"Friedensdelegation" berichtet aus kurdischem Kriegsgebiet

Gesellschaft Von Extern | am Do., 22.07.2021 - 18:19

CELLE. Gestern Abend hat im Französischen Garten auf der Bühne am Schlösschen eine Informationsveranstaltung unter dem Motto „Erdogans neue Türkei“ statt gefunden. Teil der Veranstaltung war ein Reisebericht einer "Friedensdelegation" nach Südkurdistan (Nordirak), bei der fünf CellerInnen im Juni 2021 dabei waren.

Laut den Veranstaltern, "Rheinmetall entwaffnen" und der feministischen Organisierung "Gemeinsam Kämpfen - Für Selbstbestimmung und Autonomie" kamen rund 40 Menschen, um die aktuellen Geschehnisse in Kurdistan und den intensivierten Krieg des türkischen Staates zu verstehen. Thema sei auch die "Unterstützung verschiedenster Staaten, wie der BRD, für den faschistischen türkischen Staat durch Waffen, Geld und politische Rückendeckung" gewesen.

Zum Inhalt des Berichts teilen die Veranstalter mit: "Seit dem 23. April herrscht in den Bergen Südkurdistans ein Krieg gegen die kurdische Befreiungsbewegung, aber auch gegen die Zivilbevölkerung der Region.
Bei diesem Krieg werden immer wieder Menschenrecht und Völkerrecht gebrochen: denn das türkische Militär greift mit Giftgas und islamistischen Söldnergruppen an. Auch schreckt das Regime unter der AKP und Erdogan nicht davor zurück zivile Fahrzeuge oder Flüchtlingscamps zu bombardieren. Seit vielen Jahren baut das türkische Regime seinen Machtbereich in vielen Ländern aus – es besetzt völkerrechtswidrig Gebiete, vertreibt die Bevölkerung und richtet seine eigenen Regierungen ein. Zu all den Geschehnissen schweigen europäische Staaten und lassen keinerlei Konsequenzen folgen.

Die Friedensdelegation reiste nach Südkurdistan, um auf die Kriegssituation aufmerksam zu machen. Dabei waren über 70 Menschen aus 14 Ländern beteiligt, darunter auch ParlamentarierInnen, JournalistInnen und AkademikerInnen. Neben der militärischen Unterstützung für den türkischen Staat versucht die BRD auch die Friedensdelegation zu kriminalisieren: Menschen wurden an der Ausreise gehindert unter dem Vorwand, dass die Teilnahme bei der Friedensdelegation „ein nicht hinzunehmendes Risiko für die deutsch-türkischen Beziehungen“ sei. Auch bei der Rückreise wurden DelegationsteilnehmerInnen ohne rechtliche Grundlage von der Bundespolizei festgehalten und durchsucht. Und auch im Vorfeld der Veranstaltung kam es zu Ansprachen der Polizei gegenüber den Betreibern des Veranstaltungsortes."

Unter dem Motto „Defend Kurdistan“ finden Informationsveranstaltungen in vielen verschiedenen Städten statt, um das Schweigen in Europa über die Verbrechen zu brechen. Die TeilnehmerInnen der Delegation aus Celle waren von der feministischen Organisierung „Gemeinsam Kämpfen – Für Selbstbestimmung und Autonomie“, „Rheinmetall entwaffnen“ und dem êzîdischen Volksrat.