CELLE-GROSSMOOR. Für die Initiative Adelheidsdorfer Bürger/innen gegen Suedlink kommentiert
Angela Hoffmann die bisherige Entwicklung zur Planung der Stromtrasse SuedLink. „Ein Satz des Landkreises hätte die jetzige Planung zu SuedLink in Grossmoor verhindert“, ist sie überzeugt.

„Gemeinsam mit anderen Bürgern aus Adelheidsdorf besuchte ich eine Veranstaltung von Tennet und der Bundesnetzagentur in Wietzendorf und stellte dort einige Fragen, u.a. in Bezug auf die Auswirkungen auf die Natur, die Tiere, den Boden, die Folgen für die Landwirtschaft und die Gesundheit des Menschen, ebenso wie nach der Wirtschaftlichkeit des gesamten Projektes und möglicher Grundstücksenteignungen für unangemessene Entschädigungsbeträge sowie möglichen Wertverlust für Immobilien und Grundstücke von Anwohnern. Unsere Bürgergruppe aus Adelheidsdorf fragte außerdem dezidiert nach, wie es denn sein könne, daß der SuedLink zwischen Theaterstrasse und Zwillingsstrasse verlaufen könne, wenn es doch immer hieß, SuedLink gehe niemals durch Wohngebiete? Vor vollbesetztem Saal antwortete der Vertreter Tennets: Wenn vom Landkreis gegenüber Tennet erklärt worden wäre, dass der Wunsch bestehe, dass die einzelnen Teile Grossmoors zusammenwachsen sollen, dann hätte Tennet diesen jetzigen Verlauf nicht vorgeschlagen. Aber der Landkreis hätte gerade diese Erklärung gegenüber Tennet nicht abgegeben, und Tennet hätte deshalb sogar nochmals nachgefragt.

Nach Ende der Informationsveranstaltung stellten sich uns somit noch mehr Fragen. Gibt es eine Kommunikationslücke zwischen Erklärungen von hiesigen Politikern/innen und dem SuedLinkplanungsstab? Dass hiesige Politiker/innen sich nicht schon bei den ersten Anzeichen gegen einen derartigen SuedLinkverlauf ausgesprochen haben, kann man sich eigentlich nicht vorstellen. Sie sind davon doch ebenso wie alle anderen Bürger/innen hier auch betroffen. Wäre eine solche Aussage (siehe oben) vom Landkreis gekommen, dann gäbe es die jetzige Planung der Stromtrasse zwischen Theaterstrasse und Zwillingstrasse, die auch weitere Bauernhöfe und Anwohner betrifft, gar nicht. Tennet hätte anders geplant und die jetzigen Anstrengungen, doch noch einen anderen Verlauf der Stromtrasse hier in Grossmoor zu erreichen, wären unnötig.

Die Folgen von SuedLink sind meiner Meinung nach nicht absehbar. Allein schon die nicht vorhandenen wirtschaftlich vertretbaren Speicher könnten das ohnedies unglaublich kostenintensive Projekt weiter verteuern, Fragen zu elektrischen und magnetischen Feldern, Temperatur und Auswirkung auf den (hier : auch Moor-) Boden und das Grundwasser sind wie so vieles nicht beantwortet. Die betroffenen Bürger/innen und die politischen Vertreter sind meiner Meinung nach dringend gefragt, gemeinsam wirklich tätig zu werden. Briefe der Gemeinde sollten vorab gemeinsam diskutiert werden, Argumente sollten nicht nur vorgetragen werden, sondern mit entsprechenden Rechtsgrundlagen, Kartenausschnitten und gerichtsfesten Gutachten als jeweilige Anlagen rechtssicher unterlegt werden, damit die Argumente auch Berücksichtigung bei der Bundesnetzagentur finden.

Entscheidungsprozesse sollten transparent und nachvollziehbar sein und Bürgerbeteiligung sollte nicht nur auf dem Papier stehen. Schließlich sind es bei diesem Milliardenprojekt wir, die Bürger/innen, die mit dem hohen Strompreis die Zeche (mal wieder) zahlen. Der Bundesrechnungshof hat bereits massiv Kritik geäußert. Die vielen Argumente gegen SuedLink, ob wirtschaftlicher, ob technischer oder ob ökologischer Art füllen inzwischen unzählige Seiten im Internet. Es ist dringend Zeit, sich zu informieren und gemeinsam zu handeln.“

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