LÜNEBURG. Bei den Unternehmen des Gastgewerbes im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg laufen die Geschäfte besser als im niedersächsischen Durchschnitt. Das ergibt sich aus der aktuellen IHK-Saisonumfrage Tourismus. Demnach liegt der Konjunkturklimaindex des Gastgewerbes im IHK-Bezirk mit 133,5 Punkten um zehn Punkte über dem Niedersachsen-Durchschnitt, 18 Punkte mehr sind es im Vergleich zum Vorjahrswert im IHK-Bezirk. Nicht ganz so gut sieht es bei den Reisebüros und -veranstaltern aus. Sie haben mit verändertem Buchungsverhalten zu kämpfen und erreichen einen deutlich schwächeren Konjunkturklimaindex von 102,7 Punkten.

„Insgesamt ist das Konsumklima gut, es wird nach wie vor gerne und viel gereist. In Zeiten von politischen Umbrüchen und Terroranschlägen wurde wieder mehr Urlaub in Deutschland gemacht, davon profitiert auch das Gastgewerbe in unserer Region“, sagt Martin Exner, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Tourismusexperte der IHK. „Reisebüros und ‑veranstalter dagegen mussten auf die Terrorangst reagieren und mehr Reisen in Länder anbieten, die als sicher gelten. Ganz ausgleichen konnten sie die Rückgänge im Auslandsgeschäft damit allerdings nicht.“

Zweimal im Jahr – im Frühjahr und im Herbst – befragt die IHK gastgewerbliche Betriebe sowie Reisebüros und -veranstalter zur aktuellen Geschäftslage und den zukünftigen Aussichten. Auf einer Skala von 0 bis 200 schätzen die Betriebe die wirtschaftliche Lage ein. Hotels, Pensionen und Campingplatzbetreiber ziehen besonders für den Beherbergungsbereich eine positive Bilanz und erreichen hier im Schnitt rekordverdächtige 142,6 Punkte. Die Gastronomie erreicht einen Klimaindex von 123,1.

Doch auch das heimische Gastgewerbe ist nicht sorgenfrei: Weit mehr als die Hälfte (59 Prozent) klagt über offene Stellen, die schon länger nicht besetzt werden konnten. Und das Problem verschärfe sich rasant: Vor zwei Jahren lag der Anteil noch bei 44, vor drei Jahren bei 38 Prozent. Sowohl Azubis und Ausgelernte als auch Bewerber ohne abgeschlossene Ausbildung sind Mangelware. „Die hohe Nachfrage im heimischen Gastgewerbe nützt den Betrieben wenig, wenn sie wegen Personalmangels nicht bedient werden kann“, sagt Exner. Mehr Arbeitgeberattraktivität, flexiblere Arbeitszeitmodelle, die Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte und Flüchtlinge – das seien Lösungsansätze, mit denen die Unternehmen das Problem angehen wollen. Die IHK unterstützt dabei mit einem umfangreichen Beratungsangebot, das 2017 unter dem Fokusthema „Fachkräfte finden, gewinnen und binden“ weiter ausgebaut wird.

Mehr Ergebnisse aus der Umfrage sowie Informationen zum Beratungsangebot zur Fachkräftegewinnung und Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte unter www.ihk-lueneburg.de, einfach die Nummer 2969018 in das Suchfeld auf der Startseite eingeben.

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