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Celle

„Gesamtpaket: sehr gut“ – Systemisches Arbeiten in Kindertagesstätten bewährt sich in der Evaluation

09.05.2019 - 18:31 Uhr     Jan-Patrick Biedermann    0
Fotos: Peter Müller


CELLE. Zwischen 2016 und 2019 testete das Zentrum für systemisch-interkulturelle Prävention (SIP) im Rahmen eines „Demokratie leben!“-Bundesmodellprojektes gemeinsam mit sechs Modell-Kindergärten, inwieweit sich eine systemische Kindergarten-Kultur auf die Arbeit in Kindertagesstätten auswirkt. Der Fokus lag auf der Demokratieförderung, Prävention, Integration und dem Teamgefüge. Die Arbeit der SIP in den Modell-Kindertagesstätten in Stadt und Landkreis Celle fand gestern in einer gemeinsamen Evaluation aller Kindertagesstätten in der CD-Kaserne ein Ende.



Zum Auftakt sprach Susanne McDowell, Stadträtin für Soziales und Kultur der Stadt Celle: „Ich war von Anfang an beeindruckt von der sehr ausführlichen und eindrucksvollen Arbeit bei der Ausführung des Projekts“. Die systemische Kindergarten-Kultur sei bereichernd und sollte im gesamten Landkreis mehr Anklang finden. „Das interkulturelle Arbeiten ist nicht nur für die Erzieher hilfreich, sondern hat auch mehr Selbstverständnis für andere Kulturen bei den Kindern hervorgebracht“, freut sich McDowell. Es müssten nun Lösungen gefunden werden, um die Prozesse in den Kitas zu erhalten.

„Die Themenfindung ist in den einzelnen Kindergärten individuell geschehen“, wissen Kai Thomsen und Ilona Janke, Mitglieder im Projektteam SIP. Für die DRK-Kindertagesstätte „Osterberg“ aus Eschede sei die Fortbildung „Partizipation“ entscheidend gewesen, berichtet Leiterin Karina Burmeister: „Die humorvollen Fortbildungen brachten uns näher an die Bedürfnisse der Kinder heran“. Der städtischen Kindertagesstätte „Neustädter Holz“ gelang es durch das Projekt, ihr Konzept zu überdenken. Sie werde dieses in naher Zukunft anpassen. Aus der offenen Kita sollen feste Gruppen geschaffen werden. Mit einer Quote von 60 Prozent an Kindern mit Migrationshintergrund habe es früher Probleme bei der Kommunikation mit den Familien gegeben. Diese Hemmschwelle sei deutlich gesunken.

Auch das Team der städtischen Kita „Löwenzahn“ habe an den emotionalen  Lerntagen, ihre Stärken weiter ausarbeiten können – ein Prozess, der immer noch weitergehe. Das Gertrud-Kock-Haus verarbeitete die Erfahrungen des Jahres in einem Lied und wünschte sich eine Fortsetzung. Ebenso kreativ wurde die Kita „Neuer Weg“ aus Bergen. In einer Wort-Collage beschrieben die MitarbeiterInnen ihre Erlebnisse. „Wir wünschen uns eine fortlaufende Zusammenarbeit mit den anderen Kindertagesstätten. Das systemische Arbeiten sollte auch in den Grundschulen Einzug halten“, so Leiterin Edith Kappelmann.

Mutter Maike Poschmann beschrieb die Perspektive der Eltern in der Katholischen Kindertagesstätte St. Ludwig Celle: „Die Haltung der Kinder hat sich verbessert. Sie besitzen eine herrliche Offenheit und das interkulturelle Miteinander prägt die Kinder. Ich habe das Gefühl, sie wurden für andere Sprachen und eine bunte Welt sensibilisiert“.

Die wissenschaftlichen Ergebnisse des Unternehmens „Univation“ stellte Projektreferent Gerd Janke vor. In Interviews sowie Befragungen gaben alle Teilnehmer zu drei verschiedenen Zeitpunkten im Projekt ihre Eindrücke zum Stand der Kita und ihrer Fachkräfte wieder. Die Resultate: Die grundlegenden Kenntnisse zum systemischen Arbeiten konnten auf- und ausgebaut werden. Außerdem verbesserte sich die interkulturelle Gesprächsführung, die Partizipation und die Kommunikation in allen Kitas. Mit dem Urteil „Gesamtpaket – sehr gut“ für das Projektteam ein großer Erfolg. „Wir wollten keine Einzelintervention, sondern einen gesamten Prozess anstoßen. Unsere Erlebnisse aus der Praxis spiegeln sich in der wissenschaftlich fundierten Auswertung wieder“, ist Janke glücklich. Das Projekt wurde durch „Demokratie Leben!“ mit 300.000 Euro gefördert.





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