Friedensaktion Lüneburger Heide kommentiert Explosion bei Rheinmetall

Gesellschaft Von Extern | am Do., 11.11.2021 - 11:06

UNTERLÜSS. Die Initiative "Friedensaktion Lüneburger Heide" kommentiert die Explosion am Rheinmetall-Standort Unterlüß in der Nacht zu Mittwoch (CELLEHEUTE berichtete) wie folgt:

"Wenige Stunden, nachdem im ganzen Land feierlich an die Novemberpogrome von 1938 mit dem Höhepunkt am 9. November gedacht wurde, die durch deutsche Militaristen und Faschisten veranstaltet wurden, fliegt in einer der größten Rüstungsbetriebe in der Bundesrepublik ein Bunker mit Munition in die Luft. Rheinmetall war im faschistischen Vernichtungskrieg dabei und hat glänzend am Tod verdient. Waffen und Munition dieser Firma sind heute überall in der Welt für Tod und Verderben mitverantwortlich.

Und nun zeigt sich, dass der Ort Unterlüß und vermutlich die ganze Region auf Bomben sitzt, die in die Luft gehen. Die tollen Arbeitsplätze der Rüstungsfirma sind nicht gut, sondern brandgefährlich. Mord und Zerstörung war nicht nur im 2. Weltkrieg, sondern findet heute in der ganzen Welt auf jedem Kriegsschauplatz statt und eben auch unmittelbar vor unserer Haustür. 

Wir fordern Politik und Behörden auf, der Sache auf den Grund zu gehen - und zwar auch folgenden Fragen: 
∙ Ist uranangereicherte Munition, deren Produktion auch in Unterlüß vermutet wird, in den Vorfall involviert? 
∙ Wie sieht es mit Waffen- und Munitionsversuchen aus, die den Bereich des Chemiewaffenverbotes tangieren? 
Aber auch die Öffentlichkeit ist gefordert. Wir appellieren an Medien, Kirchen und gesellschaftlichen und politischen Organisationen und Parteien:  
∙ Seid aufmerksam, kritisch und stellt die entscheidenden Fragen! 
∙ Was nützt die Diskussion um Klimaschutz, wenn die gefährliche Waffenproduktion und der Einsatz dieser Waffen dabei außen vor bleiben. 
∙ Waffenproduktion und Krieg sind die größten Umweltzerstörer!  

DGB- und ver.di-Funktionär H-D Charly Braun fordert: „Schluss mit dem weiteren Ausbau der Rüstungsindustrie in Unterlüß und überall. Die Explosion bei Rheinmetall macht überdeutlich, wir alle sitzen auf einem Pulverfass!“ Hans-Dietrich Springhorn, Mitglied im Sprecher*innenkreis der Vereinigten der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) Niedersachsen ergänzt: "Produktion, Kriegstraining und militärische Auseinandersetzungen bringen nicht nur Tod, Hunger und Elend, sondern sind auch die größten Klimakiller." 

Die Friedensaktion Lüneburger Heide lädt zur Mahnwache, am Sonntag 14. November 2021 um 14:00 Uhr, vor dem Haupteingang von Rheinmetall in Unterlüß ein. 

Die Rheinmetall AG nahm auf CELLEHEUTE-Anfrage zu den Statements der "Friedensaktion Lüneburger Heide" wie folgt Stellung: "Mit Produkten für die Sicherheitsvorsorge leistet Rheinmetall einen relevanten Beitrag dazu, unsere freiheitliche Grundordnung zu schützen, die unsere Werte und Grundrechte garantiert – auch die Meinungsfreiheit. Wir lassen auch kritische Positionen Andersdenkender gelten, unsachliche Stimmungsmache kommentieren wir aber nicht."