ESCHEDE/BEINENBÜTTEL. Am vergangenen Wochenende durfte die erste Herren des TuS Eicklingen in der 1. Bezirksklasse Tischtennis gleich zweimal antreten. Am Freitagabend zuhause gegen Eschede und einen Tag später auswärts in Bienenbüttel. Wollten die Eicklinger den Kampf um den dritten Platz, der zum Antritt  in der neuen Bezirksliga in der nächsten Saison berechtigt, gegen die direkten Konkurrenten aus Oldendorf und Westercelle nicht vorzeitig aufgeben, dann mussten zwei Siege her.

Am Freitagabend in eigener Halle gegen den Tabellenvorletzten Eschede war natürlich ein deutlicher Sieg eingeplant, so dass der leicht angeschlagene Jörg Schepelmann und Dietmar Siefert geschont werden konnten für die Begegnung am nächsten Tag in Bienenbüttel. Bereits in den Eingangsdoppeln zeigte sich gleich, wer „Herr im Hause“ ist. Alle drei Doppel waren durchaus umkämpft, aber letztlich setzte sich immer die Eicklinger Paarung durch. Das neu formierte Doppel Scavarda/Pröve gewann in vier Sätzen gegen Priestley/Papendieck und ist durchaus für die nächsten Begegnungen eine Alternative.

Jeweils in fünf Sätzen gewannen Söhnholz/Meier wie auch Gierke/Weiß ihre Begegnungen. Anschließend holte Eschede den ersten Punkt durch den langen Aufschlag-Künstler Holger Brandes, gegen den Tim Söhnholz an diesem Abend einfach keine Einstellung fand. Besser machte es Markus Scavarda parallel gegen Bergmann-Thies. Souverän und deutlich wies er den jungen Escheder beim 11:7, 11:7 und 11:4 in seine Schranken. Die Eicklinger Mitte punktete anschließend doppelt. Die harten Vorhand- und Rückhand-Peitschen von Albrecht Meier konnte sein Gegenüber Papendieck nur bedingt retournieren. Mit 11:8, 11:7 und 11:6 musste dieser die Überlegenheit von Albrecht anerkennen.

Durch die Ausfälle von Dietmar Siefert und Jörg Schepelmann rutschte Axel Gierke ins mittlere Paarkreuz. Er löste seine Aufgabe gegen Geoffrey Priestley wie gewohnt sehr abgeklärt und sicher und ließ dem gebürtigen Engländer letztlich keine Chance, so dass die Anzeigentafel jetzt ein deutliches 6:1 anzeigte, bevor das untere Paarkreuz an die Tische musste. Hier hatte Frank Weiß gegen den jungen Schimanski das Nachsehen. Der beruflich bedingte Trainingsrückstand machte sich hier gerade in den letzten Ballwechseln der einzelnen Sätze bemerkbar.

Carsten Pröve musste trotzt 2:0 Satzführung noch in den fünften und entscheidenden Satz gegen Höntsch. Hier fand er rechtzeitig wieder zur anfangs gezeigten Souveränität zurück und holte den Punkt zum 7:2. Anschließend folgten im oberen Paarkreuz noch zwei sehr ansehnliche Begegnungen zur Freude der anwesenden Zuschauer. Im Spitzenspiel des Abends zeigte Markus Scavarda erneut, dass er zu alter Stärke zurückgefunden hat und in dieser Form sicher einer der stärksten Akteure in der gesamten Liga ist. Völlig unbeeindruckt von den raffinierten Aufschlägen des ca. 2,05 m großen „Schlackses“ Holger Brandes demonstrierte Markus Scavarda beim 11:6, 9:11, 11:8 und 11:4 die gesamte Bandbreite des modernen Tischtennis-Sports. Alle Zuschauer waren sich einig: „Das war auch in der B-Note allererste Sahne“.

Den Schlusspunkt setzte Tim Söhnholz, der sich jetzt stark verbessert präsentierte und Bergmann-Thies letztlich keine Chance ließ. Mit 9:2 Punkten war der angepeilte Kanter-Sieg in „trockenen Tüchern“. „Das war ein typischer Pflichtsieg, den du aber auch erstmal so durchziehen musst. Insgesamt eine gute Leistung, auf die wir aufbauen können“, so Kapitän Weiß nach der Partie.

