CELLE. Die Vorbereitung der niedersächsischen Steuerverwaltung auf die großen Herausforderungen in den kommenden Jahren erklärte Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers bei seinem heutigen Besuch des Finanzamtes Celle: „Die fortschreitende Digitalisierung der Steuerverwaltung und die Tatsache, dass in den kommenden Jahren viele Kolleginnen und Kollegen in den wohlverdienten Ruhestand treten, stellen große Anforderungen an uns. Ebenso wie die weiterhin rasanten Veränderungen im Steuerrecht und der Kampf gegen Steuerhinterziehung“, so Hilbers.

Ihm sei es wichtig, sich mit den Beschäftigten der Steuerverwaltung persönlich auszutauschen. „Ohne die engagierte Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Finanzämtern können wir die vor uns liegenden Aufgaben nicht erledigen.“ Darum besuche er regelmäßig Finanzämter, um vor Ort zu hören, vor welchen Herausforderungen die Beschäftigten täglich stehen und wo sie Verbesserungspotenzial sehen.

Im Finanzamt Celle arbeiten 198 Bedienstete. Hinzu kommen neun Steuer- sowie zehn Finanzanwärterinnen und -anwärter. Der Finanzamtsbezirk umfasst die Stadt und den Landkreis Celle. Sein Steueraufkommen betrug im Jahr 2017 rund 547 Millionen Euro. Das Steueraufkommen aller 57 niedersächsischen Veranlagungsfinanzämter belief sich im Jahr 2017 auf rund 36,4 Milliarden Euro.

Das Thema Digitalisierung werde künftig noch stärker in den Fokus rücken und die Arbeitsbedingungen in den Finanzämtern ganz wesentlich verändern. Für den Bereich der Steuer-IT strebt Hilbers den Ausbau der Kooperationen sowohl im Länderverbund insgesamt als auch speziell mit den anderen Nordländern an. Um die Zusammenarbeit zu erleichtern und den Aufwand an Programmierung und Verfahrensbetreuung zu reduzieren, ist vorgesehen, die bisherigen Arbeitsplatzbetriebssysteme im steuerlichen „Konsens“-Verbund zu vereinheitlichen.

Schon heute biete die Steuerverwaltung mit dem Verfahren ELSTER (Elektronische Steuererklärung) und seinem Online-Portal „Mein ELSTER“ eine der bundesweit erfolgreichsten E-Government-Anwendungen an. Beim Finanzamt Celle würden bereits gut 61 Prozent der Einkommensteuererklärungen elektronisch abgegeben.

Die Abgabe einer elektronischen Steuererklärung sei für alle Beteiligten vorteilhaft, betonte Hilbers. Das Finanzamt müsse die Daten nicht mehr eingeben und die Bürgerinnen und Bürger könnten in den Folgejahren viele Daten aus dem Vorjahr elektronisch übernehmen. Auf die Abgabe einer Papiererklärung könne zukünftig ganz verzichtet werden. Voraussetzung dafür sei, dass die Bürger sich vorab registrieren. „Wir arbeiten weiter daran, die Abgabe der Steuererklärung möglichst einfach zu machen und den zeitlichen Aufwand zu minimieren“ so Hilbers. Papierbelege wie z. B. Spendenquittungen müssen mit der Steuererklärung für das Jahr 2017 erstmalig nicht mehr beim Finanzamt eingereicht werden, um Aufwendungen erfolgreich geltend zu machen. Die Belege sind aufzubewahren und nur auf konkrete Anfrage dem Finanzamt nachzureichen.



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