CELLE. Wie bereits berichtet, wird das seit fünf Jahren diskutierte E-Center Cramer nicht nach Celle kommen. Heute hat das abschließend der Celler Rat bestätigt – mit 22 zu 15 Stimmen und drei Enthaltungen. Das Interesse an der Sondersitzung im Celler Schloss war mit rund 40 Zuhörern größer als üblich. Ein Pro-Cramer-Aktivist hatte seine Emotionen nicht im Griff und störte die Sitzung fortlaufend mit Zwischenrufen und Beifall. Obwohl beides verboten, blieben die Ratsmitglieder dabei gelassen.

Die Möglichkeit zur legalen Einbringung nutzte erstmals seit langer Zeit eine einzige Bürgerin, Heide Meinke, in der so genannten Einwohnerfragestunde. Diese beantwortete Stadtbaurat Ulrich Kinder. Fragen und Antworten unzensiert und unkommentiert:

1. Welche Gründe sprachen zu Beginn der Planungen dazu, einen „Frischemarkt“ anzubieten?

Im Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt Celle aus dem Jahr 2010 wurde eine Unterversorgung für den täglichen Bedarf im Stadtteil Blumlage ermittelt. Die Initiative und Gespräche mit der Jürgen Cramer GmbH gingen vom damaligen Stadtbaurat Dr. Hardinghaus aus.

2. Wie hoch werden die bisherigen abgerechneten Planungskosten angesetzt und welche Kosten werden durch die Neuplanungen auf die Stadt Celle zukommen?

Die Planungskosten lassen sich grob in Personal- und Sachkosten gliedern. Fast sämtliche Sachkosten fielen beim Investor an und lassen sich daher durch die Stadtverwaltung nicht beziffern. Personalkosten der Stadt Celle werden grds. nicht erfasst, da diese im Rahmen der alltäglichen Arbeit anfallen. Ebenso kann noch keine Prognose über zukünftige Planungskosten abgegeben werden, da dies abhängig vom zukünftigen Vorhaben ist.

3. Wie jeder weiß, macht sich der demographische Wandel besonders in unserem Stadtteil bemerkbar. Wie kann von der Stadt gewährleistet werden, dass sich die älteren Mitbürgerinnen und -bürger zukünftig mit frischen regionalen Erzeugnissen versorgen können, ohne zeitraubende und beschwerliche Busreisen in die entfernten Frischemärkte (Fleischwaren und Obst/Gemüse) durchführen zu müssen?

Eine Grundversorgung kann mit durch die Innenstadt gewährleistet werden. Angefangen vom Wochenmarkt mittwochs und samstags, den Läden Lobetal in der Bergstraße, Othmer und Nordsee in der Straße Markt, Ökokost in der Altencellertorstraße bis zu Penny in der Schuhstraße gibt es durchaus ein direktes Angebot, hinzu kommen noch Angebote als Randsortimente und diverse Bäckereien und einen Fleischer an der Stechbahn.

In der zur Zeit durchgeführten Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes der Stadt Celle wird die Nahversorgung der Stadtteile erneut überprüft. Auf Grundlage der ermittelten Daten wird das beauftragte Büro Handlungsempfehlungen für die jeweiligen Stadtteile entwickeln. Sofern der Bedarf für weitere Nahversorgungsmärkte nachgewiesen wird, kann die Stadt grundsätzlich die Realisierung eines Marktes durch planerische Tätigkeiten vorbereiten. Darüber hinaus ist ein geeignetes Grundstück erforderlich. Da die Stadt nicht über geeignete Grundstücke im Stadtteil verfügt, ist hier neben einem privaten Projektentwickler auch eine privat verfügbare Fläche notwendig.

Sondersitzung Rat Celle

SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Jörg Rodenwaldt versuchte, die Sondersitzung durch Absetzung des Punktes zu verhindern.  „Ich finde es kritisch, dass Begehren von Bürgern vom Tisch gewischt werden“, so der ehrenamtliche Bürgermeister. Mit Befremden nahm der Ratsvorsitzende Joachim Falkenhagen seinen Vorwurf zur Kenntnis: „Vom Tisch gewischt ist überhaupt noch nichts, die Sitzung hat noch nicht einmal angefangen.“ Harald Range von der FDP ergänzte: „Um etwas vom Tisch zu fegen, muss es erst einmal auf dem Tisch liegen. Mir liegt nichts vor.“ In der Tat sei das Begehren erst am Nachmittag um 16 Uhr in der Verwaltung eingegangen. Über Inhalt des Begehrens und Menge der Unterschriften gibt es keine offiziellen Informationen. Der SPD-Antrag wurde entsprechend mit 22 zu 16 Stimmen abgelehnt. 