Bereits 20 Stunden später standen die Eicklinger Akteure wieder an den Tischen in der Bienenbüttler Arena in leicht veränderter Aufstellung ohne Markus Scavarda, aber wieder mit Jörg Schepelmann und Dietmar Siefert. Letztgenannter verlor gleich sein Eingangsdoppel mit Carsten Pröve gegen das Bienenbüttler Spitzendoppel Lars Maroska/Kai Elvers. Lag es an den neuen Plastikbällen oder an dem kurzfristig ausgetauschten Tisch? Man weiß es nicht. Die beiden anderen Eicklinger Doppel konnten aber ihre Begegnungen erfolgreich gestalten. Die eingespielten Paarungen Söhnholz/Meyer und Schepelmann/Gierke sorgten damit für die erste Eicklinger Führung.

Den direkten Ausgleich verdankten die Bienenbüttler ihrer Nr. 1, Lars Maroska, gegen den Dietmar Siefert nie zu gewohnter Form fand. Ganz anders Tim Söhnholz, der mal wieder wie ein echter Spitzenspieler agierte und immer die bessere Antwort hatte auf das variable Angriffsspiel seines Gegners Kai Elvers. Im mittleren Paarkreuz konnte Jörg Schepelmann seinen Punkt kampflos verbuchen gegen Sabine Hedder, die gesundheitsbedingt „abschenkte“. Der Mann mit der Pferdelunge auf Eicklinger Seite, Albrecht Meier, hatte es mit dem Halbdistanz-Spieler Waltje zu tun, der sich letztlich dem kompromisslos auf Angriff spielenden Eicklingers geschlagen geben musste.

Carsten Pröve lag bereits mit zwei Sätzen hinten bevor er endlich sein gewohntes Niveau erreichte und die Sätze drei und vier für sich entscheiden konnte. Leider ließ er im letzten Satz wieder etwas nach und sein Gegenüber Berkowsky konnte für Bienenbüttel den dritten Punkt verbuchen. Das sollte dann aber auch der letzte für die Gastgeber sein. Axel Gierke blieb an diesem Wochenende ungeschlagen und konnte auch gegen Jan Elvers mit einer starken Angriffsleistung punkten. Mit herrlichen Vorhand-Topspins zwang er seinen Gegner in die Defensive, aus der sich dieser nur sehr selten befreien konnte. Nach vier Sätzen stand Axel als Sieger fest.

Anschließend folgte eine hochdramatische Begegnung zwischen Dietmar Siefert und Kai Elvers, bei der sicher alle Zuschauer zum Schluss mit feuchten Händen und die Bienenbüttler auch mit feuchten Augen zuschauen mussten. Mit 11:6 und 11:9 holte sich der konzentriert spielende Bienebüttler die ersten beiden Sätze. Dann konnte der Eicklinger endlich seine sehr guten Trainingsleistungen der letzten Wochen auch im Spiel umsetzen und gewann die Sätze drei und vier mit 11:1 (!) und 11:9. Der letzte Satz war dann nichts für schwache Nerven. Nach ausgeglichenem Beginn lag der Bienenbüttler nach kurzer Schwächephase von Dietmar Siefert bereits mit 10:6 vorne und sah schon wie der sichere Sieger aus. Was keiner mehr für möglich hielt, geschah. Siefert sammelte Punkt für Punkt und konnte zum 10:10 ausgleichen. In der Verlängerung hatte der Bienenbüttler erneut zwei Matchbälle, die Siefert mit stoischer Ruhe und platzierten Schnittbällen abwehren konnte.

Letztlich auch ein wenig glücklich hatte Dietmar Siefert am Ende mit 15:13 das bessere Ende für sich zum 8:3. Da Sabine Hedder auch gegen Albrecht Meier gesundheitsbedingt auf einen Start verzichtete, stand der 9:3 Sieg der Eicklinger Equipe fest. „Ich denke wir haben an diesem Wochenende alles richtig gemacht und mit zwei deutlichen Siegen nochmal etwas Druck aufgebaut auf Oldendorf und Westercelle. Das werden jetzt echte Endspiele für uns, auf die wir uns sehr freuen“, so Frank Weiß.

Zuerst geht es jetzt am 24.03. in eigener Halle gegen Oldendorf. Danach werden die Eicklinger schlauer sein, ob noch was geht in Sachen Aufstieg

Text und Foto: Carsten Pröve, Pressewart TuS Eicklingen TT

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