HERMANNSBURG. Vier Wochen lang leben und arbeiten in einer Gemeinde oder kirchlichen Einrichtung einer Partnerkirche des Ev.-luth. Missionswerkes in Niedersachsen (ELM) – Pastor Sven Grundmann hat es gewagt und wird am 25. September, 19 Uhr, im Hermannsburger Ludwig-Harms-Haus über seine Zeit im sibirischen Krasnojarsk berichten.

„Kirche und Gemeinde unter anderen Bedingungen, in einem anderen sozialen, kirchlichen und kulturellen Kontext einmal hautnah zu erleben, verändert den Blick auf meine Kirche und meine Gemeinde.“ Mit diesem Fazit kehrte Pastor Sven Grundmann ins ostfriesische Holtland (Landkreis Leer) zurück. „Das eigene, oftmals eingeschliffene Denken und Tun wird in guter Art und Weise infrage gestellt“, so Grundmann, und das gelte für alle Bereiche: Liturgie, Verfasstheit, Aufbau, Hierarchien, Beteiligung von Laien, Finanzen, Frömmigkeit etc.

Was das im Einzelnen bedeutet, welche Erfahrungen er mit den Menschen und deren Alltagsleben gemacht hat, aber vor allem auch ihrer Art zu glauben als lutherische Minderheit in einem orthodoxen Umfeld, darüber soll es in seinem Vortrag und dem sich anschließenden Gespräch gehen.

Sven Grundmann hat als erster Teilnehmer an dem ökumenischen Austauschprogramm für Pastorinnen und Pastoren „Kirche gibt’s auch anderswo“ der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers und des ELM teilgenommen. Die Idee: Im Gegenzug besucht einige Zeit später ein Pastor oder eine Pastorin aus der besuchten Gemeinde die Kirchengemeinde in Deutschland, lebt und arbeitet einen Monat dort und lernt so eine lutherische Gemeinde in Niedersachsen kennen. In dem Programm geht es um einen Austausch auf Augenhöhe und ein Mitleben auf Zeit. Dabei sind Erfahrungen möglich, die den Blick schärfen können für internationalökumenische, interkulturelle und entwicklungspolitische Fragen.

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