HERMANNSBURG/BANGUI. Das ev. luth. Missionswerk äußert sich besorgt über die aktuelle Lage in der Zentralafrikanischen Republik. In einer Pressemitteilung nimmt das Missionswerk den jüngsten Angriff auf Christen zum Anlass, die Situation in den Fokus zu rücken:

Rebellengruppen griffen am Sonntag während der Messe die Gläubigen in einer katholischen Kirche im Bezirk Fatima südlich der Hauptstadt Bangui der zentralafrikanischen Republik an. Bei dem Angriff wurden 15 Menschen getötet, darunter der Pfarrer, und 200 verletzt. „Es ist unser Wunsch, dass Sie uns weiterhin im Gebet begleiten, damit eine Lösung für die Krise in der ZAR gefunden wird“, bittet Dr. Samuel Ndanga-Toué, Präsident der Ev.-luth. Kirche der Zentralafrikanischen Republik (EELRCA) in einer Mail an Pastor Michael Thiel, Direktor des Ev.-luth. Missionswerkes Niedersachsen (ELM). „Wir sind in Gedanken und mit unseren Gebeten bei unseren Geschwistern in dem Land, das seit Jahren nicht zur Ruhe kommt“, so Thiel.

„Nach diesem traurigen Ereignis ist wieder ein wenig Ruhe in Bangui eingekehrt, aber die Situation bleibt angespannt“, berichtet Ndanga-Toué weiter. Unzufriedene Bevölkerungsgruppen hätten in diesem Stadtteil Barrikaden errichtet, weil die Regierung und die Multinationale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in der ZAR (MINUSCA) nicht genug täten, um sie vor den Ausschreitungen der Rebellen zu schützen, so Ndanga-Toué.

„Mit großer Bestürzung hören wir von erneuten Übergriffen von Rebellengruppen in der Zentralafrikanischen Republik, von dem auch unsere lutherische Partnerkirche betroffen ist“, sagt Dr. Mirjam Laaser, Leiterin der ELM-Abteilung Internationale kirchliche Zusammenarbeit (IkZ). Bereits vor knapp zwei Wochen berichtete Ndanga-Toué, dass die
Rebellen 350 Kilometer von Bangui entfernt in das Land eingedrungen seien. Dabei wies er bereits auf deren
Unzufriedenheit mit der erzwungenen Entwaffnung im Rahmen der Abrüstungsmaßnahmen von MINUSCA hin. „Im Moment fragen wir uns, was werden sie endlich tun? Werden sie auf Bangui gehen? Oder sind sie da, um die Regierung einzuschüchtern, wie sie es oft tun?“, so Ndanga-Toué damals.

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