UWG Winsen beantragt Gedenkstein für Gefallene der Bundeswehr

Politik Von Extern | am Mo., 14.10.2019 - 17:35

WINSEN/ALLER. Die Unabhängige Wählergemeinschaft Winsen/Aller hat jetzt einen Antrag gestellt, in dem Sie einen Gedenkstein für gefallene Soldaten der Bundeswehr fordert. Darin heißt es:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

die UWG-Fraktion stellt folgenden Antrag:

1.  Auf dem Friedhof im Kernort Winsen (Aller) soll ein Gedenkstein oder eine Gedenktafel oder Ähnliches als Erinnerungsstätte für Bundeswehrsoldaten und Zivilbeschäftigte, die im Dienst ihr Leben gelassen haben, errichtet werden.

2. Die Gestaltung eines solchen Denkmals soll in Abstimmung mit dem Deutschen Bundeswehrverband, dem Heimatverein Winsen (Aller) und den Denkmalschützern in Winsen (Aller) erfolgen. Wir können uns  dazu auch einen öffentlichen Ideenwettbewerb vorstellen, bei denen sich Kunstschaffende mit ihren Vorstellungen und andere Interessierte einbringen können.

3. Die Gestaltung soll sich absetzen von Heldenverehrung und Kriegsverherrlichung. 

4. Die Umsetzung und die Realisierung dieses Antrages soll möglichst bis zum 8. November 2020 erfolgen, damit eine Einweihung am Volkstrauertag am 15. 11.2020 , 3 Tage nach dem 65. Geburtstag der Bundeswehr, stattfinden kann. An diesem Volkstrauertag 2020 könnten dann auch, wenn gewünscht, erstmals Kränze zum Gedenken an dieser Stelle niedergelegt werden.

5. Den einzelnen anderen Ortsteilen von Winsen (Aller) steht es frei, ebenfalls einen solchen Wunsch zu realisieren.

Begründung:

In den letzten Jahren wird die Bundeswehr zu Einsätzen entsandt, bei denen seit Mai 1992 mehr als 100 Soldaten ums Leben kamen, davon auch über 20 Soldaten durch Selbsttötung im Auslandseinsatz.
Seit Gründung der Bundeswehr im Jahr 1955 verloren rund 3.200 militärische und zivile Angestellte der Bundeswehr infolge der Ausübung ihrer Dienstpflichten ihr Leben.

Bereits seit mehreren Jahren wird in den Ansprachen zum Volkstrauertag diesen Toten der Bundeswehr viel Platz eingeräumt, so auch in unserer Gemeinde von unserem Bürgermeister Herrn Oelmann. 

Das Gedenken an diese für unsere freiheitliche Gesellschaft gestorbenen Menschen wird jedoch in Winsen (Aller) nur durch Worte in den Reden am Volkstrauertag ausgedrückt.  Eine symbolische Geste einer Kranzniederlegung wie für die Erinnerung an die gefallenen Soldaten in den beiden Weltkriegen kann nicht stattfinden, da es einen Standort dafür nicht gibt. 

Da keine Gedenktafel und kein Gedenkstein, ja kein Ort des Gedenkens an die Toten der Bundeswehr in Winsen existiert, fehlt auch die tagtägliche Möglichkeit, in Winsen an diese Toten erinnert zu werden. 
Dieses soll in Winsen (Aller) durch die Schaffung eines Ortes des Erinnerns an die im Dienst gestorbenen Angehörigen der Bundeswehr geändert werden. Eine Gedenktafel oder ein Gedenkstein erinnert uns immer an diese Toten, nicht nur am Volkstrauertag. 

Ob am Volkstrauertag ein Kranz an diesem Ort niedergelegt werden soll ist gesondert zu betrachten und sollte separat beraten werden. Als ersten wichtigen Schritt sehen wir nur die Errichtung eines solchen Gedenkortes an. 

Es ist unserer Meinung nach an der Zeit und eigentlich bereits überfällig, dem Gedenken an die bei der Ausübung ihrer Dienstpflichten verstorbenen Angestellten der Bundeswehr eine wesentlich höhere Bedeutung zukommen zu lassen. Zudem schaffen wir mit einem solchen Ehrenmal einen Ort für eine mögliche Andacht und für stilles Gedenken das ganze Jahr über, nicht nur am Volkstrauertag. 

Wir beantragen, diesen Antrag zur weiteren Beratung schnellstmöglich an die Arbeitsgruppe Kernort Winsen (Aller), Arbeitsgruppe Gestaltung der Friedhöfe in Winsen sowie an den Kultur und Sportausschuss zu verweisen.