CELLE. Das Jahr 1984 ist längst vorbei. Und etliche Elemente des Romans „1984“ sind ebenso längst Realität geworden, etwa in den Bereichen Überwachung, Datensammeln und Kontrolle. „Alternative Fakten“ und hemmungsloser Populismus erinnern stark an „Doppeldenk“ und Hass-Minuten Orwell’scher Prägung. Und selbst das Reden von „Big Brother“ ist im Container der Spaßgesellschaft zum unterhaltsamen Alltag erklärt worden. Bei der Aktualität ist es kaum ein Wunder, dass der 1949 erschienene Roman im Jahr 2017 wieder auf den Bestellerlisten landete und die Bühnenfassung von einigen Theatern aufgeführt wird. So auch in Celle.

Der Inhalt ist kurz zusammengefasst: Winston will frei denken. Doch das System propagiert: Krieg bedeutet Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Nur wer darin keinen Widerspruch erkennt, den Großen Bruder liebt, der Partei treu ergeben ist und sich in den täglichen zwei Hass-Minuten ganz der Abscheu gegen das verordnete Feindbild hingibt, kann unbehelligt in Ozeanien leben. Winston Smith hasst die Partei und sucht nach einer Möglichkeit zum Widerstand. Als er Julia kennenlernt, mit der er trotz Verbot eine Beziehung beginnt, und er einen Hinweis auf eine geheime Widerstandsgruppe erhält, scheint ein Weg gefunden – vorbei an den beobachtenden Telescreens und der Gedankenpolizei. Winston weiß: Freiheit ist nur auf Zeit möglich. Immer tiefer gerät er in das System hinein, das die Wirklichkeit selbst aushebeln kann. Eine ergreifende Geschichte, deren prophetischer Kraft man sich nicht entziehen kann.

Regisseur Martin Kindervater und Ausstatterin Anne Manss lassen in der Halle 19 eine ganz eigene Theaterwelt entstehen, die auch vom Klang lebt und mit wenigen Mitteln eine ungeheure Dichte erzeugt.

Termine: Premiere 16.11., 20:00 Uhr, Halle 19

Weitere Termine im November: 17., 21., 23., 24., 25. und 30.11.

 

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