CELLE. Als sie vor elf Jahren nach Deutschland kam, sprach sie kein einziges Wort Deutsch. Eglè Preine hat erlebt, wie es sich anfühlt, in einen anderen Kulturkreis zu wechseln und sich in einem völlig unbekannten Land zurecht zu finden. Diese biografische Erfahrung wird der in Lachendorf wohnenden Eglè Preine neben ihrer beruflichen Qualifikation helfen, den Kontakt zu Flüchtlingen aufzubauen und das Engagement der evangelischen Kirchengemeinden im Kirchenkreis zu vernetzen und zu fördern.

SONY DSCCelle Superintendent Hans-Georg Sundermann und Diakoniepastorin Dorothee Arnold-Krüger waren sich schon im Herbst einig, dass der Ev.-luth. Kirchenkreis langfristig eine Koordinationsstelle für die Flüchtlingsarbeit benötigt, um die vielen Projekte zu stärken, die in den Kirchengemeinden oft engagiert und oft sehr spontan aufgebaut worden sind. Sundermann: „Nachdem sich an vielen Orten in unserer Kirche Kreise gegründet haben, die Flüchtlingen zur Seite stehen, müssen wir diese Initiativen jetzt vernetzen – nicht nur innerkirchlich, sondern auch mit städtischen und kommunalen Angeboten.“ Denn tatsächlich gibt es immer wieder Dopplungen in den Angeboten, die bei besserer Absprache hätten vermieden werden können. Das gilt für Sprachkurse ebenso wie für Anlaufstellen für Flüchtlinge.

Eglè Preine, die in Litauen ein sprachwissenschaftliches Studium abgeschlossen und anschließend für ein litauisches Nachrichtenportal gearbeitet hat, verfügt über große Erfahrungen darin, Menschen Bereich der Wirtschaft und der Kultur zusammenzubringen. Nach nur wenigen Wochen als Koordinatorin in der Flüchtlingshilfe bestätigt sich für sie die Annahme, dass vermehrt Absprachen zwischen den Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit getroffen werden müssen. Preine: „Das ist wichtig, um auf Seiten der Ehrenamtlichen Frustrationen zu vermeiden.“ Und ihr ist wichtig zu erfahren, welche Angebote tatsächlich von den Flüchtlingen gewünscht sind. Dass ein Internetcafé in der Stadt ganz oben auf der Wunschliste steht, hat sie in ihre Überlegungen aufgenommen. Ein Objekt haben sie und Diakoniepastorin Arnold-Krüger bereits im Blick.

Gegenwärtig ist Eglè Preine aber noch dabei, die 30 Gemeinden im Kirchenkreis zu besuchen und Kontakte zu knüpfen. Und die sprachbegabte Preine will mit einem Intensivkurs Arabisch beginnen, den der Kirchenkreis zusammen mit der Familienbildungsstätte organisiert hat. Natürlich weiß sie darum, wie wichtig das Erlernen der deutschen Sprache als erster Integrationsschritt ist; aber es können ja nicht schaden, wenn Flüchtlinge merken, dass man sich auch für ihre Sprache interessiert, so Preine. Zu erreichen ist die Koordinatorin in der Flüchtlingsarbeit im Haus der Diakonie in der Fritzenweise 7 unter Telefon 05141 90903-83

Foto: Uwe Schmidt-Seffers

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.