Nach den üblichen Neid-Diskussionen, wer in welcher Reihenfolge sprechen dürfe, eröffnete Celles Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge die Redezeit. Wegen des öffentlichen Interesses wollte erwartungsgemäß mindestens ein Vertreter einer Fraktion seine Ansicht zum Besten geben. CDU, FDP, Die Unabhängigen und teilweise AfD stimmten anschließend gegen den Markt. SPD, Grüne und WG dafür, BSG/Linke enthielten sich der Stimme.

Wir veröffentlichen wie bekannt aufgrund unseres Anspruches der unzensierten Wiedergabe nur jene, die uns im Vorfeld oder direkt im Anschluss übermittelt werden – Reihenfolge nach Maileingang, ungekürzt und unkommentiert. 

Stadtrat 09 17 5

Oliver Müller, BSG / Die Linke.

Ich könnte mich hier heute hinstellen und feststellen: „Schön, dass die Verwaltung jetzt nach fünf Jahren zu der Erkenntnis kommt, die wir von Beginn an hatten.“ Leider ist es nicht ganz so einfach. Aber dazu später mehr. Zunächst zu der „technischen Vorgehensweise“:

Mein verehrter Herr Oberbürgermeister, wenn wir auf diesem Niveau zusammenarbeiten, dann wird es nicht nur mir keinerlei Freude machen, die Stadt durch offene Diskussionen und ehrlichem Umgang gemeinsam zu entwickeln, so wie es doch eigentlich ihre Idee eines neuen, eines gemeinsamen Miteinanders war, den sie schon oft formuliert haben – und zumindest von mir dafür Lob und Unterstützung bekommen haben.

Auch wenn diese Idee zu einem geänderten Beschluss die Ratsmitglieder nicht über die Presse erreichte, so stehen doch zu viele Fragen im Raum die nach unserer Auffassung einen großen Schatten auf die heutige Entscheidung werfen könnten. Denn: Wo bitteschön, und das fragt sich nicht nur die Fraktion der Grünen zu recht, liegt die Dringlichkeit heute zwei Sitzungen einzuberufen?

Und wie werden die Kosten, sicherlich in 5-stelliger Höhe, wie wir nach dem vergangenen Sportausschuss wissen, gegenüber der Bevölkerung gerechtfertigt? Wie kann es sein, dass eine unlängst von einem Teil des Rates gewünschte baldige Fachausschusssitzung des Sportausschusses mit der Begründung, der OB sei in den nächsten Tagen nicht zugegen, verwehrt wird, allerdings heute kurzfristigst zwei Sitzungen stattfinden, obwohl die ehrenamtlichen Ratsmitglieder in dieser Woche nach unserem Ratskalender die Chance hatten, sich einmal um andere, persönliche Dinge zu kümmern? Zweierlei Maß – ob sich das günstig auf unser Miteinander auswirkt?

Also: Eine Dringlichkeit, die sich vielen in dieser Stadt nicht erschließt. Aber das führt sicherlich dazu, dass ein Großteil der Bürgerinnen & Bürger mit Spannung auf die Auflösung dieses Rätsels warten wird. Seitens der Grünen sind ja noch letzte Woche wichtige Fragen nach den Kosten formuliert worden.Ohne zu sehr ins Detail zu gehen: Die vier Jahre Planungen der städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren, so steht es geschrieben, ja nur unwesentlich teurer als eine unserer Sitzungen. Sachen gibt’s …

Eventuell aber auch nur, weil die Antworten mit einer sehr heißen Nadel gestrickt wurden, denn wo sind denn die Kosten für den bereits gelaufenen Investorenwettbewerb geblieben? Die Frage, ob denn die Unterstützung seitens der Verwaltung dem Volumen des Projekts gegenüber angemessen war, die will ich hier gar nicht aufmachen, aber das ist das, was ich nach Lektüre der Beantwortung gleich dachte. Besser ich komme jetzt zu der inhaltlichen Problematik des heutigen Beschlusses:

Es waren Die Unabhängigen, die FDP und Die Linke/BSG, die von Beginn an die Auffassung vertreten haben, dass das Cramer-Projekt sich mit der Altstadtentwicklung beißt. Konkurrenz belebt nicht immer das Geschäft. Und diese Position vertritt jetzt auch die Verwaltung. Sie verweist dabei auch auf die Verbesserung der Versorgung im Innenstadtbereich. Aber wie gesagt: Die Erkenntnis, dass das Cramer-Projekt der Altstadtentwicklung eher im Weg steht, hätte man auch vor fünf Jahren schon haben können.

