EICKLINGEN. Nach den ersten beiden Heim-Niederlagen standen am Wochenende gleich zwei Auswärtsspiele an für die Eicklinger 1. Herren. Am Freitagabend ging es nach Walsrode in die Vogelpark-Arena. Gegen den Bezirksoberliga-Absteiger musste die Truppe auf ihren Oldie Dietmar Siefert verzichten und auch Frank Weiss stand gesundheitlich leicht angeschlagen nicht zur Verfügung. So stellte sich die Mannschaft quasi von selbst auf. In den Eingangsdoppeln ging die Taktik der Eicklinger voll auf. Scavarda/Pröve gewannen ihr Match in vier Sätzen und Schepelmann/Gierke konnten ebenfalls überzeugend punkten. Lediglich gegen das Top-Doppel der Gäste Sieberg/Eismann mußten Söhnholz/Meier die einkalkulierte Niederlage hinnehmen.

Die Ein-Punkte-Führung hatte auch nach den ersten Einzeln noch Bestand. Zwar unterlag Tim Söhnholz nach beeindruckender Leistung gegen Uwe Sieberg nach hart umkämpften fünf Sätzen. Dafür konnte sich Eicklingens Top-Mann Markus Scavarda gegen Sascha Sadowski durchsetzen. Mit 11:8, 11:7 und erneut 11:7 ließ er dem quirligen Walsroder keine Chance. Jörg Schepelmann fand anschließend nicht die Mittel, um dem klug agierenden Bernd Sperlich Paroli bieten zu können. Als dann auch Albrecht Meier gegen Eismann mit 2:3 Sätzen den Kürzeren zog, ging der Gastgeber erstmals in Führung. Walsrode konnte sogar auf 5:3 davonziehen, denn anschließend punktete auch ihr „Sechser“ Schließauf gegen Axel Gierke. Die Eicklinger blieben aber konzentriert und schlugen zurück. Carsten Pröve bezwang Christian Süß mit 3:1 Sätzen und sorgte für den Anschlusspunkt.

Richtig stark war dann der Auftritt des oberen Eicklinger Paarkreuzes. Im Duell der beiden Spitzenspieler setzte sich Markus Scavarda eindrucksvoll in einer hochklassigen Begegnung mit 6:11, 11:7, 11:6, 6:11 und 11:5 gegen Uwe Sieberg durch. Ähnlich spektakuläre Bälle konnten die Zuschauer in der Nachbarbox bestaunen im Spiel von Tim Söhnholz gegen Sascha Sadowski. Beide kennen sich schon seit über 25 Jahren und die Bilanz dieser Duelle ist relativ ausgeglichen. An diesem Abend aber hinterließ der dynamische Eicklinger den eindeutig besseren Eindruck und gewann in vier Sätzen zur 6:5 Führung, so dass sich der Spielverlauf wieder drehte. Walsrode ließ nicht locker und im mittleren Paarkreuz folgten 2 äußerst umkämpfte Fünf-Satz-Spiele. Leider musste hier Albrecht Meier seinem Kontrahenten dem federleicht aufspielenden Bernd Sperlich gratulieren.

Aufatmen dann auf der Eicklinger Bank, als feststand, dass Jörg Schepelmann sein Spiel gewonnen hatte gegen den etwas unterkühlt wirkenden Christian Eismann. Spielstand jetzt 7:6 für den TUS. Aber Walsrode glich erneut aus, denn Axel Gierke fand nur phasenweise zu seiner gewohnten Stärke gegen Christian Süß. Das letzte Einzel des Abends war dann nichts für schwache Nerven. Carsten Pröve traf auf den Materialspieler Achim Schließauf. Nach vier Sätzen in der Verlängerung 15:17, 12:10, 10:12 und 13:11 und 2:2 Zwischenstand musste der letzte Satz entscheiden. Hier konnte Pröve sich nochmal steigern und gewann diesen deutlich mit 11:3 zur 8:7 Führung. Das Schlussdoppel musste also entscheiden ob ein oder zwei Punkte aus der Vogelpark-Arena mitgenommen werden konnten.

Gegen Mitternacht standen sich Pröve/Scavarda und Eismann/Sieberg zum Showdown gegenüber. Und auch diese Begegnung ging über die volle Distanz. Nach teilweise hochklassigen Ballwechseln stand das Spiel bis zum letzten Punkt auf des Messers Schneide. Mit 11:9, 7:11, 8:11, 11:7 und 11:9 hatten die Gastgeber leider das glücklichere Ende für sich. Mit 8:8 endete eine Partie, die an Spannung kaum noch zu überbieten war, wie der per Video-Konferenz zugeschaltete Eicklinger Kapitän dann hinterher auch folgerichtig analysierte: „Solche Spiel hängen mehrfach an ganz wenigen Punkten und wer hier das Glück oder vielleicht auch die besseren Nerven hat, gewinnt. Unter dem Strich geht das Unentschieden in Ordnung, auch wenn wir natürlich gerne, angesichts unserer Tabellensituation, beide Punkte mitgenommen hätten, aber „Hätte, Hätte, Fahrradkette,….“.

