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Friedenspreisträger demonstrieren

“Entrüstet euch”: Rheinmetall in Unterlüß blockiert

15.05.2017 - 11:19 Uhr     CelleHEUTE    0

UNTERLÜSS. Seit heute Morgen um 8 Uhr blockieren Aktivisten zwei Fabriken des Rüstungsunternehmens Rheinmetall in Unterlüß. Alle wichtigen Zufahrten der Fabriken sind durch Sitzblockaden versperrt, so dass Autos und LKWs dort nicht mehr auf das Werksgelände gelangen können. Dadurch sei der Betriebsablauf erheblich gestört.

Die Aktivisten wollen mit ihrer Aktion ein deutliches Zeichen gegen Waffenproduktion und Rüstungsexporte setzen. Die Blockade soll weiterhin aufrecht erhalten werden. In Unterlüß befindet sich der wichtigste Standort von Rheinmetall Defence, dem größten Rüstungsunternehmen mit Sitz in Deutschland. Rheinmetall ist in den vergangenen Wochen vor allem durch den angekündigten Export einer Panzerfabrik und der entsprechenden Technologie in die autoritäre Türkei in die öffentliche Kritik geraten.

Fiona Rucke von JunepA erklärt: „Für unsere Aktion gegen Krieg und Militarismus haben wir den Ansatzpunkt Rheinmetall gewählt, weil das Unternehmen mit dafür verantwortlich ist, dass gewaltvolle Konflikte in aller Welt aufrecht erhalten werden und Fluchtursachen entstehen.“ Ziel der Aktion sei es, eine gesellschaftliche Debatte über Konversion der Rüstungsunternehmen und Abrüstung anzuregen. Die Demonstranten wenden sich dabei auch entschieden gegen das Ziel der Bundesregierung, aufgrund von NATO-Verpflichtungen die deutschen Kriegsausgaben um die Hälfte und damit etwa 20 Mrd. Euro zu steigern anstatt sie zu senken.

Marcus Schäfer ergänzt: „Es gilt nach wie vor, dass mehr Waffen und Militär das Risiko von Konflikten stets erhöhen statt senken. Wir als junge Menschen können daher nicht tatenlos zusehen, wenn vor unserer Haustür ohne Aufschrei Panzer sowie Munition und damit reine Tötungsmaschinen hergestellt werden.“ Statt militärischer Aufrüstung sollten den Protestierenden zufolge die Mittel für zivile Konfliktbearbeitung enorm aufgestockt werden.

Die Aktion wurde vom Jugendnetzwerk für politische Aktionen (JunepA) initiiert (CelleHeute berichtete). Wie vergangene Woche bekannt wurde, ist JunepA die diesjährige Preisträgerin des Aachener Friedenspreises. Das Netzwerk hat angekündigt, auch weiterhin Aktionen gegen Militarismus zu organisieren.

Fotos: Fiona Rucke

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