CELLE. In Zeiten ansteigender Hysterie stellt Florian Schroeder die Fragen, auf die es heute wirklich ankommt: Wie kommt das Böse in die Welt? Oder war es schon immer da? Und wie kriegen wir es da wieder raus? Wie nahe Gut und Böse, Liebe und Hass, Freund und Feind beieinander liegen, weiß jeder, der einmal morgens um sieben am Straßenverkehr teilgenommen hat. Am Donnerstag, 15. November 2018, ist der Kabarettist um 20:00 Uhr in der CD Kaserne Celle zu Gast. Tickets gibt es ab 24 Euro an den bekannten Vorverkaufsstellen.

Ist Folter in Ordnung, solange es die Richtigen trifft? Kann ein selbstfahrendes Auto eine moralische Entscheidung treffen? Wer entscheidet, ob ein Mensch Psychopath oder Millionär wird? Oder ist das vielleicht am Ende dasselbe? Wir wollten sein wie Gott und jetzt haben wir den Salat. Aber mit veganem Dressing! Florian Schroeder spannt in seinem neuen Programm den Bogen von großer Weltpolitik bis zur Kücheninsel am Prenzlauer Berg. Warum der böse Egoismus gut ist, wieso wir alle Betrüger sind und warum Kontrolle gut, Vertrauen aber viel besser ist.

Noch nie ging es uns so gut wie heute – und doch leben wir im Ausnahmezustand. Wir fühlen uns per-manent bedroht. Von einem Irren mit Fönfrisur im Westen, einem Irren ohne Frisur im Osten oder dem türkischen Türsteher, der das Presserecht mit Füßen tritt. Wir haben Angst vor den Rechten – außer in Silvesternächten. Dann haben wir mehr Angst vor den Fremden. Facebook weiß mehr über uns als unser eigener Partner, Gesichtserkennung auf dem iPhone oder am Bahnhof – was soll’s! Viele Menschen erkennen sich selbst nicht mehr und freuen sich, wenn es überhaupt jemand tut. Wir teilen die Menschen in „Gute“ und „Böse“. Aber können wir so viel Gutes überhaupt ertragen? Kommen wir damit auch dorthin, wo wir hin wollen? Oder nur in den Himmel? Und wenn „Gutmensch“ ein Schimpfwort ist, wollen wir dann nicht doch lieber böse sein? Nur: Die Bösen sprengen sich in die Luft, glauben an die Erlösung im Jenseits und produzieren zu viel CO2. Die Guten essen Eier von glücklichen Hühnern und tragen Uhren, die ihnen sagen, wie viele Schritte sie heute noch machen müssen. So glauben die Guten fest an das iPhone XXL und die erlösende Kraft des Bio-Supermarkts. Fundamentalismus meets Foodamentalismus.

Erleben Sie einen Abend im Ausnahmezustand: Alles ist erlaubt! Politisch, philosophisch, anarchisch. Als Kabarettzuschauer gehören Sie sowieso zu den Guten: Sie sind schön, gebildet und immer auf der richtigen Seite. Damit sind Sie in diesem Programm goldrichtig! Erwarten Sie alles, aber keine einfachen Antworten. Schließlich steckt der Teufel im Detail. Und nur im Kabarett gilt: Erst wenn es richtig böse ist, ist es wirklich gut.

Über Florian Schroeder

Florian Schroeder (Jg. 1979) hat von 2000 bis 2007 Germanistik und Philosophie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg studiert. Schon zu Studienzeiten begann er seine Bühnenkarriere als Kabarettist und Parodist, sammelte Erfahrungen als Radio- und Fernsehmoderator und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Er lebt in Berlin.

Florian Schroeder ist seit Herbst 2017 mit seinem Bühnenprogramm „Ausnahmezustand“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Tour. Er moderiert die SWR-Kabarettsendung „Spätschicht“ und hat die Bücher „Offen für alles und nicht ganz dicht“ (2011), „Hätte, hätte, Fahrradkette“ (2014) sowie „Frauen. Fast eine Liebeserklärung“ (2017) im Rowohlt Verlag veröffentlicht. Seit 2015 bringt Florian Schroeder mit der „Satireshow“ ein neues und aktuelles Format auf die Bühne – regelmäßig bei radio-eins und hr1. Mit der „Satireshow Spezial“ – dem G2-Gipfel der besonderen Art – sorgten Florian Schroeder und Peer Steinbrück im Juli 2017 für das politische Highlight des Sommers. Auf WDR 2, radioeins und hr1 ist Schroeder wöchentlich mit seinen Radiokolumnen zu hören.

Schroeder ist ein gefragter Meinungsbildner der jungen Generation und gern gesehener Gast in Talkshows. Seine Marke: die genaue Beobachtung der politischen und gesellschaftlichen Situation. Er ist immer aktuell, analysiert, bewertet und hinterfragt. Florian Schroeder bewegt sein Auditorium, er bereichert und regt zum Nachdenken an. Mit seiner Mischung aus messerscharfer Beobachtungsgabe, philosophischer Substanz und hintergründigem Humor spannt er federleicht den Bogen von Kant bis Facebook.

Pressestimmen
„Florian Schroeder ist Autor, Moderator und im Hauptberuf Provokateur.“
Süddeutsche Zeitung

„Florian Schroeder, der mittlerweile zu den Großen in der Kabarettszene gehört, gibt den Entertainer der Extraklasse mit schwarzem Humor.“
Der Spiegel

„Lustig – aber niemals platt. Politisch – aber nicht pseudo-intellektuell. Sowie einfach amüsant und sympathisch.“
Frankfurter Neue Presse

„Florian Schroeder ist der Mephisto des deutschen Kabaretts. Und als solcher führt er seine Zuhörer in die eigenen Abgründe von Gut und Böse.“
Frankfurter Rundschau



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