Escheder Grundschüler erforschen die Aschau

Wissenschaft Von Redaktion | am Do., 05.09.2019 - 10:55

ESCHEDE. Biologieunterricht in der Natur: Drei dritte Klassen der Grundschule Eschede untersuchten mit Hilfe der Aktion Fischotterschutz e.V. und dem neuen Fluss-Fisch-Mobil die Tierwelt der Aschau. Wie sieht ein naturnahes Fließgewässer aus? Welche Tiere leben im und am Fließgewässer? Wie kann man Fische unterscheiden und was benötigen Fische zum Leben? Die Beantwortung all dieser Fragen war Inhalt des dreistündigen Bildungsprogramms der Aktion Fischotterschutz.

Um zu erfahren, wie ein naturnaher Bach aussieht und was alles im und am Gewässer lebt, kam das neue Fluss-Fisch-Mobil zum Einsatz. Bemalt mit den charakteristischen Fisch-, Insekten-, Vogel- und Säugetierarten und ihren Lebensräumen im und am Fließgewässer, soll  hier deutlich werden, welche Artenvielfalt die Bäche aufweisen und welche Bedeutung naturnahe Fließgewässer für den Erhalt der biologischen Vielfalt haben. Schnell wurden von den Schülern die Lebensräume und die unterschiedlichen Tierarten auf dem Fluss-Fisch-Mobil mit Namenschildern beklebt und die Unterscheidungsmerkmale der Fischarten herausgearbeitet.

Anschließend bauten die Schüler in einem Sandkastenmodell ihre eigene naturnahe Gewässerlandschaft mit ihren unterschiedlichen Strukturen, die vielen Tierarten einen Lebensraum geben. Im Vergleich dazu wurde ein naturferner, begradigter Fluss gebaut und die Entwicklung der beiden Flussläufe und angrenzender Lebensräume miteinander verglichen.

Der Programmpunkt Keschern wurde mit größter Begeisterung aufgenommen. Die Schüler wurden hierfür in Forschergruppen aufgeteilt, mit Watstiefel, Kescher und Bestimmungsliteratur ausgestattet und durften nun nach Kleinstlebewesen in der Aschau suchen. Mit viel Tatendrang wurden Wasserlebewesen, wie z.B. Wasserläufer, Kleinlibellen- und Eintagsfliegenlarven sowie Bachflohkrebse gekeschert und bestimmt.

Beim Abschlussspiel wurden die großen und kleinen Tierarten als Magneten ihren natürlichen Lebensräumen auf dem Fluss-Fisch-Mobil zugeordnet, um so das Wissen zu festigen. Drei Stunden lang wurde so mit den Schülern das Thema Fließgewässer mit viel Begeisterung behandelt. „Mit dem Fluss-Fisch-Mobil haben wir eine tolle Möglichkeit, den Kindern und Erwachsenen die faszinierenden Gewässerlebewesen, darunter auch heimische Fischarten, näherzubringen. Gleichzeitig können wir die Bedeutung der natürlichen Strukturen in einem Gewässer wie Kies, Wasserpflanzen und Holz, die zum Überleben der Fische und vieler Gewässerlebewesen notwendig sind, mit unserem Bildungsprogramm aufzeigen“, so Anke Willharms, Mitarbeiterin bei der Aktion Fischotterschutz.

Bis 2024 wird das Fluss-Fisch-Mobil an die Aller und ihre Nebengewässer auf Anfrage zu Schulklassen oder anderen Gruppen aus folgenden Landkreisen und Städten im Land Niedersachsen kommen: Celle, Gifhorn, Heidekreis, Helmstedt, Hildesheim, Nienburg, Peine, Region Hannover, Verden, Wolfenbüttel, Braunschweig und Wolfsburg. Das Bildungsangebot wird durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt und das Land Niedersachsen gefördert und ist kostenfrei.

Das Projekt „Artenvielfalt in der Aller – Neue Lebensräume für die Barbe“ ist ein Naturschutzprojekt der Aktion Fischotterschutz e.V.. Ziel des Projektes ist es, die Fischart Barbe wieder im Einzugsgebiet der Aller zu stärken und ihre Ausbreitung sowie die biologische Vielfalt in den Fließgewässern im südöstlichen Niedersachsen zu fördern. Hierfür sollen vielfältige, strukturreiche Habitate entwickelt und vernetzt werden, die die Voraussetzung für eine starke Barbenpopulation und eine gewässertypische Zusammensetzung der Fischarten sind. Das Projekt wird über das Bundesamt für Naturschutz im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt mit Mitteln des Bundesumweltministeriums sowie durch das Land Niedersachsen gefördert.