HERMANNSBURG. „Multikulti kann gelingen“, sagt Benjamin Fromm. Man dürfe es nur nicht idealisieren. Was er damit meint, davon wird der bis vor kurzem in Südafrika tätige Pastor am Dienstag, 13. März, um 19 Uhr, im Hermannsburger Ludwig-Harms-Haus am Beispiel des oft wegen seiner kulturellen Vielfalt als Regenbogennation bezeichneten Landes erzählen.

Im Rahmen der Reihe „Mission aktuell“ des Ev.-luth. Missionswerks in Niedersachsen (ELM) gibt Fromm Einblick in eine Gemeinde in der Halbwüste „Namaqualand“, deren Mitglieder für diese kulturelle Vielfalt des Landes am Kap der Guten Hoffnung stehen. Gemeinhin als Coloureds (Farbige) bezeichnet, weil ihre Bevölkerungsgruppe aus gemischt ethnischen Verbindungen hervorgingen, sind sie tatsächlich vielfach auf der Suche nach einer eigenen Identität.

Als Gemeindepastor konnte Benjamin Fromm, der von 2011 bis 2017 in Südafrika für die lutherische Kirche und das ELM tätig war, diese Suche hautnah beobachten und begleiten. Dabei erlebte er auch den gesellschaftlichen Alltag in einer ländlichen Region vor dem Hintergrund einer Vision von einer friedlichen, multiethnischen Regebogennation. Warum dieser, vor allem intellektuell und mehr und mehr kritisch diskutierte Begriff, für ihn kein gutes Symbol ist und einer Neudeutung bedarf, wird er an diesem Abend zum Ausdruck bringen. Dabei thematisiert er auch die zunehmend politischen und wirtschaftlichen Schieflagen und deren Auswirkungen auf das Zusammenleben der Menschen in Südafrika. Und so folgt der Vortrag von Pastor Benjamin Fromm der Leitfrage: Wie steht es um die „Regenbogennation“ heute und ist es vielleicht an der Zeit, ein anderes Symbol zu wählen?

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.