüber, sich dem doch für viele so schweren Thema zu widmen, und lobt die vielseitige Arbeit im Hospiz. Elke Schäfer begleitete vor Jahren ihre kranke Schwester, als es diese Möglichkeiten noch nicht gab, und wünschte sich seither, solche Arbeit auch für andere leisten zu gönnen. Ein Seminar über ein Jahr half ihr weiter, auch durch ein Praktikum und die Begleitung der dort tätigen Schwestern. So engagiert sie sich seit 2008 für die Menschen im Hospizhaus Celle.

Seit 2006 ist Günter Klose ehrenamtlicher Mitarbeiter – zehn Jahre zuvor schon wünschte er sich, es würde ein Hospizhaus geben. Als 2005 das Haus eröffnet wurde, meldete er sich selbstverständlich. „Es klingt komisch, aber es ist schön, dort zu sein“, betont er. Besonders wichtig ist ihm der neue Bereich für Familien. Wenn ein Elternteil jung erkrankt, können die Kinder bei ihm bleiben und weiter in Familie leben. Über jahrelang gesammelte Spenden wurde dieser Teil des Hospizes finanziert und nun eröffnet. Die ersten Gäste dort fühlen sich wohl und sind froh darüber, dieses Angebot nutzen zu können, sagt er. Geredet wird selten über das Sterben, eher über Alltägliches oder auch Nachrichten. Auf das Zuhören kommt es an, erklärt Günter Klose: Angehörige wie auch Hospizbewohner brauchten das Gespräch. Viele Angehörige seien gelassen, manche am Ende der Kraft, andere sehr nervös – viele freuten sich dann über die Unterstützung durch die Ehrenamtlichen, sagen die Gäste im Studio.

Neu in diesem Jahr ist ein musikalisches Angebot, berichtete Agnes Steinmann. Einmal pro Woche kommt ein Gitarrist und singt mit den Bewohnern. Entstanden ist das Projekt aus einer „Plattenkiste“-Sendung, die im Hospizhaus gehört wurde. Jeden Mittwoch werden Notenhefte verteilt, und am Vormittag für etwa zwei Stunden singen alle. Die Türen des großen Raumes bleiben offen für Bettlägrige, damit auch diese in den Genuss der Musik kommen. Beliebt ist auch das Basteln, damit sammelt Elke Schäfer Spenden. Als gelernte Erzieherin liegt ihr das Basteln. Ihre Nachbarin strickt Strümpfe, es werden Holzarbeiten gemacht oder auch Karten produziert – so kommen Gelder zusammen für das Hospizhaus, auch ohne direkte Mitarbeit im Haus.

Von Montag bis Freitag heißt es zwischen 12 und 13 Uhr bei NDR 1 Niedersachsen „Die Plattenkiste – Hörer machen ein Musikprogramm“ und die Sendung wird komplett von den Gästen gestaltet. In der Sendung können sich Vereine, Clubs, Organisationen vorstellen – egal ob Chor, Surfclub, Theater- oder Selbsthilfe-Gruppe. Informationen zur Bewerbung unter www.ndr1niedersachsen.de

 

 

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