HANNOVER/CELLE. Hannelore H. aus Fürstenau glaubte es: Bei der morgendlichen „Entenjagd“ auf NDR 1 Radio Niedersachsen hielt sie eine CelleHeute-Falschmeldung für richtig. Ihr Glück: Moderator Lars Cohrs glaubte auch: das ist echt, doch beide lagen falsch. Anstelle es mit Humor zu nehmen, untersagte uns der NDR die Verbreitung ihres Original Radio-Beitrages. Auch der Moderator war zu keiner Stellungnahme bereit.

Sie erinnern sich? Am 1. April schickten wir Sie, na klar, in den April – u. a. mit der Meldung, dass das vom Abriss bedrohte „Rio’s“ einfach zehn Meter nach links versetzt werden könne, um die umstrittene Nordwall-Verbreiterung durchführen zu können. Entsprechend zitierte Cohrs die Meldung wie folgt:

„Not macht erfinderisch: Ende des Jahres muss die Celler Kultkneipe Rio’s ihre Türen endgültig schließen. Das Gebäude muss dem Bau einer neuen Straße weichen. Das wollen die Betreiber nicht tatenlos hinnehmen. Nachdem sie erfolglos gegen die Abrissverfügung geklagt haben, planen sie nun, das Gebäude einfach komplett umzusetzen – auf das freistehende Nachbargrundstück. Eine Spezialfirma bietet die entsprechende Dienstleistung an, Kostenpunkt ungefähr 70000 Euro.“

Rios-versetzt

Hannelore H. tippte: „Das ist echt“, und war dem Jackpot von 100 Euro schon ganz nah. Der Clou: Tatsächlich ist eine Versetzung eines ganzen Gebäudes technisch möglich, entsprechende Videobeweise und die Technik wurden in unserem Artikel erklärt . Offenbar verwunderte die NDR-Redaktion als Celle-Kenner auch das in den Mund gelegte Zitat von Stadtbaurat Ulrich Kinder nicht: „Ehe der Antrag genehmigt wird, ist die Ostumgehung wahrscheinlich schon fertig. […] Aber der Rat hat nun mal entschieden, […] da gibt es kein Zurück.”

Geschichte und Zitat hielten übrigens auch die Rio’s-Betreiber Dawn Doneck und Olli Müller für bare Münze, lobten Kinder gar für das “coole Eingeständnis”, so Müller. Aber wer weiß: Aus Sicht von Stadtrat Stephan Kassel, und das ist kein Scherz, ist die Entenjagd noch nicht zu Ende. Er stellte nüchtern fest: „Es gab schon zwei Aprilscherz-Meldungen auf CelleHeute, die am Ende wahr wurden.“

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