Haben sich die städtebaulichen Rahmenbedingungen tatsächlich entscheidend verändert, wie der Kollege Schoeps meint?
Vor weniger als drei Jahren sah die WG-Fraktion im Cramer-Projekt noch einen „Brückenschlag zur Innenstadt“. Und die CDU-Fraktion wird in einem Protokoll vom November 2014 dahingehend zitiert, sie „sehe keine Gefährdung für die Innenstadt, sondern eher eine Bereicherung“, heute ist es – laut CZ – aus Sicht der CDU „innenstadtschädlich“.
Egal, ich bin immer froh, wenn Kolleginnen und Kollegen irgendwann unser Meinung sind.

Trotzdem ist die jetzige Situation äußerst unglücklich. Dieser Rat hat Ende 2014 dem überarbeiteten Cramer-Projekt mit großer Mehrheit grünes Licht gegeben. Die formale Begründung für das Ende ist jetzt, dass Cramer mit seiner Ausführungsplanung einige Monate ins Hintertreffen geraten ist. Ich könnte hier jetzt etliche Projekte der Stadt Celle aufzählen, die sich nicht Monate, sondern Jahre hinauszögern. Was ja nicht immer schlecht ist, denn manchmal landen dadurch auch Planungen im Papierkorb, die es nicht besser verdient haben. Was will ich damit sagen? Hier hält ein Investor einen mit ihm abgesprochenen Zeitplan nicht ein. Das haben wir alle eigentlich als normalen Gang der Dinge zu ertragen gelernt. Deshalb ist es problematisch, das Verfahren an dieser Stelle einfach zu beenden. Und zwar in zweierlei Hinsicht. Erstens: Cramer hat sich im Laufe der Entwicklung ja durchaus den Forderungen der Stadt angepasst.

Er hat eine wahrscheinlich nicht unbeträchtliche Summe in die Entwicklungsarbeiten gesteckt. Da stehen Schadensersatzforderungen im Raum. Und der Rat hat keine Ahnung von der Größenordnung. Und diese vermutlich beträchtlichen Investitionen , plus den damals ausgehandelten Frischemarkt in der Altstadt, hat die Firma Cramer sicher nicht grundlos 
auf den Weg gebracht.

Zweitens: Noch gravierender dürfte allerdings die Außenwirkung sein. Und die läuft im günstigsten Fall darauf hinaus, dass es künftig bei Investorinnen und Investoren hinter vorgehaltener Hand heißt, dass es mit der Stadt Celle Probleme geben kann. Unser Problem als Die Linke/BSG ist jetzt: Wir wollten das Projekt nie und wollen es immer noch nicht. Aber wir meinen, dass die Stadt im Konkreten leider keine hinreichenden Gründe formuliert hat, den Aufstellungsbeschluss aufzuheben. Da uns nichts Besseres einfällt, werden wir uns deshalb der Stimme enthalten.

Stadtrat 09 17 15

Christoph Engelen, SPD:

Herr OB, Sie haben heute um 17:00 Uhr die Demokratie-Leben-Konferenz in der Exerzierhalle eröffnet. Dort und eben hier im Rat haben Sie über über die Wichtigkeit von Demokratie gesprochen und diese betont. Ihrer Verwaltung liegt seit heute Nachmittag ein Bürgerbegehren vor, welches der Rat heute ignorieren soll und trotzdem über ihren Vorschlag abstimmen soll.

Herr OB, Ihnen sind heute um kurz nach 18:00 außerdem 300 Unterschriften der Initiative „Pro Cramer“, die sich vor knapp von nur einer Woche gegründet hat. 300 Unterschriften wo BürgerInnen ihre Meinung unterstreichen. Die Demokratie-Konferenz hatte übrigens den Untertitel: Wer, wenn nicht wir in Celle! Trotzdem soll heute dieser Rat, in einer vorgezogenen Ratssitzung entscheiden.

Wer, wenn nicht wir in Celle ?! Zitat: „richtet sich an all jene, die nicht Tiel des Problems sein wollen – sondern mit kleinen Taten, Initiativen oder Ideen anfangen möchten, Teil der Lösung zu sein.“ Zitat Ende.
Die Demokratie-Leben-Konferenz ist übrigens eine Veranstaltung der Stadt Celle.

