FEUERSCHÜTZENBOSTEL. Die Mitglieder des Fliegenfischer-Club Feuerschützenbostel e.V. haben in den vergangenen Wochen einhundert Erlensetzlinge an der Örtze gepflanzt. Viele der alten Bäume seien von einem Pilz befallen gewesen, der die Bäume binnen einer Saison absterben ließ. Damit ging nicht nur die notwendige Uferbefestigung, sondern auch wertvoller Lebensraum und wichtiger Schattenspender für das Gewässer verloren.

In einer Pressemitteilung des Fliegenfischer-Clubs heißt es: Derzeit sieht es etwas futuristisch entlang der Örtze bei Feuerschützenbostel aus, weil die noch sehr hellen Wuchshilfen wie kleine Litfasssäulen anmuten. Diese Wuchshilfen sollen aber nicht nur durch ein in den Röhren entstehendes Mikroklima den Wuchs fördern, sondern auch dem Verbiss der noch empfindlichen Bäumchen durch Wildtiere Einhalt gewähren. Am unteren Ende sind die Röhren mit vielen Löchern versehen, sodass etwaiges Wasser abfließen kann und die Luft leicht zirkuliert. Die noch zarten Bäumchen können wie in einem kleinen Gewächshaus darin aufwachsen. In einigen Jahren werden die zu 100% biologisch abbaubaren Röhren vergehen, oder durch die Kraft der Stämme aufgesprengt. Übrig bleiben dann nur noch ein Pflanzstab aus heimischen Gehölzen, sowie eine neue Erle, die hoffentlich zu einem stattlichen Baum heranwächst.

Das Wurzelwerk der Erlen bietet nicht nur dem Ufer Schutz vor Ausspülungen, sondern es finden auch viele Fischarten und Krebse darin Unterschlupf. Das gut vergängliche Laub stellt eine wichtige Nahrungsquelle für viele Insekten und Kleinstlebewesen dar. Durch die Beschattung wird die Wassertemperatur niedrig gehalten und ungewollter Pflanzenwuchs, der zur Versandung der Kiesbänke führt, wird eingedämmt. Die grobkörnigen und sauerstoffdurchfluteten Kiesbänke sind wichtige Laich- und Aufwuchsstätten, nicht nur für viele Fischarten, sonder auch für eine Vielzahl von Insektenlarven, Schnecken und Krebstierchen. Wenn dann später auch noch verschiedene Vogelarten ihre Nistplätze in den Bäumen bauen können, bieten die Erlen von den Wurzeln bis in die Kronen wichtige Lebensräume.

„Gemeinsam mit dem Unterhaltungsverband Örtze, der Zustimmung des Verpächters unserer wunderschönen Örtze-Strecke, sowie vieler fleißiger Hände, konnten wir dieses Projekt im Spätherbst verwirklichen“, sagt Timo Seiser, der Vorsitzende des Fliegenfischer-Clubs Feuerschützenbostel e.V. Als Mitgliedsverein im Anglerverband Niedersachsen e.V., dem mitgliederstärksten, anerkannten Naturschutzverein Niedersachsens, hätten sich die Fliegenfischer aus Feuerschützenbostel nicht nur dem Fischfang, sondern auch weit greifender Naturschutzmaßnahmen verpflichtet. Neben vieler, ehrenamtlich geleisteter Stunden im Natur- und Umweltschutz, wendeten sie jährlich auch den Großteil der Mitgliedsbeiträge für die Wiederansiedlung von Lachsen und Meerforellen, sowie für den Bestandsschutz der heimischen Bachforellen und Äschen auf. Nur durch diese Maßnahmen, seien das Vorkommen und der Erhalt, wie z.B. des Eisvogel, des Otters und des Bibers, aber auch vieler gefährdeter Fisch- und Pflanzenarten entlang der Örtze möglich.

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