HERMANNSBURG. Bei der gut besuchten Veranstaltung der Bürgerinitiative Südheide referierte Vorstandsmitglied David Bodammer am Mittwoch über die Gefahren von aktiven, aber auch von bereits stillgelegten Kernreaktoren. An Beispielen schilderte er anschaulich, dass auch in Mitteleuropa immer die Gefahr einer Havarie bestehe. Ursachen könnten Naturkatastrophen, menschliches Versagen, terroristische Anschläge und technisches Versagen, insbesondere durch Überalterung der Kernkraftwerke, sein.

Besonderes Augenmerk richtete Bodammer auf die Atommeiler in der krisengeschüttelten Ukraine, den an der Deutschen Grenze gelegenen, weltweit ältesten, 1969 in Betrieb genommenen Reaktor in Beznau (CH) sowie die umstrittenen, pannenreichen Reaktoren in Tihange und Doel (Belgien), die trotz eindeutiger Untersuchungsergebnisse unter geschickter Ausnutzung rechtlicher Möglichkeiten seit Jahren dennoch Betriebsgenehmigungen erhielten.

Sein Blick auf die „lückenhaften Katastrophenpläne in Deutschland“ im Falle eines radioaktiven Unfalls kamen in ihrer Logik einer Realsatire gleich. „Letztlich ist dies Szenario nicht beherrschbar“, so Bodammer. Um durch einen Atomunfall persönliche negative Folgen abzumildern, gab er allgemeine Tipps zu richtigen Verhaltensweisen und erläuterte darüber hinaus ausführlich den richtigen Umgang mit Jodtabletten. Damit werde insbesondere bei jungen Menschen das Risiko von Schilddrüsenkrebs vermindert. Dies sind auch die Erfahrungen des unabhängigen Instituts BELRAD in Weißrussland, das die BI-Südheide nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl bei dessen Hilfe für Menschen in den noch immer verstrahlten Gebieten unterstützt und für die am Ende der Veranstaltung gespendet wurde. Im Anschluss des Vortrages stand Bodammer den Teilnehmern für deren Fragen Rede und Antwort.

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