"Fenster des Monats": AFS wirbt in Hermannsburg

Gesellschaft Von Peter Fehlhaber | am So., 21.06.2020 - 12:02

HERMANNSBURG. Jahrelang war Heike Rochell ehrenamtliche Mitarbeiterin in der regionalen Vereinsarbeit des AFS Interkulturelle Begegnungen e.V. im Landkreis Celle. Nun hat die Sülzerin eine ungewöhnliche Aktion realisiert: in Hermannsburg dekorierte Rocherll das Schaufenster eines lokalen Handarbeitsladens im AFS-Design. Ihr Ziel: "Ein kreatives Lebenszeichen der Jugendaustauschorganisation an die Außenwelt".

Für die Schaufenstergestaltung folgte sie einem Aufruf bei Facebook. Johanna Ottermann, Besitzerin des Handarbeitsgeschäftes, stellt eines ihrer Schaufenster regelmäßig gemeinnützigen Einrichtungen aus der Umgebung zur Verfügung, damit sie sich präsentieren können. Das Format heißt „Fenster des Monats“ - eine gute Möglichkeit für AFS und andere Vereine, auf eine kreative und ungewöhnliche Art und Weise in Hermannsburg gesehen zu werden. 

Ursprünglich war die Gestaltung des Schaufensters rund um die Gedenkfeier zum 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Bergen-Belsen im April geplant. "Die Veranstaltung hätte für AFS große Bedeutung gehabt, da die Geschichte und die Identität des Vereins eng mit der Befreiung des Konzentrationslagers damals verbunden sind. Viele zur Gedenkfeier geladene Gäste sollten in Hermannsburg untergebracht werden", so Rochell, die mit dem AFS-Schaufenster einen kreativen Willkommengruß für die Besucher schaffen wollte.

Mit den Corona-Maßnahmen änderten sich die Dinge auch hier. Nicht nur die Gedenkfeier wurde abgesagt, auch wurden alle laufenden Programme von AFS im In- und Ausland beendet. Davon war auch ihre Tochter Riona betroffen, die aus ihrem Austauschjahr in Argentinien vorzeitig nach Hause kommen musste. 

"Ich bin eine waschechte AFSerin und wir sind eine AFS-Familie durch und durch", schwärmt die Ehrenamtliche. Sie ist 1981/1982 selbst mit dem Schüleraustausch-Verein nach Australien gegangen. Diese Erfahrung war und sei bis heute eine der prägendsten und wichtigsten Etappen in ihrem Leben. Seitdem sei AFS ein Teil von ihr und aus ihrem Alltag nicht mehr wegzudenken.