CELLE. Die FDP, Kreisverband Celle, hat sich auf ihrem Kreisparteitag mit dem Schwerpunkt Bildungspolitik beschäftigt. Auf Initiative des Ortsverbandes Bergen wurde über die teilweise dramatisch schlechte Unterrichtsversorgung debattiert. „Da der nicht erteilte Unterricht nicht dokumentiert wird, haben die Eltern gar nicht die Möglichkeit zu erfahren, welche Bildungschancen ihren Kindern verloren gehen. Auch die Kommunen tappen im Dunkeln, daher kann sich auch niemand gegen diesen Bildungs-Diebstahl effektiv zur Wehr setzen. Deshalb fordert die FDP die Erfassung der nicht erteilten Soll-Unterrichtsstunden mit den jeweiligen Fächern, die nach Schulen und Jahrgängen zuzuordnen sein müssen. Diese Daten sollen dann halbjährlich Kommunen und Elternvertretern zur Verfügung gestellt werden. Eltern und Öffentlichkeit muss es möglich sein, die durch Lehrermangel ausgefallenen Unterrichtsstunden einzusehen und so die Qualität der Beschulung ihrer Kinder beurteilen zu können“, so der Kreisvorsitzende Robert Kudrass. Ein entsprechender Antrag wird daher auf dem nächsten Landesparteitag der FDP eingereicht. „Wir müssen hier über diesen Weg weiterhin Druck auf das Land ausüben, nur wenn das Versagen des Kultusministeriums messbar wird, ist dort Besserung zu erwarten“, erklärte der Landtagsabgeordnete Jörg Bode.

In der aktuellen Debatte über ein weiterführendes gymnasiales Angebot im Westkreis unterstützt der Kreisparteitag die Aktivitäten der FDP-Kreistagsfraktion. Neben der jetzt eingeführten Außenstelle des HBG in Hambühren solle aber schnellstmöglich die Errichtung eines kompletten Gymnasiums im Westkreis geprüft werden. „Es ist unverständlich, warum immer noch keine ausreichenden Daten über die potentiellen Schülerzahlen für die Entscheidung vorliegen“, so FDP-Kreisvorsitzender Robert Kudrass.  Nur dann könne man auch über den geeigneten Standort aus schulischer, aber auch aus Kostensicht entscheiden. „Die FDP begrüßt ein Gymnasium mit Oberstufe (Sek. II) im Celler Westkreis“, so Kudrass nach dem Beschluss des Kreisparteitages.

Neben der Bildungspolitik beschäftigten sich die Freien Demokraten auch mit der Debatte über die FFH-Schutzgebiete. „Mir ist es sehr wichtig, dass beim Naturschutz angemessene Mittel zur Anwendung kommen, um der Bevölkerung, den Eigentümern und den Landwirten den Zugang zum FFH-Gebiet 90 „Aller“ möglich zu machen und nicht alles zu verbieten,“ erklärte Kudrass.  Die FDP beschloss, dass die neu zu schützenden FFH-Gebiete grundsätzlich als Landschaftsschutzgebiete (LSG) ausgewiesen werden sollen und nur besonders schützenswerte Bereiche innerhalb des LSG dann punktuell zu Naturschutzgebieten ausgewiesen werden können. „Wichtig ist dabei, dass der Landkreis Celle dann die Landschaftsschutzgebiete nicht mit überbordenden Verboten überzieht. Man hat manchmal schon das Gefühl, dass die Verwaltung zwar LSG draufschreibt, aber NSG reintun will. Der Kreistag darf sich hier nicht über den Tisch ziehen lassen“, so der Kreisvorsitzende Kudrass abschließend.



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