CELLE. „Sei es das Hakenkreuz auf der Schultoilette, eine rassistische Äußerung beim Elternabend im Kindergarten oder das Familienmitglied, das im Verdacht steht, sich religiös zu radikalisieren – extremistische Erscheinungen unterschiedlichster Art gehören selbst in Kitas und Grundschulen zunehmend zur Tagesordnung. Pädagoginnen und Pädagogen stehen dem oft verunsichert gegenüber. Extremistische Phänomene wie Rechtsextremismus, Salafismus oder Antisemitismus werden auch im Umfeld von Schule und Kindergarten beobachtet. Haltungen und Einstellungen werden vom Elternhaus oder Bezugspersonen auf die Kinder übertragen und halten so Einzug in den pädagogischen Raum“, erklärt Kai Thomsen, Projektleiter im Zentrum für systemisch-interkulturelle Prävention (SIP) in Celle. Als Modellprojekt des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Programms „Demokratie leben!“ arbeitet und forscht das Team des SIP-Zentrums seit 2016 an wirksamen Strategien und praktischen Handhabungen, die pädagogischen Fachkräften für diese vermehrt auftretenden Fälle an die Hand gegeben werden können.

Gemeinsam mit ausgewiesenen Fachexperten aus Verfassungsschutz, Kultusministerium, Beratungsstellen und der Kirche möchte das SIP-Zentrum Celle bei seiner dritten landesweiten Fachtagung unter dem Titel „Ausgrenzung – Abgrenzung – Dialog“ am Montag, 4. Dezember 2017 von 13 bis 21 Uhr, die vielschichtige Thematik des Extremismus in Kita und Grundschule aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und erfolgreiche systemische Modelle im Umgang mit diesem Thema vorstellen.
Die Fach-Referentinnen und -Referenten bilden hierbei einen breiten Querschnitt ab: Sie kommen sowohl aus dem ländlichen als auch aus dem städtischen Raum und vertreten darüber hinaus pädagogische Institutionen, Staat, Kirche aber ebenso die Zivilgesellschaft.

Vorträge zur aktuellen Lage des Extremismus in Niedersachsen oder dazu, wie sich selbst kaum wahrgenommene Kleinigkeiten im Umfeld auf die Entwicklung von Kindern auswirken, bieten einen Einstieg in die Materie. Sich daran anschließende Workshops zu Themen wie „Erlebniswelt Rechtsextremismus – Wie die Rechte um unsere Kinder kämpft“, „Alltagsrassismus und rechtsextreme Orientierungen – Elternarbeit zwischen Wertschätzung und Positionierung“ oder „Umgang mit religiösen, extremistischen Erscheinungsweisen“ gehen dann anhand realer Vorkommnisse in Niedersachsen auf konkrete Handlungsmöglichkeiten ein. Die Teilnehmenden können zudem eigene Fälle und Erfahrungen einbringen, für die gemeinsam Vorgehensweisen besprochen, aber auch die Grenzen eigenen Handelns aufgezeigt werden.

Die Tagung wird durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gefördert.
Tagungsgebühr: 25,00 Euro
Angehörige von Kita-Trägern der Modell-Kitas: 10,00 Euro
Student/innen, Schüler/innen: 10,00 Euro
Angehörige von Modell-Kindergärten im Rahmen von SIP: keine Gebühr
Weitere Informationen zu Programm, Referenten usw. der 3. SIP-Fachtagung sind unter www.sip-zentrum.de abrufbar. Dort ist auch eine direkte Anmeldung möglich. Veranstaltungsort ist das Urbanus-Rhegius-Haus, Fritzenwiese 9, 29221 Celle.
Kontaktadresse:
CD-Kaserne gGmbH
Zentrum für systemisch-interkulturelle Prävention
Modellprojekt im Rahmen „Demokratie Leben!“
Hannoversche Straße 30b
29221 Celle
Tel.: 05141-97729-0
Ansprechpartner/innen in der CD-Kaserne:
Kai Thomsen (Projektleitung): kai.thomsen@sip-zentrum.de
Gerd Janke (Projektreferent): gerd.janke@sip-zentrum.de
Ilona Janke (Pädagogische Koordination): ilona.janke@sip-zentrum.de
Stefanie Fritzsche (Organisation & Öffentlichkeitsarbeit): stefanie.fritzsche@sip-zentrum.de

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