CELLE. Mit Beginn der dunklen Jahreszeit richtet sich die Polizeiliche Kriminalprävention wieder verstärkt auf den Einbruchschutz, denn häufig nutzen Diebe die früh einsetzende Dämmerung, um unbemerkt in Häuser und Wohnungen einzusteigen. Rund um den Tag des Einbruchschutzes am 28. Oktober informieren die Polizei und ihre Partner daher bei vielen Veranstaltungen über effektive Sicherungsmaßnahmen.

Am 4. November 2018 findet in der Celler Altstadt neben dem verkaufsoffenen Sonntag der Tag der Sicherheit statt. An diesem Tag wird sich das Präventionsteam der Celler Polizei in der Innenstadt vertreten sein, um so die Bürger und Besucher über das Thema „Einbruchschutz“ in informieren. „Egal ob im Landkreis oder in der Stadt Celle – Wohnungseinbrüche kommen überall vor. Man kann sich nicht sicher sein, ob man Opfer eines Einbruches wird oder auch nicht. Und gerade wieder zu Beginn und während der dunklen Jahreszeit sind die Einbrecher aktiv. Sie bevorzugen die Dämmerungszeit“, so die Polizei Celle.

„Ein Wohnungseinbruch ist für die Betroffenen oft ein Schock: Viele Opfer empfinden das Eindringen in die eigenen vier Wände als besonders belastend“, weiß der Beauftragte für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Celle, Kriminalhauptkommissar Christian Riebandt, aus seinen Beratungsgesprächen zu berichten. Neben dem reinen Sachschaden und eventuell dem Verlust von unersetzbaren Erinnerungsstücken fühlten sich viele von ihnen in der eigenen Wohnung nicht mehr wohl. Unsicherheit und Ängste nach einem Einbruch belasteten die Opfer oft noch lange nach der Tat. „Ziel muss es vor allem sein, Einbrüche schon von vornherein zu verhindern“, erklärt Riebandt.

Dass man sich vor Einbruch schützen kann zeigt die Erfahrung der Celler Polizei. Weit über ein Drittel aller Einbrüche scheitern bereits an einer guten Sicherung der Häuser und Wohnungen, sagt der Einbruchsexperte. „Wir empfehlen daher eine mechanische Sicherung aller Fenster und Türen, damit ungebetene Gäste erst gar nicht hineinkommen.“ Die immer mehr eingesetzte Smart-Home Technologie könne dabei allenfalls als Ergänzung zur mechanischen Sicherung dienen, denn Smart-Home-Lösungen allein stellen kein durchgängiges und damit zuverlässiges Einbruchmelde- bzw. Gefahrenwarnsystem dar. Aus polizeilicher Sicht ist diese Technik nur zur Anwesenheitssimulation zu empfehlen, das heißt, das System spielt einem äußeren Betrachter beispielweise durch Rollladen- und Lichtsteuerung ein bewohntes Haus vor, so Riebandt. Wer das System für mehr Komfort nutzen will, sollte sein Smart Home jedoch ausreichend absichern, um sich vor Sabotage und Angriffen von außen zu schützen. Denn ungeschützte Systeme, ob mit oder ohne Zugang zum Internet, bergen Risiken.

„Leider erleichtert den Einbrechern die Sorglosigkeit mancher Bewohnerinnen und Bewohner vielfach die Tat. Da wird die Wohnungs- oder Haustür nur ins Schloss gezogen und nicht abgeschlossen, da kommt der Schlüssel in sein vertrautes „Versteck“ unter die Matte, im Blumenkasten oder auf den Türrahmen, da bleiben gut erreichbare Fenster, Balkon oder Terrassentüren in Kippstellung offen“, so die Polizei Celle. Sie hat einige Tipps zusammen gestellt, wir man sich vor Einbrüchen schützen kann:

– Sichern Sie mögliche Schwachstellen Ihres Hauses/Ihrer Wohnung (z.B. Haus- und Wohnungseingangstüren, Balkon- oder Terrassentüren, Fenster, Kellerzugänge) durch den Einbau von geprüfter Sicherungstechnik. Gut gesicherte Türen und Fenster aufzuhebeln, kostet den Täter Zeit und verursacht Lärm.

