Flaschenpost statt Messengerdienst - Aktion der Mehrgenerationenhäuser in Corona-Zeiten

Gesellschaft Von Extern | am Mi., 10.06.2020 - 17:24

NIENHAGEN/CELLE. Wer hat schon einmal eine Flaschenpost erhalten oder sogar selbst eine ins Meer geworfen? Wurde sie gefunden und beantwortet? Zugegeben - in Zeiten von Messenger-Diensten und Sozialen Medien ist es heute viel schneller möglich, andere Menschen kennen zu lernen. Aber oft ähneln uns diese Menschen: Sie leben in vergleichbaren Lebenssituationen und haben vermutlich sogar zu vielen Themen 'unsere' Meinung. Warum nicht einmal wieder ein kleines Wagnis eingehen? Jemanden kennen lernen, der 'anders' ist und sich darüber freut, zu erfahren, wie andere die 'Corona-Zeit' erleben", heißt es jetzt aus den Mehrgenerationenhäusern Nienhagen und Celle.

Orte des lebendigen Austauschs und offener Begegnungsangebote gibt es bzw. gab es viele; Dazu gehören auch die beiden Mehrgenerationenhäuser in Celle und Nienhagen mit ihren Klön-Cafes, Gesprächskreisen, offenen Familiengruppen oder Frühstücksrunden; In den vergangenen Wochen wurden dort einige neue "digitale Angebote" entwickelt; doch manches lässt sich nicht "ins Netz" verlegen und dazu gehört auch das spontane Kennenlernen anderer Menschen.

So starten nun beide Häuser mit einer Aktion "Flaschenpost - von Mensch zu Mensch": Wer eine Flaschenpost schreibt und diese zu den Öffnungszeiten der Häuser abgibt, erhält eine "fremde Flaschenpost" von einem oder einer Unbekannten. Wer nicht seine Adresse preisgeben möchten, kann über eine Nummer ein Antwortschreiben erhalten. "Einfach mal wieder schreiben..., vielleicht zu der Frage: Was werde ich tun, wenn die Corona-Zeit vorbei ist", ermuntert Cordula Sommer, Leiterin des Celler Mehrgenerationenhauses. 
"Es muss nicht alles immer schneller werden in dieser Welt", ergänzt ihre Kollegin Simone Welzien aus Nienhagen. "Vertrauen wächst langsam... und kleine Überraschungen bereichern den Alltag!"