Meine Damen und Herren, wenn Ihnen Demokratie wirklich am Herzen liegt und politisches Engagement wichtig ist, so wie es in der Demokratie-Konferenz heute diskutiert und gelebt wird, dann hätten Sie dieses Thema heute von der TO genommen. So hätte es eine wirkliche politische Diskussion geben können. So wäre in Celle Demokratie wirklich ernsthaft gelebt worden. Die Mehrheitsgruppe wollte keine Diskussion – und schon gar in der breiten Öffentlichkeit. So produzieren wir Politikverdrossenheit!

Die Stellungnahme des Seniorenbeirats zum Thema Cramer-Markt ist deutlich. Zitat: „Mit vielen Seniorinnen und Senioren hat der Seniorenbeirat den schon vor vielen Jahren aufgestellten vorhabenbezogenen B-Plan Nr. 22 nicht zuletzt deshalb begrüßt, weil ältere und auch in der Fortbewegung beeinträchtigte Menschen mit Wohnung im Ortsteil Blumlage/Altstadt einen Lebensmittel-Vollversorger kaum oder nur mit erheblichem Aufwand erreichen können.“ Zitat-Ende

Meine Damen und Herren, als Bewohner des Ortsteiles Blumlage kann ich dieses nur unterschreiben und ergänze: eine Verlegung des Penny-Marktes aus der Schuhstraße in die alte Feuerwache ist da nicht die Lösung. Deshalb meine Bitte an Sie alle: Folgen sie nicht dem Vorschlag der Verwaltung. Lassen Sie zu, dass die Planungen und der Bau eines Lebensmittelmarktes weiter laufen kann.

Stadtrat 09 17 11

Dr. Udo Hörstmann – Die Unabhängigen – Bürger für Celle

wir können heute einen großen Schritt tun, um städtebaulich unsere Stadt weiter voranzubringen. Seit 5 ½ Jahren wird an einem Einkaufszentrum in unmittelbarer Nachbarschaft zur Innenstadt geplant. Wir wissen, dass wir vor gut 2 Jahren, noch unter Oberbürgermeister Mende, schon einmal vor dieser Entscheidung gestanden haben. Aus verschiedenen Gründen wurde damals die heute anstehende Entscheidung vertagt.

Wir UNABHÄNGIGEN haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass wir dieses Nebenzentrum zur Innenstadt ablehnen. Wir sind der Überzeugung, dass die Innenstadt, die mit Internet Shopping, Parkplatzproblemen und Denkmalschutz schon genug Sorgen hat, mit diesem Zusatzprojekt erheblich geschwächt würde und zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkt werden. Unterstützt wird unsere Auffassung durch ein Gutachten von Herrn Prof. Spengelin, der in den 90er Jahren bereits nahen Handel an der Innenstadt abgelehnt hat. Dieses Gutachten ist Basis für den Bebauungsplan gewesen, der 1995 aufgestellt worden ist und der an seiner Gültigkeit heute nichts verloren hat. Unterstrichen wurde die Auffassung von Prof. Spengelin nochmals in einem Gutachten von 2010 erstellt von der Fa. Cima. Da sich die schwierige Situation der Innenstadt von damals zu heute nicht wesentlich geändert hat, wird die Gültigkeit dieser Gutachten niemand in Frage stellen wollen.

Mit der jetzigen Planung haben wir eine Verkaufsfläche von ca. 4000 qm. mit der Möglichkeit von Untervermietungen an sog. Randsortimente. Das bedeutet, dass z.B. die Vermietung an z.B. Tschibo oder Rossmann gegeben sind. Was das für die Innenstadt bedeutet kann sich jeder selbst ausmalen. Im Grundsatz haben wir es hier, wenn auch in verkleinerter Form, mit einem erneuten Problem Gedo oder ECE zu tun. Umso mehr verwundert es, dass die Grünen und die SPD mit allen politischen Tricks, wie z.B. angeblichen Verfahrensfehlern und Kostennachfragen, versuchen das Cramer Projekt doch noch zu etablieren. Unwahrheiten, die in die Diskussion von den Grünen eingeworfen worden sind, sind Gott sei Dank zurechtgerückt worden. Die Größe, die sie Herr Ohl in der letzten Bauausschusssitzung gezeigt haben, indem sie sich entschuldigten für unwahre Behauptungen, würde ich mir häufiger in diesem Rat wünschen.

