WATHLINGEN. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, vor allem Mitglieder der Bürgerinitiative Umwelt Wathlingen (BIUW), hatten sich gestern auf den Weg ins Rathaus gemacht, um aus erster Hand zu erfahren, wie der Rat auf die neue, unerwartete Situation reagieren würde. Die Bekanntgabe der Genehmigung des vorzeitigen Baubeginns einer Recyclinganlage auf dem K +S-Gelände in Wathlingen durch das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG)  hatte zu erheblichem Unmut innerhalb des Ortes geführt. Die Verwaltung erklärte, sie habe den Bescheid bisher nur über die Presse zur Kenntnis erhalten. Das Vorgehen von K + S und der LBEG sorge bei Rat und Verwaltung für absolutes Unverständnis, erläuterte Bürgermeister Torsten Harms. Dieses Vorgehen mache jede Hoffnung zunichte, auf dem Verhandlungswege noch positive Änderungen bei der von K+S geplanten Haldenbegrünung  für die Bürgerinnen und Bürger zu erzielen.

Vor der Sitzung hatten sich die Ratsmitglieder bereits mit den Vertretern der Bürgerinitiative getroffen und unter Beratung von Rechtsanwältin Barbara Häring ein gemeinsames Vorgehen verabredet. „Mit dem heutigen Tag haben wir ein neues Kapitel aufgeschlagen“, zeigte sich Georg Beu von der BIUW erfreut.

Es bestehe Einvernehmen, nichts unversucht zu lassen, um das Vorhaben der Haldenbegrünung und den vorgezogenen Baubeginn der Recyclinganlage zu stoppen. Gemeinsam werde man mit den umliegenden Gemeinden und der Bürgerinitiative  geeignete rechtliche Maßnahmen ergreifen. Noch vor der Sommerpause werde zu einem runden Tisch eingeladen, erläuterte Torsten Harms die nächsten Schritte. So erstaunt es auch nicht, dass der Rat sich einstimmig für die außerplanmäßige Bereitstellung finanzieller  Mittel für rechtlich erforderliche Schritte ausspricht, um insbesondere in der vor der Tür stehenden Sommerpause unverzüglich reagieren zu können, falls dies erforderlich werden sollte. Das Misstrauen gegenüber dem Konzern K + S ist immens hoch. Die Enttäuschung über den Betrieb, der jahrzehntelang gutes Kapital aus dem Ort gezogen habe und jetzt die Interessen der Gemeinde, vor allem der Bürgerinnen und Bürger, völlig ignoriere, ja gar mit Füßen trete, hinterlässt an diesem Abend bei allen einen bitteren Geschmack.

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