Ergänzend zu unserem Bericht von gestern teilen Polizei und Staatsanwaltschaft mit, dass der Gesuchte Axel H. von ägyptischen Polizeibeamten in einem Internetcafe in Kairo festgestellt wurde, nachdem den dortigen Behörden aktuelle Hinweise auf einen möglichen Aufenthaltsort mit dem Rechtshilfeersuchen übermittelt wurden.

H. führte die Beamten zu einer Wohnung in Kairo, in der sich auch die vier Kinder befanden.Nachdem sie anhand ihrer Personaldokumente eindeutig identifiziert worden waren, wurden alle fünf Personen mit ihrem Gepäck zur  Generalstaatsanwaltschaft in Kairo gebracht. Zur Vermeidung der Auslieferungshaft stimmte der Beschuldigte dort seiner sofortigen Ausreise mit den Kindern aus Ägypten zu. Auf der von der Botschaft und dem Auswärtigen Amt organisierten Rückreise wurden sie von deutschen Polizeibeamten begleitet, die H. und seine Kinder im Gebäude der Generalstaatsanwaltschaft übernommen hatten.

Weitere Einzelheiten zu den den ägyptischen Behörden übermittelten Hinweisen können aus polizeitaktischen Gründen nicht veröffentlicht werden.

„Die Nachricht über die Ankunft in Deutschland haben wir alle mit großer Erleichterung aufgenommen“ – so reagiert Landrat Klaus Wiswe für den Landkreis Celle auf die Nachricht, dass die vier aus Hermannsburg entführten Kinder seit gestern wieder bei ihrer Mutter sind. „Wir wünschen der Familie alles Gute und vor allen Dingen, dass die Kinder diese Erfahrungen schnell verarbeiten.“

Nach der ersten psychologischen Betreuung an einem geheim gehaltenen Ort wird dann bald auch das Kreisjugendamt seine Arbeit aufnehmen. Dazu sagt Andreas Reimchen, der als Leiter des Kreisjugendamtes die Familie seit ihrer Ankunft in Frankfurt begleitet: „Für uns beginnt jetzt die Aufgabe, die Familie nach dieser traumatischen Erfahrung und den ungewissen Wochen darin zu unterstützen, möglichst bald wieder ein halbwegs normales Familienleben zu führen. Der Fall ist natürlich für unsere Arbeit schon eine außergewöhnliche Situation. Aber die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreisjugendamtes sind hervorragend ausgebildet, Familien pädagogisch zu begleiten.“

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