Einsatz von OP-Robotern am AKH in Vorbereitung

Medizin Von Redaktion | am Mo., 11.10.2021 - 18:06

CELLE. Premiere im Allgemeinen Krankenhaus (AKH) Celle: Zum Jahreswechsel  wird es erstmals roboterunterstützte Operationen am AKH geben – für Eingriffe in den Bereichen der  Urologie, Gynäkologie, Viszeral- und Thoraxchirurgie stehe dann ein vielseitiger Operationsroboter bereit, teilt die Klinik mit. „Das ist ein weiterer Schritt, um das AKH zukunftssicher aufzustellen und so den Menschen in unserer Region auch in den kommenden Jahren die bestmögliche medizinische Versorgung bieten zu können“, sagen die beiden AKH-Vorstände Dr. Martin Windmann und Franz Caesar. 

Als Vorteile dieser Technologie nennt das AKH: "Es werden Eingriffe an Stellen möglich, die für menschliche Operierende nur schwer oder oftmals gar nicht erreichbar sind. Zudem sind die Eingriffe stets minimalinvasiv, die notwendigen Schnittwunden höchstens 2 Zentimeter groß. Für die Operierenden ist die allgemeine Sicht besser, da Organe und Instrumente räumlich und vergrößert dargestellt  werden, die Instrumente sind zudem äußerst beweglich und lassen sich millimetergenau steuern – somit werden Behandlungsrisiken weiter minimiert. Zudem ist der Kraftaufwand für die Operierenden geringer, was bei langen Operationen die Arbeit erleichtert und damit präziser macht."

„Wichtig zu betonen: Der Operationsroboter führt niemals eigenständige Bewegungen aus, er wird  immer von einem zuvor speziell geschulten Operierenden gesteuert“, unterstreichen Windmann und  Caesar. „Er ist also stets der verlängerte Arm der Medizinerin bzw. des Mediziners und kein eigenständiger Operateur. Die Maschine ersetzt also nicht den Menschen, sondern ist ein hochmodernes Hilfsmittel.“ 

Momentan läuft die erste dreimonatige Schulungsphase – die Operierenden lernen dabei anhand von Computersimulationen das System bis ins kleinste Detail kennen. Zum Jahreswechsel sollen dann die ersten Operationen mit dem OP-Roboter folgen. Leiter des neuen Zentrums für Robotische Chirurgie am AKH ist PD Dr. med. Wieland Raue, geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie. 

Eingriffe mit der neuen Technologie seien eine ganz normale Kassenleistung – es müsse nichts zugezahlt werden. Die Entscheidung, ob der OP-Roboter eingesetzt wird oder nicht, treffe die zuständige Ärztin bzw. der zuständige Arzt, der geplante Ablauf des Eingriffs werde vorher mit den Patienten besprochen. „Wir sind davon überzeugt, dass wir mit der Etablierung roboterunterstützter Operationen das medizinische Spektrum des AKH sinnvoll erweitern und den Patientinnen und Patientinnen einen echten Mehrwert bieten können. Diese Technologie gehört in einigen anderen Häusern schon zum Standard und findet bei Behandelten und Behandelnden gleichermaßen großen Zuspruch“, erklären Windmann und Caesar abschließend. „Wir unterstreichen damit auch die Attraktivität des AKH als hochmodernen Arbeitgeber und können aufgeschlossenen Ärztinnen und Ärzten einen zusätzlichen Einsatzbereich bieten. Also eine absolute Win-Win-Situation – die zu diesem Zeitpunkt der Umsetzung zudem noch durch zweckgebundene Bundesmittel des Krankenhauszukunftsgesetzes gefördert wird.“