– Auch wenn Sie nur kurz weggehen, schließen Sie Ihre Haus-/Wohnungstür so oft wie möglich ab. Eine nur ins Schloss gezogene Tür öffnet der Täter in Sekundenschnelle.

– Halten Sie die Hauseingangstür in Mehrfamilienhäusern auch tagsüber geschlossen. Prüfen Sie vor dem Drücken des Türöffners, wer ins Haus will (z.B. durch einen Blick aus dem Fenster). Lassen Sie nur Personen ein, die zu Ihnen wollen oder die bekanntermaßen „ins Haus gehören“.

– Lassen Sie bei Wohnungs-/Haustüren mit Glasfüllung niemals den Schlüssel stecken – Vermeiden Sie es Ihren Schlüssel draußen zu verstecken, um sich z.B. bei einem unfreiwilligen Aussperren helfen zu können, denn: Einbrecher kennen jedes Versteck. – Verschließen Sie Fenster, Balkon und Terrassentüren, auch wenn Sie nur kurz weggehen – denn gekippte Fenster sind offene Fenster.

– Sichern Sie auch Fenster und Balkontüren in den oberen Stockwerken, denn Einbrecher sind manchmal wahre Kletterkünstler. Leitern, Gartenmöbel, Kisten, Mülltonnen, Rankgerüste usw. können als Kletterhilfe dienen. – Lassen Sie Rollläden nur nachts herunter, sonst entsteht auch tagsüber der Eindruck, die Bewohner seien nicht da.

– Verschließen Sie stets Türen von Kellern und Nebeneingangstüren. – Kellerlichtschächte und Kellerfenster sollten Sie z.B. mit massiven, gut verankerten Gittern oder Gitterrosten sichern lassen.

– Lassen Sie Wohnung oder Haus bei längerer Abwesenheit durch Verwandte, Bekannte, Nachbarn oder gegebenenfalls „Haushüter“ bewohnen oder bewohnt erscheinen: Briefkasten leeren, Rollläden, Vorhänge, Beleuchtung, Radio und Fernseher unregelmäßig betätigen.

– Verzichten Sie auf eine Mitteilung über Ihre Abwesenheit auf dem Anrufbeantworter – Informieren Sie Ihre Nachbarn über den Einsatz von Zeitschaltuhren für Rollläden, Beleuchtung, Radio etc.

– Lassen Sie Wertsachen nicht offen zu Hause herumliegen.

– Markieren Sie Ihre Wertgegenstände (Gravur, UV Stifte etc.) eindeutig und notieren Sie die wichtigsten Daten in einer Wertgegenstandsliste. Fotografieren Sie schwer zu beschreibende Gegenstände.

– Bewahren sie besonders Wichtiges oder Wertvolles (z.B. Dokumente, Sparbücher, Sammlungen, Gold oder Schmuck), das Sie nur selten brauchen, bei Ihrem Geldinstitut im Schließfach auf.

– Wenn Sie diese Dinge im Haus behalten möchten, bringen Sie sie in einem geprüften Wertbehältnis (z.B. Tresor) unter.

– Auf gute Nachbarschaft! Achten Sie auf unbekannte Personen und/oder auf verdächtige Situationen „nebenan“. Alarmieren Sie in Verdachtsfällen sofort die Polizei über den Notruf 110.

– Lassen Sie sich von der örtlichen Polizei beraten. Informationen zur Sicherung Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung und über geeignete Wertbehältnisse erhalten Sie bei Ihrer kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Celle. Diese informiert Sie auch über Hersteller von geprüften und zertifizierten Einbruch hemmenden Produkten und Unternehmen, die Sicherungstechnik fachgerecht einbauen können.

Für eine kostenlose – neutrale – und auch gern vor Ort durchzuführende Beratung ist der Beauftragte für Kriminalprävention, Christian Riebandt, unter der Telefonnummer 05141/277-208 oder christian.riebandt@polizei.niedersachsen.de zu erreichen.

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