HAMELN/CELLE. Der Verband der Elternräte der Gymnasien Niedersachsens e.V. bestärkt SchülerInnen darin, am den Protesten für Klimaschutz „Fridays for future“ teilzunehmen und fordert ein „Umdenken“ bei den Lehrkräften. „Wir Eltern unterstützen unsere Kinder bei den weltweiten Protestbewegungen für einen besseren Klimaschutz – auch wenn diese Proteste in der sechsten Unterrichtsstunde am Freitag stattfinden“, erklärt Dr. Hartwig Jeschke, Vorsitzender des Verbandes in einer ersten Stellungnahme. Jetzt müsse eine moderne Schule zeigen, dass sie sich mit hoher Flexibilität auf  neue Herausforderungen einstellen könne und die SchülerInnen inhaltlich begleite. „Seit Jahren bemängelt unsere Gesellschaft, dass die nächste Generation ‚politisch desinteressiert‘ sei. „Jetzt beziehen unsere Schüler bei einem so wichtigen Thema wie Klimaschutz Position und sollen dafür persönliche negative Konsequenzen erfahren? Das ist das falsche Signal für unsere Jugend!“, erklärt Jeschke.

Problemlos könne jede Lehrkraft, im Rahmen des eigenen pädagogischen Ermessenspielraumes, die SchülerInnen unterstützen, indem beispielsweise in der sechsten Stunde am Freitag Exkursionen angemeldet werden. Auch könne der Klimaschutz thematisch in den Unterricht eingebunden werden und beispielsweise über AGs oder Schulveranstaltungen, die „Friday for Future“ Proteste inhaltlich  begleiten. Erste Schulen würden bereits sehr flexibel reagieren und genau diese Lösungen aufzeigen.

„Unsere Kinder nehmen ihre Zukunft verantwortungsvoll in die Hände, da ist es an der Zeit, dass sich die Schule moderner aufstellt, sich von starren Denkmustern löst und nach pädagogisch vertretbaren Lösungen sucht“, so Jeschke. Fehlzeiten am Freitag müssten nicht zwangsläufig zu einer schlechten Benotung führen, der Ermessenspielraum läge ausschließlich bei der Lehrkraft. „Für Lehrkräfte, die sich im privaten Bereich für den Naturschutz engagieren, den SchülerInnen jedoch die Note 6 für die Fehlzeiten am Freitag notieren, fehlt mir jedes Verständnis“, erklärt Dr. Jeschke. Irritierend sei zudem, dass viele Lehrkräfte sich für Protestbewegungen der GEW vom Unterricht freistellen lassen, um berufsbezogene Ziele zu verfolgen, jetzt jedoch mit Unverständnis reagierten, wenn SchülerInnen sich in einer Unterrichtsstunde für den Klimaschutz einsetzten.
„Wir wünschen uns, dass ein Umdenken erfolgt, denn politisches und gesellschaftliches Engagement muss in einer modernen Schule einen festen Platz haben“, fordert Dr. Jeschke abschließend.

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.