Feldbegehung im Finkenherd und Prospektion an der Gertrudenkirche

Von Redaktion | am Mo., 10.03.2014 - 19:25

Am 8. März trafen sich die in Altencelle forschende Archäologin Dr. Cornelia Lohwasser, der Kulturlandschaftsforscher Florian Friedrich, der Vorsitzende der Fördergemeinschaft Historisches Altencelle e.V. Dieter Reinebeck, sowie Angehörige der Sondengängergemeinschaft-Allertal zu einer Feldbegehung im Finkenherd zwischen Altencelle und Lachtehausen.

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Hintergrund ist die Planung des dritten/mittleren Abschnitts der Celler Ortsumgehung. Durch die Straßenbauarbeiten wird das Celler Kulturdenkmal „Finkenherd“ mindestens tangiert werden, so Friedrich. Dabei finden sich im Gelände noch Spuren des einstigen Fangbereiches, welcher wohl bereits in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts genutzt wurde. Ein gut sichtbarer Erdwall umgibt das Areal, in dem früher der fürstliche Vogelfänger – der so genannte Federschütz – unterschiedliche Vogelarten bejagte. Auch in Beedenbostel, Osterloh, Wolthausen und Winsen wurden solche Vogelfanganlagen nach 1670 unterhalten. Die erlegten Vögel wurden an die Hofküche des Celler Schlosses geliefert. Es sei sehr bedauerlich, dass bisher kaum Nachforschungen zu diesem bedeutenden Celler Kulturdenkmal unternommen wurden, meint Friedrich. Die Suche gestaltet sich jedoch nicht einfach, zumal im Gelände - außer dem Wall - kaum Spuren der Vogeljagd zu finden sind. Gemeinsam mit Dr. Lohwasser, den Heimatforschern und Sondengängern war es nun möglich untersuchungsrelevante Stellen innerhalb des Finkenherdes ausfindig zu machen. Technische Geräte kamen dabei noch nicht zum Einsatz. Der nächste Schritt könnte eine Untersuchung mit Metalldetektoren und/oder eine Prospektion mit einem Magnetresonanzgerät sein, um mögliche verborgene Bodenstrukturen zu untersuchen.

Im Anschluss fand eine Prospektion an der Gertrudenkirche in Altencelle statt. Gemeinsam mit Dr. Lohwasser untersuchten Mitglieder der Sondengänger-Gemeinschaft Allertal eine Fläche zwischen der Kirche und einem Altarm der Aller.

Neben Müll, Metallschrott und „modernen“ Funden, wie verschossenen Patronenhülsen, kamen auch Knöpfe, eine Musketenkugel, ein Teil einer silbernen Gabel und etliche Scherben unterschiedlichster Datierung zu Tage.
Viele der Metallfunde müssen erst gereinigt und bestimmt werden, bevor man genau sagen kann, in welchem Zusammenhang sie stehen. Dr. Lohwasser plant weitere Untersuchungen, über die sie bereits im Rahmen ihres kürzlich erfolgten Vortrages informierte.

Eine gute Zusammenarbeit zwischen Archäologen, Denkmalschutzbehörden, Heimatforschern und (genehmigten) Sondengängern ist gerade bei großen Bauvorhaben unverzichtbar. Besonders, wenn Bodeneingriffe das Landschaftsbild nachhaltig und unwiederbringlich verändern, ist es wichtig, dass entsprechende Spuren der Geschichte vorab gesichtet und gesichert werden.

Weitere Informationen sind auf den Seiten „Heimatgeschichte Landkreis Celle: Found Places“ sowie „Sondengänger-Gemeinschaft Allertal“ verfügbar.
Text/Fotos: Hendrik Altmann