Bereits am nächsten Tag führte der Weg nach Bergen zum ebenfalls im Tabellenkeller festhängenden TUS Bergen. Da Tim Söhnholz beruflich verhindert war, konnte erneut nicht die Top Sechs antreten, aber wenigstens konnte man wieder auf Dietmar Siefert zurückgreifen. Dieser hatte in seinem Eingangsdoppel mit seinem neuen Partner Albrecht Meier allerdings keine Chance gegen eines der Top-Doppel der Liga Lepke/Pflug. Einen besseren Spielverlauf nahm die Partie zwischen Scavarda/Pröve und Montag/Otte. Trotz 0:2 Satzrückstandes ließen sich die beiden Eicklinger nicht beirren und holten nach fünf Sätzen den ersten Punkt. Auch diesesmal ging die Doppelkonstellation auf für Eicklingen, denn erneut holten Schepelmann/Gierke den wichtigen zweiten Punkt für die Gäste. Anschließend musste Dietmar die Klasse von Kristofer Pflug anerkennen. Der völlig austrainierte Mitte Dreißiger holte den Ausgleich zum 2:2 für TuS Bergen.

Leider konnte Markus Scavarda gegen Rainer Lepke nicht punkten, obwohl er schnell mit 2:0 Sätzen vorne lag. Nach 11:4, 11:9, 8:11, 9:11 und 10:12 konnte nur der Bergener jubeln. Sehr stark präsentierte sich dann die Eicklinger Mitte. Jörg Schepelmann hatte nur im ersten Satz leichte Probleme mit Dirk Montag und konnte diesen erstmals bezwingen. Noch deutlich setzte sich Albrecht Meier gegen Werner Haake durch der dem kompromisslosen Angriffspiel des Eicklingers beim 11:2, 11:6 und 11:6 nur wenig entgegensetzen konnte. Als dann auch das untere Paarkreuz beide Begegnungen für sich entscheiden konnte, roch es beim Zwischenstand von 6:3 bereits etwas nach Auswärtssieg. Carsten Pröve bezwang den jungen Ex-Eversener Christian Otte in vier Sätzen und Axel Gierke benötigte einen Satz mehr zum 3:2 Sieg gegen das Bergener Urgestein Roland Mohr. Das obere Bergener Paarkreuz besorgte aber postwendend die Anschlusspunkte 4 und 5. In einem absolut hochklassigen Vier-Satz-Spiel mit langen und umkämpften Ballwechseln setzte sich Kristofer Pflug auch gegen Markus Scavarda durch und parallel unterlag Dietmar Siefert gegen den unorthodox aufspielenden Rainer Lepke, der wie kein zweiter mit der langen Noppe für verwirrende Flugbahnen und Ballrotation sorgen kann.

Aber erneut zeigte die Ecklinger Mitte große Klasse. Auch Jörg Schepelmann demontierte Werner Haake in drei Sätzen mit fast fehlerfreiem Angriffsspiel. Da nutzte dem Bergener auch seine hervorragende Physis nix. Hochkonzentriert und nach ausgiebiger Spielanalyse im Vorfeld bestens eingestellt vom Eicklinger Trainerteam präsentierte sich Albrecht Meier gegen Dirk Montag und konnte diesen ebenfalls erstmalig bezwingen. Damit hatte Eicklingen beim 8:5 die Nase vorne und schon einen Punkt unter „Dach und Fach“. Leider sollte es aber auch nicht mehr werden. Sowohl Axel Gierke wie auch Carsten Pröve konnten nicht punkten in Ihren letzten Einzeln trotz jeweils ausgeglichenen Spielverläufen. Bergen hatte schlussendlich jeweils das kleine Quentchen Glück auf seiner Seite. Damit folgte erneut das Schlussdoppel.

Auch hier hatte zum Schluss der Gastgeber in Person von Lepke und Pflug beim 3:1 Satzsieg das bessere Ende für sich aber in diesem Fall auch verdient, denn nur in einem Satz konnten die Eicklinger Markus Scavarda und Carsten Pröve die Begegnung auf Augenhöhe bestreiten. So stand auch diesesmal nach über vier Stunden Spielzeit am Ende ein 8:8 auf der Anzeigentafel, dass sich aus Eicklinger Sicht natürlich nach dem Spielverlauf eher wie eine Niederlage anfühlte. Auf der anschließenden Playersnight legte sich aber schnell die leicht gedrückte Stimmung in der Eicklinger Truppe wieder und sinnbildlich vielleicht dazu der Spruch von Albrecht Meier: „Mund abwischen und weiter kämpfen. Nächste Woche geht es schon nach Leinetal und auch dort können wir punkten.“

 

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