Die insbesondere von der SPD hochstilisierte Frage des Einkaufens, stellt kein wirkliches Problem. In dem Quartier gibt und wird es Einkaufsmöglichkeiten geben, die auch frische Lebensmittel beinhalten. Der Weg zum alten Feuerwehrgelände oder zur 77 er Str. ist nicht wesentlich unterschiedlich. Hier sehen wir kein Problem.

Wir möchten auf diesem Gelände Wohnbebauung sehen. Und zwar für Familien mit Kindern, zu erschwinglichen Preisen. Das bringt uns Neueinwohner und eine Anhebung des gesamten Quartiers. Gehobener Wohnungsbau ist leider schon auf der Allerinsel geplant. Stadtentwicklung ist, wenn ich es einmal medizinisch ausdrücken darf, immer ganzheitlich zu betrachten. Und wenn ich das tue, dann muss dem Cramer Projekt jetzt eine Absage erteilt werden.

Ein weiterer Punkt, der angesprochen werden muss, ist die Frage wie es weitergeht, sollte das Cramerprojekt beendet sein Die UNABHÄNGIGEN möchten auf keinen Fall einen erneuten Architekten-Investorenwettbewerb. Es liegt ein abgestimmter Bebauungsplan vor. In der Verwaltung arbeiten gut ausgebildete Städtebauentwickler, die sehr wohl in der Lage sind ein solches Gelände zu beplanen. Die finanzielle Situation der Stadt sollte uns dazu bringen auf die Ausgabe von zusätzlichen 30-40 000 Euro zu verzichten. Dies zumal in der Vergangenheit und wohl auch in der Zukunft Beiträge von den Bürgern zur Verbesserung des städtischen Haushaltes gefordert werden. Wir sollten hier mit gutem Beispiel vorangehen. Wenn wir auf den Wettbewerb verzichten sparen wir auch viel Zeit ein und die von uns gewünschte Entwicklung des Gebietes kann schnell in Gang gesetzt werden.

Fotos: Peter Müller

9 Antworten zu “Endgültig: E-Center Cramer kommt nicht nach Celle”

  1. Sidney Plauschin sagt:

    Hierzu lohnt kein Kommentar.

  2. Walter Mix sagt:

    Sehr geehrter Herr Fehlhaber,
    mit Interesse habe ich Ihren Artikel, wie auch den in der CZ, zur gestrigen Ratssitzung gelesen.
    Dass die CZ sich darauf beschränkt einen Zwischenrufer (ProCramer) zu nennen und so, bei nicht unmittelbar Betroffenen, den Eindruck vermitteln könnte, dass die Blumläger kein Versorgungsproblem haben, aber die in wenigen Tagen knapp 300 Unterschriften von pro Frischemarkt Bürgern unerwähnt lässt, könnte zur Grundausrichtung der CZ Verantwortlichen passen.

    Zu meinem Bedauern beschränken auch Sie sich darauf zu erwähnen, dass in der sogenannten „Bürgerfragestunde“, nur eine Teilnehmerin ihr Fragerecht genutzt hat.

    Fazit: Die Initiative von einzelnen „Blumlägern“ die Versorgung des Ortsteils zu verbessern, hat es weder für die CZ noch für CELLE HEUTE als Meinungsbild an diesem Abend gegeben. Hier hat mich, im Zusammenhang mit CELLE HEUTE, besonders überrascht, dass es wohl im Vorfeld Kontakt zu dieser Gruppe gegeben hat.
    Erstaunt hat mich auch, dass es vorab nach meinem Wissen, keinerlei Versuche des Ortsrates Blumlage/Altstadt gegeben hat, eine Diskussion zum Thema anzubieten um ein Stimmungsbild seiner Bürger zu erhalten. Auch hier spielen wohl parteipolitische Mehrheitsverhältnisse in diesem Gremium eine Rolle.

    Welche Position der Seniorenbeirat der Stadt vertritt ist mir, falls dies angesprochen wurde,
    nicht in Erinnerung.
    Aber, wie Herr Kinder sagt, gibt es für die Blumläger ja u.a. die Nordsee, Othmer und einen Schlachter auf der Stechbahn, die eine Grundversorgung sichern. Vielleicht sollten einige Kommunalpolitiker hin und wieder mal einen Blick in die Geldbörsen ihrer Bürger werfen von denen einige finanziell auch „grundversorgt“ sind. Leider hat dieser Personenkreis aktuell noch keine ausreichend laute Stimme. Gestern war es nur einer, der zwar ein wenig genervt,
    aber vielleicht deutlich gemacht hat, was aus Bürgern werden kann, wenn sie das Gefühl haben, nicht mehr gehört zu werden.

