CELLE. Der Landkreis Celle hat am Nachmittag beim Energiesparfest die Schulen des Landkreises Celle ausgezeichnet, die im vergangenen Jahr an dem Energieeinsparprogramm teilgenommen haben. Diesmal richtete das Gymnasium Ernestinum das Fest in seinen Räumen an der Burgstraße aus. Insgesamt sind 17 Schulen im Landkreis Celle an dem Programm beteiligt.

 

„Gleichgültigkeit für Mitmenschen und Umwelt oder eine Haltung, die wie selbstverständlich immer aus dem Vollen schöpfen und die eigene materielle oder soziale Vorrangstellung rücksichtslos verteidigen will, entsprechen nicht dem Geist am Ernestinum, sondern Wege zu öffnen, damit sich Menschen im Einklang mit ihrer Umgebung verantwortungsbewusst weiter entwickeln können“, so Direktor Johannes Habekost.

„Um Klimaziele in Deutschland zu erreichen, können wir alle mithelfen. Energie einsparen, indem wir die Heizung runterdrehen und das Licht ausmachen, wenn wir einen Raum verlassen, schon das sind gute Beiträge. Unsere Schulen sind aktiv dabei und dafür bedanke ich mich“, sagte Landrat Klaus Wiswe in seiner Begrüßung vor der Verleihung.

Jede teilnehmende Schule erhält einen Basisbonus von 1,50 Euro pro Schüler. Dazu erhalten die Schulen zum Beginn des Jahres einen Aufgabenbogen, dessen Aufgaben je nach Schwierigkeitsgrad und Aufwand Punkte zugeordnet sind. Insgesamt kann jede Schule bis zu 100 Punkte erzielen. Je nach erreichter Punktzahl bekommen die Schulen 750 Euro zusätzlich.

Besonders gut haben in diesem Jahr das Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasium und die Oberschulen in Lachendorf und in Westercelle die gestellten Aufgaben erledigt. Sie bekamen jeweils mehr als 70 von 100 möglichen Punkten bei den Aufgaben.

Letztlich haben sich alle Schule angestrengt und diese Anstrengungen, die dem Landkreis Celle auch Geld sparen, wollen wir mit den Preisen honorieren“, sagte Wiswe. Die Schüler werden so auch für das Thema Energiesparen sensibilisiert.

Das Ernestinum habe in seiner 690-jährigen Geschichte in sehr verschiedenen Gebäuden im Stadtgebiet seinen Bildungsauftrag erfüllt. Im Zentrum stehe dabei laut Habekost immer die Bildung von Menschen zum verantwortungsvollen Menschsein im umfassenden Sinn, auch die mit Ressourcen verantwortungsvoll umgehen und für nachfolgende Generationen Lebens- und Handlungsoptionen offen halten.

„Solche Wege öffnet das Ernestinum auch für SchülerInnen, die nach ihrem Erweiterten Abschluss der Sekundarstufe I an anderen Schulformen sich nun engagiert auf das Abitur vorbereiten wollen, die dafür erhebliche Anstrengungen aufwenden und eindrucksvolle Erfolge erzielen, ohne dass die Anforderungen eines echten Gymnasiums für sie gesenkt würden. Als Besonderheit führt daher konsequenterweise das Ernestinum zentral für den Landkreis einen ganzen Jahrgang ehemaliger OBS- und BBS-Schüler zum Abitur im Jahr 2020, für die wegen der Umstellung auf das Abitur nach 13 Schuljahren anderswo keine Lerngruppen zur Verfügung stehen“, führt Habekost weiter aus.

Im derzeitigen Schulzentrum, errichtet in den Jahren 1976-78 lernen die aktuell rund 740 ErnestinerInnen mit ca. 75 LehrerInnen seit nunmehr 40 Jahren: Der ehemalige „Neubau“ ist in die Jahre gekommen und böte viele Ansatzpunkte, um über nachhaltiges Bauen, nachhaltigen Energie-Einsatz, den Umgang mit dem eigenen Müll und über bessere Alternativen nachzudenken und Verbesserungen umzusetzen.

Am Ernestinum gebe es in den Jahrgängen 5 bis 11 pro Klasse zwei Energiesparmanager, die auf richtiges Lüften achten, die Hausmeister zügig informieren, falls die Heizung zu viel oder zu wenig Wärme liefert, darauf achten, das Licht in ungenutzten Bereichen auszuschalten oder für die Mülltrennung in drei Kategorien sorgen.

Diese „Energiesparmanager“ treffen sich regelmäßig und führen mit Margot Janisch einmal im Jahr einen „Energiespar-Rundgang“. Dabei messen sie Lichtstärken, kontrollieren Lichtschalter auf Funktion und passende Beschriftung, erkennen tropfende Wasserhähne, Elektrogeräte in unnötiger Standby-Schaltung, Probleme an der Heizung oder defekte Fenster u.s.w.

Der Erfolg dieser Mühe sei in einem so großen Gebäude durchaus erkennbar: Das Ernestinum übertreffe regelmäßig die Einsparvorgaben und erhält die Energiesparprämie. Im Bewusstsein vieler SchülerInnen seien umsichtiges Verhalten, Energiesparen sowie Mülltrennung wie selbstverständlich verankert, auch wenn im Schulalltag immer wieder an
das konkrete Verhalten erinnert werden müsse. Genau dafür sind die Energiesparmanager da.

Der Landkreis als Schulträger habe erheblich investiert, um noch mehr Energie zu sparen, beispielsweise in eine moderne Pellet-Heizung, in LED-Beleuchtung mit Bewegungsmeldern.

Zur heutigen Feier spielte das Salon-Orchester bestehend aus Instrumentalisten, die sonst auch im großen klassischen Orchester oder der Rock- und Soulband „Room 55“ mitspielen und heute unter Leitung von Christof Stelljes witzige und unterhaltsame Stücke aus den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts präsentierten.

Die Theater-AG unter Leitung von Johanna Reinicke und Katja Rethmann spielt eine Szene aus der in Vorbereitung befindlichen aktuellen Theater-Produktion, die in der Woche vom 17. bis 21. September an drei Abenden im Forum aufgeführt werden soll. In dieser Spiel-Szene wird der Strom abgeschaltet – energiesparend eben.



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