Öffnung der Entsorgungsanlagen Celle und Hambühren nicht in Sicht

Wirtschaft Von Anke Schlicht | am Mi., 15.04.2020 - 18:56

CELLE. Längst hätte sich der Frühjahrsabfall in Rauch aufgelöst – und obendrein einen kleinen Beitrag geleistet zur Bewahrung eines althergebrachten Brauches. Doch Corona vereitelte die traditionellen Osterfeuer, der Grünschnitt und das Strauchgut des Frühlings verblieb in den Gärten. Für ein wenig Entlastung sorgten die offenen Tore der Entsorgungsanlage Höfer vor und nach den Osterfeiertagen.

„Mein Fazit zur Teilöffnung in Höfer für die Grünabfallentsorgung ist positiv. Das hat dank des Verständnisses und der Umsicht unserer Kunden sehr gut funktioniert“, sagt der Geschäftsführer des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Celle, Tobias Woeste. Ein Signal für eine Rückkehr zum gewohnten Umgang mit Müll jeder Art aus Verbrauchersicht bedeutet dieses Resumée jedoch nicht. Die Anlagen in Hambühren und Altencelle sind diejenigen, die am stärksten frequentiert werden. Dennoch ist eine Aufhebung der Corona-bedingten Schließung seit dem 18. März auch nach erfolgreichem Testballon in Höfer für den regulären Anlieferbetrieb nicht vorgesehen (Ausnahmen bilden gewerbliche Anlieferungen oder Haushaltsauflösungen, hier werden im Einzelfall Absprachen getroffen). Die Voraussetzungen für eine Abfertigung, die den Auflagen zur Abwehr des Virus genügen, sind am Hauptsitz des Zweckverbandes in Altencelle und auch in der Außenstelle Hambühren nicht in der Form gegeben wie in Höfer oder Hermannsburg. Die Anlage dort wird am Freitag, 17. April, 8:00 bis 18:00 Uhr, für die Annahme von Sperrmüll geöffnet werden.

„Höfer und Hermannsburg verfügen vor und hinter dem Tor über ausreichend Platz für in ihren PKW wartende und später dann abladende Kunden“, erläutert Woeste. In Altencelle und noch ausgeprägter in Hambühren sei das nicht der Fall. In Hambühren sind die Verhältnisse laut Woeste insbesondere auf dem Platz sehr beengt. Am Hauptsitz stehe nur sehr eingeschränkt Verkehrsstauraum vor dem Tor zur Verfügung.

Die beiden Außenstellen sind gleichermaßen Testszenarien wie Ventil für dringende Entsorgungen. Verläuft am kommenden Freitag die Sperrmüllablieferung reibungslos, also werden in erster Linie die Abstandsregeln eingehalten, wird die Hermannsburger Deponie vorerst zumindest für Sperrmüll geöffnet bleiben. Sobald ein Ende der krisenbedingten Schließung absehbar ist und Celle und Hambühren die Tore wieder öffnen, wäre durch die Ventilfunktion einem eventuellen Ansturm die Spitze genommen.

Sicher ist jedoch bereits, dass eine Rückkehr zu üblichen Servicezeiten und -bedingungen nur schrittweise erfolgen wird. Denn die Personaldecke im Zweckverband Abfallwirtschaft ist dünn. Eine geordnete und flüssige Abfertigung der Kunden unter Einhaltung aller Corona-bedingten Auflagen erfordert jedoch den Einsatz zahlreicher Mitarbeiter. Diesen Schluss hat der Geschäftsführer aus der Teilöffnung der Deponie Höfer gezogen. Die Aufnahme des vollumfänglichen Betriebs bedarf zudem einer guten Vorbereitung und muss mit externen Behörden abgestimmt werden. „Unter Einbeziehung der Erfahrungen aus Höfer und Hermannsburg sind wir dabei, das zu tun“, sagt Tobias Woeste und gibt zu bedenken: „Das Herunterfahren/Schließen war schon keine einfache Angelegenheit, aber das Hochfahren ist deutlich anspruchsvoller.“