    Wenn es hier deutlich mehr „Wutbürger“ werden sind sicher wieder die anderen Schuld.

    Mit freundlichen Grüßen

    Walter Mix

    • fehlhaber sagt:

      Auch uns befremdet es, dass die Initiative nicht über Inhalt und/oder Unterschriften-Anzahl bzw. Übergabetermin informiert – obwohl wir im Vorfeld als einzige Pressevertreter an deren Sitzung teilnahmen. Wer fordert, muss auch liefern.

      Im übrigen haben wir uns keineswegs darauf beschränkt, eine fragende Bürgerin zu erwähnen. Als einziges Medium haben wir sowohl ihre Fragen als auch Antworten 1:1 wiedergegeben.

      • Walter Mix sagt:

        Sorry, da ich kein Mitglied der Initiative bin, hatte ich die Info (muss auch bringen bzw. hat nichts gebracht) nicht.
        Unbestritten ist aber, dass der Rat die gesammelten Unterschriften angesprochen hat und allein das einen Hinweis verdient hätte.
        Unbestritten für mich ist aber auch, dass die Mitglieder, die wohl keine Profis in Sachen „Bürgerinitiative“ sind und teilweise voll im Berufsleben stehen, in der kurzen Zeit erheblich unter Druck standen und das „bringen“ hier wahrscheinlich schlicht versäumt haben.

        Es gibt sicher einen Personenkreis der über sich in der Presse lesen kann, der froh wäre, wenn nur das gebracht wird was man selbst „gebracht“ hat.

        • fehlhaber sagt:

          Auch diesen von Ihnen geforderten Hinweis hat es gegeben. Wer was aus welchen Gründen versäumt hat oder nicht, wollen wir nicht bewerten. Wir suchen keine Schuldigen, sondern berichten über Fakten, die vorliegen. Darum erschließt sich Ihre Kritik zumindest sachlich nicht.

  3. Joachim Falkenhagen sagt:

    Ein kleiner Hinweis:
    Freie Demokraten und Unabhängige haben in der Ratssitzung deutlich gemacht, dass das von den Bürgern vorgetragene Versorgungsproblem gesehen wird und in einer neuen Planung ein Nahversorger enthalten sein muss. Und wir wollen mit dem Oberbürgermeister die neue Planung umsetzen!

  4. C.Brandes sagt:

    Geehrter Herr Falkenhagen,
    sie wollen einen Nahversorger, aber nicht Herrn Cramer? Das klingt merkwürdig.
    Und wenn das Problem die im Markt beinhalteten Quadratmeter für Mieter sind, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass das bei den jahrelangen Planungen nicht hätte berücksichtigt werden können. Für mich klingt es erstmal so, dass nun durch den Wechsel im Rathaus andere Interessen nach vorne kommen und man andere Planungen bevorzugt. Damit haut man einem Investor aber ganz gewaltig vor den Kopf.
    Christian Brandes, Lachendorf

  5. Günter Otto sagt:

    Wer das gesamte Projekt beobachtet hat, von der Eröffnung Lobetal Frischmarkt bis Absage an Cramer, kann nur noch den Kopf schütteln.
    Es wird schon so sein, dass hier eher Parteipolitische Aspekte zählen und nicht die realen Probleme. Wer Bürger damit abspeisen will, dass es keinen Bedarf gebe, der kann nur unter Realitätsverlust leiden. 300 Unterschriften vom Tisch zu wischen, ist ein klassisches Celler Machtgeplänkel, sicher, um andere Parteipolitische Dinge zu berzugen. Sorry, aber armes Celle!

  6. Joachim Falkenhagen sagt:

    Der Cramer-Markt war mit knapp 4.000 Quadratmetern Verkaufsfläche kein Nahversorger sondern ein Großmarkt. Wir wollen aber einen Nahversorger.
    Die Vermutung, dass „parteipolitische Aspekte“ hier ausschlaggebend gewesen seien lässt mich fragen, was darunter zu verstehen ist.
    Wir waren im bei der Beschlussfassung im Jahr 2012 voller Sorge, dass sich dieses Vorhaben (Cramer) negativ auf die Altstadt auswirken würde und sind es immer noch. Aus dieser Überzeugung haben wir für die Aufhebung des Vorhabenbezogenen Bebauungsplanes gestimmt.

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