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Celle

Einsätze des THW in Jordanien und Meppen – Tobias Klose berichtet

05.10.2018 - 19:35 Uhr     Monika Wille    0


CELLE. Dass das  THW in Not- und Unglücksfällen der Bevölkerung mit Technik und Knowhow in Deutschland und weltweit helfend zur Seite steht, haben die meisten von uns ja schon einmal gehört, aber dass auch die Celler Mitglieder des THW aktiv an den Einsätzen beteiligt sind, wissen die wenigsten. Tobias Klose, ist gerade von einem Einsatz in Jordanien zurückgekehrt und berichtet von seinem Aufenthalt dort und den Aufgaben, die er zu erfüllen hatte.







„Bedingt durch den Krieg in Syrien ist Jordanien seit Jahren einem nicht enden wollenden  Flüchtlingszustrom ausgesetzt. Die Unterbringung und Versorgung dieser vielen zusätzlichen Menschen stellt das Land vor immense Probleme. Hier setzt die Hilfe und Unterstützung des THW an. Eine auf ehrenamtlicher Tätigkeit basierende Hilfeleistung, wie es hier in Deutschland üblich ist, gibt es in kaum einem anderen Land und da liegt es nahe, dass ein weiterer Ansatz unserer Auslandseinsätze der Versuch ist, ehrenamtliche Strukturen aufzubauen. Wir wollen den Menschen Hilfe zur Selbsthilfe geben. Die Flüchtlinge sollen befähigt werden, wenn sie denn zurück in ihre Heimat können, dort mit eigenen Kräften Strukturen aufzubauen und das Land wieder lebenswert zu machen. In Jordanien selbst ist vor allem die Versorgung der vielen Menschen mit frischem Trinkwasser ein großes Problem. Hier gilt es insbesondere den Umgang mit den technischen Geräten zu erlernen“.

Zu den Aufgaben in Jordanien zählte für den Familienvater u.a. die Ausbildung und das Mentoring der jordanischen Helfer, die dann ihrerseits ihre neu erworbenen Kenntnisse als Multiplikatoren den syrischen Flüchtlingen vermitteln werden. „Auch wenn es traditionell nach wie vor in Jordanien die Trennung von Mann und Frau gibt, war es eine gute Erfahrung zu sehen, dass auch die Frauen sich nicht scheuen, z.B. eine Ausbildung für den Umgang mit der Kettensäge zu belegen und diese Fähigkeiten dann auch anwenden. Männer helfen vorwiegend zuerst Männern und die Frauen kümmern sich um die Frauen. Es wird sicherlich noch einige Zeit dauern, ehe sich dieses tradierte Verhalten ändern wird“, so das Resümee seines knapp dreiwöchigen Aufenthaltes in Jordanien. „Da der THW im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland tätig ist, steht uns eine Freistellung nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz (BFDG) zu. Das ist für manchen Arbeitgeber nicht leicht umzusetzen, so freut es mich besonders, bei meinem Arbeitgeber immer ein offenes Ohr zu finden. Natürlich muss auch die Familie mitspielen, denn Lebensgefährtin und Kinder müssen selbstverständlich auch der Abwesenheit des Partners bzw. Vaters zustimmen,“ ergänzt der Techniker für Wärmepumpen und regenerativen Energien schmunzelnd.

Aber nicht nur in die weite Welt verschlägt es die Mitglieder des THW-Ortsverbandes Celle, denn auch bei dem Moorbrand in der Umgebung von Meppen waren Helfer aus Celle im Einsatz. „Wir waren von Beginn an mit acht Personen ständig vor Ort und kümmerten uns um die Unterbringung und Verpflegung der Helfer, sorgten für die Ersatzbeschaffung von Hilfsmaterial und kümmerten uns um die Materialerhaltung“.

Für Jugendliche ab zehn Jahren besteht die Möglichkeit, Mitglied des THW zu werden. Die Ausbildung erfolgt zunächst in der Jugendabteilung. Ab 16 kann dann in die Erwachsenenabteilung gewechselt werden. Für die Teilnahme an Einsätzen muss man jedoch zumindest 18 Jahre alt sein, nach oben gibt es keine Altersbeschränkung. „Wir freuen uns sehr, dass gerade auch Menschen im Rentenalter uns hilfreich zur Seite stehen und uns bei der Organisation und im Back-Office unterstützen“.



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