BERGEN. Natürlich kennen die Zweitklässler der Eugen-Naumann-Schule in Bergen die Ernährungspyramide und wissen, dass Gemüse gesund ist. Aber wenn ihnen beim Lernen eine warme Frühlingsbrise um die Nase weht, wenn sie krumigen Ackerboden und junge Pflanzen in den Fingern halten, dann ist der Unterricht etwas ganz Besonderes.

„Ackern ist eine ganzheitliche Erfahrung, an der alle Sinne beteiligt sind“, erklärt Ackercoach Jens Clausen von der GemüseAckerdemie, Potsdam. Am vergangenen Dienstag rückte er zusammen mit vier Ackerhelferinnen und vielen Kisten an Setzlingen und Gemüsesaatgut an und half der Klasse 2a, „ihren“ Acker zu bepflanzen. Auch die KWS Lochow GmbH aus Bergen/Wohlde war als lokaler Sponsor vor Ort und stattete die Kinder mit Ackergeräten und Gießkannen aus. Das bundesweite Projekt GemüseAckerdemie möchte Wissen über Naturzusammenhänge vermitteln, die Wertschätzung von Lebensmitteln stärken und eine gesunde Ernährungsweise fördern. Damit stößt es auf ein reges Interesse. Im inzwischen fünften Projekt-Jahr beteiligen sich bereits mehr als 500 Schulen in Deutschland an der Aktion.

Nach Bergen kommt das Ackerteam in diesem Jahr noch für zwei weitere Pflanzungen. In der Zwischenzeit kümmert sich die Klasse 2a mit Lehrerin Jutta Heins um ihren Gemüseacker. Auch einige Eltern haben für die Ferienzeit ihre Mithilfe angeboten. Nur so ist es zu schaffen. Viele verschiedene Gemüsearten sollen auf dem Schulacker heranwachsen. Neben Klassikern wie Möhren, Erbsen, Kartoffeln und Radieschen auch weniger verbreitete Arten wie Mangold, Gelbe Beete, Pak Choi, Palmkohl, Schwarzwurzeln, Fenchel oder Rauke. Auch die KWS Lochow bereicherte die Vielfalt durch einige Getreideparzellen.

Verantwortung übernehmen, Rechnen, Beobachten und kräftiges Anpacken; natürlich sollen die Kinder lernen, wie viel Aufwand der Gemüseanbau bedeutet, aber auch der Spaß auf dem Acker kommt nicht zu kurz. Das bewiesen Clausens Team und die Schüler mit einer fröhlichen Polonaise, um die Wege festzustampfen. Bei kleinen Ratespielen lernten die Kinder Pflanzen und Saatgut kennen und staunten nicht schlecht, dass „Pastinakensamen wie kleine Ufos aussehen“. Und mit dem Sand-Tipp aus Clausens Trickkiste ließ sich selbst die feine Möhrensaat schön gleichmäßig verteilen.

Der Höhepunkt der wöchentlichen Ackerstunden sind sicherlich die Bewegung an der frischen Luft und das Naschen direkt vom Feld. „Denn der feine lakritzartige Geschmack von frischen Fenchelblättern ist natürlich viel attraktiver, als wenn die Mutter das gegarte Gemüse auf den Tisch bringt “, weiß Jens Clausen aus Erfahrung.

Ackercoach Jens Clausen (rechts) erklärt den Kindern der Klasse 2a, wie das Gemüse angepflanzt wird

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