Eurokrise dämpft auch regionale Konjunktur

Von Redaktion | am Fr., 13.07.2012 - 19:40

Die regionale Konjunktur hat nach kurzem Anstieg zu Jahresbeginn im zweiten Quartal einen Dämpfer erhalten. Der Konjunkturklimaindex fiel um neun Punkte auf 109 von 200 möglichen Punkten. Damit erreicht der Index ein Zweijahrestief, kann sich aber noch über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre behaupten. Die regionale Konjunkturentwicklung folgt damit dem niedersächsischen Gesamttrend. Das ermittelte die Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg in einer Befragung von rund 300 Unternehmen in der Region.

 

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Der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Martin Exner stellte die Ergebnisse vor: „Die Unternehmen bewerten die aktuelle Lage deutlich kritischer als noch im Sommer 2011. Vor allem aber sind sie mit Blick auf die Euro-Krise vorsichtiger in ihren Erwartungen.“ Die Beschäftigungspläne werden davon bislang nicht beeinflusst, allerdings reduzieren die Betriebe ihre Investitionsplanungen. Neben steigenden Energie- und Rohstoffpreisen und dem Fachkräftemangel bereitet vor allem die Entwicklung der Binnennachfrage Sorge. Sie bildete in den zurückliegenden Monaten das konjunkturelle Rückgrat.

Nachdem die Industrie sich von den Auswirkungen der Euro-Krise im Sommer 2011 zunächst schnell erholt hatte, machen sich die Unsicherheiten in Südeuropa nun erneut bemerkbar. Die Neubestellungen aus dem Ausland gehen zurück, was für eine deutliche Eintrübung der Geschäftslage und auch der Zukunftsaussichten sorgt.

Das Baugewerbe kann momentan auf volle Auftragsbücher verweisen. Mit Blick auf das Jahresende gehen die Prognosen saisonbedingt erwartungsgemäß zurück.

Der Einzelhandel fährt seine Geschäftserwartungen zurück. Nur noch 24 Prozent der Betriebe rechnen mit verbesserten Geschäften. Im Frühjahr überwog bei 37 Prozent der Befragten noch der Optimismus. Die gegenwärtigen Lage bewerten die Einzelhändler dagegen immer noch gut.

Die Lage im Großhandel hat sich stabilisiert. Die Bewertung der derzeitigen Situation fiel zwar schlechter aus als noch im Frühjahr, doch rechnen nun weniger Unternehmen mit einem weiteren Rückgang.

Den höchsten konjunkturellen Stand der Hauptbranchen erreicht erneut das Dienstleistungsgewerbe. Hier bleiben die Erwartungen auf hohem Niveau.