CELLE. Am Freitag fand in der Celler Innenstadt vor dem Alten Rathaus eine Mahnwache gegen den nach Ansicht der Organisatioren völkerrechtswidrigen Krieg der Türkei in Nordsyrien statt. Veranstalter war das „Celler Solidaritätskomitee für Afrin“. Die rund 25 Teilnehmer verteilten Flyer, sammelten Spenden für Heyva Sor, den „Kurdischen roten Halbmond“, der  Geflüchtete versorgt, und kamen so mit Passanten ins Gespräch.

„Seit über zwei Monaten führt das türkische Militär des faschistischen AKP-Regimes, unterstützt von dschihadistischen Gruppen, einen unrechtmäßigen Krieg gegen den selbst verwalteten Norden Syriens, vor allem im Kanton Afrin. Durch diesen Krieg sind bislang über 2000 Menschen ermordet worden, rund 900.000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen und sind auf der Flucht“, so Werner Leise, der Anmelder der Veranstaltung.

„Wir demonstrieren heute, am 60. Jahrestag des ersten Ostermarsches für den Frieden, gegen diese Angriffe und gegen die Verstrickungen der deutschen Bundesregierung mit Erdogan und seiner menschenverachtenden Politik“, sagte Leise stellvertretend für das Celler Solidaritätskomitee für Afrin. Ergänzend führte er auf, dass die deutsche Regierung „diese Kriegstreiberei sowohl mit Waffendeals als auch mit einer politischen Rückendeckung in Form einer Kriminalisierungspolitik gegen alle Proteste der Freiheitsbewegung“ unterstütze.

Dieses Verhalten der westlichen Staaten, die damit aus Sicht des Celler Solidaritätskomitees für Afrin einen „türkischen Faschismus“ unterstützen, wollen die Teilnehmer der Mahnwache nicht hinnehmen und zeigen  ihre Solidarität mit dem „demokratischen Freiheitskampf“ in Nordsyrien. „Während der Rest von Syrien in einen Krieg unterschiedlichster Parteien versunken ist, wurde im Norden des Landes eine Region stabilisiert, in der die Menschen unabhängig von ihrer Religion, Herkunft, Geschlecht und politischer Ausrichtung friedlich zusammenleben und sich selbst verwalten“, so Leise. Um dieses Projekt zu schützen, fordert das Celler Solidaritätskomitee für Afrin einen sofortigen Rückzug des türkischen Militärs und seiner Verbündeten, ein Ende der Waffenlieferungen, Abbruch aller wirtschaftlichen Beziehungen mit dem türkischen Staat, ein „Ende der Kriminalisierung von legitimen Protesten“ und die Aufhebung des PKK-Verbots hier in Deutschland.

Von nun an soll jeden Freitag Nachmittag eine Mahnwache gegen die herrschende Kriegspolitik in der Celler Innenstadt stattfinden. Der nächste Termin ist am Freitag, den 6. April, ab 16 Uhr an der Stechbahn.

 

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