CELLE. Die Resolution der CDU/FDP/WG-Gruppe zum Thema Wolf wurde im Umweltausschuss des Kreistages von der Grünen-Kreistagsfraktion abgelehnt. „Im Kern will die CDU die Jagd auf den Wolf freigeben. Daher fordert sie in ihrer Resolution die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht. Das ist mit den Grünen nicht zu machen“, so der umweltpolitische Sprecher der Grünen Gerald Sommer.

Auf dem Speisezettel von Canis Lupus stünden vorrangig Rehe, Hirsche und Wildschweine. „Wölfe helfen so, den zu hohen Wildbestand im Landkreis Celle auf natürliche Weise zu reduzieren und gesund zu halten. Dies hat der Kreisjägermeister im Umweltausschuss des Kreistages bestätigt“, erläutert Sommer die „positive Wirkung des Wolfes vor Ort“. Die Wölfe seien damit ein wertvoller Teil des Ökosystems. Wölfe machten aber auch vor unzureichend geschützten Weidetieren nicht halt, da diese für sie leichte Beute darstellten. Würden Schafe oder Rinder gerissen, bedeute dies für die Halter trotz Ausgleichszahlungen einen herben Verlust. Deshalb sei die Prävention durch ausreichende Zäune und Herdenschutzhunde so wichtig.

Gleichzeitig sei der Wolf eine streng geschützte Tierart. Er unterliege nach deutschem und europäischen Recht einem ebenso strengen Schutz wie Luchse oder Schweinswale. Durch das Washingtoner Artenschutzabkommen stehe er auf einem Schutzniveau wie Delphine und Elefanten. In großen Teilen der Bevölkerung finde der strenge Schutz des immer noch seltenen Tieres großen Rückhalt. Diese Akzeptanz wollten die Grünen erhalten. „Die Lebensräume von Mensch und Wolf überlappen sich – es ist unsere Aufgabe, dass daraus keine unzumutbaren Belastungen für den Menschen erwachsen. Daran arbeiten wir“, betont Sommer.

Über hundert Jahre war der Wolf in Deutschland durch intensive Bejagung ausgerottet. Es muss aus Sicht der Grünen ein neues „Erfahrungswissen“ vermittelt werden, damit Ängste abgebaut würden und ein verantwortungsbewusster Umgang mit dem Wolf möglich werde. Um die natürliche Scheu der Wölfe vor Menschen zu erhalten, dürften die Tiere auf keinen Fall gefüttert werden. Forderungen von FDP und CDU, Wölfe zur Bestandsregulierung zu töten, seien rechtswidrig. „Nur wenn ein Wolf nachweislich eine Gefahr darstellt, darf er getötet werden. Nur wenn ein Wolf zu wenig Scheu zeigt und sich wiederholt Menschen nähert oder mehrfach trotz fachgerecht aufgestellten wolfsabweisenden Zäunen und Hunden Nutztiere reißt, ist ein Abschuss zulässig“, so Sommer.

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