WINSEN/ALLER. Die Unabhängige Wählergemeinschaft Winsen/Aller und die WG Landkreis plädieren für eine Gesamtschule mit gymnasialem Zweig vor Ort und möchten dazu einen Ratsbeschluss und einen Kreistagsbeschluss herbeiführen.  Ein entsprechender Antrag vom Fraktionsvorsitzenden Horst Arndt an Bürgermeister Dirk Oelmann lautet wie folgt:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

die Fraktion der Unabhängigen Wählergemeinschaft Winsen (Aller) beantragt, dass diese Resolution dem Rat der Gemeinde Winsen (Aller) – auf der nächstmöglichen Ratssitzung – zum Beschluss vorgelegt wird.

Beschlussvorschlag zur Resolution Gesamtschule

Die Gemeinde Winsen (Aller) setzt sich dafür ein, dass am Standort Winsen (Aller) eine Gesamtschule – mit gymnasialer Oberstufe – eingerichtet wird. Unter Berücksichtigung des Hauptschulkomplexes ist bereits heute eine hervorragende Infrastruktur vorhanden, um in Winsen (Aller) ein Gesamtschulkonzept äußerst kostengünstig umzusetzen. Zu diesem Zweck soll die “Schule im Allertal” unter Einbeziehung der Hauptschule schnellstmöglich in eine Gesamtschule überführt werden. Die Kreistagsmitglieder werden gebeten, diese Initiative zu unterstützen.

Begründung

Die Diskussionen und die Forderungen nach einer schnellstmöglichen Einführung einer zweiten Gesamtschule sind im Landkreis Celle präsent. Die lokale Politik, die Kreisverwaltung, der Kreiselternrat und die Eltern sind bestrebt, das Recht unserer Kinder auf einen bestmöglichen Schulabschluss zu ermöglichen.

Um die entsprechende Leistungsfähigkeit und die Persönlichkeitsbildung der Schüler und Schülerinnen zu gewährleisten, stehen die politischen Vertreter/innen in der Pflicht, allen Lernenden individuelle Zugänge zum Lernen zu bieten und die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen.

Die seit Jahren bestehende Nachfrage von Schülern und Eltern für die Einrichtung einer Gesamtschule mit vollwertigem Gymnasialzweig kann in Winsen sofort umgesetzt werden. Die Gemeinde Winsen (Aller) verfügt bereits jetzt über eine stetig wachsende Oberschule mit ausgezeichnetem Ruf. Die einmalige Möglichkeit, das vorhandene Raumangebot der zum Herbst 2017 frei werden Hauptschule in Winsen zusätzlich für die Errichtung einer Gesamtschule im Westkreis nutzen zu können, sollte unbedingt ergriffen werden.

Ein durchgängiges gymnasiales Angebot in Winsen (Aller), im Rahmen einer zweiten Gesamtschule im Landkreis Celle, bietet im Westkreis vielfältige Vorteile für Schüler und Eltern aus Winsen, Hambühren und Wietze. Kurze Wege von und zur Schule werden sich auf die Lebensqualität der Familien positiv auswirken. Der zeitaufwendige Schulweg nach und von Celle entfällt und wird durch deutlich verminderte Fahrtzeiten nach Winsen vermindert. Zudem werden sich die erheblichen Fahrtkosten durch kurze Anfahrtszeiten stark verringern bzw. entfallen.

Eine wichtige Rolle bei diesem Projekt spielen die geringen Baukosten. Vor dem Hintergrund des sehr angespannten Kreishaushalts bietet sich dem Landkreis Celle eine ungemein kostengünstige Möglichkeit, die vorhandene und erst vor wenigen Jahren sanierte Hauptschule als Gymnasium weiter zu nutzen, ohne dabei erhebliche Finanzmittel für einen Neubau in die Hand nehmen zu müssen. Die Oberschule in Winsen ist bereits hervorragend ausgestattet (Mensa, demnächst mit neuer Sporthalle) und kann mit relativ geringen Mitteln durch Integration der Hauptschule in eine Gesamtschule überführt werden. Oberschule und Hauptschule in Winsen befinden sich bereits im Eigentum des Landkreises Celle, teure Grundstückskosten entfallen bei dieser Gesamtschullösung komplett.

Investitionen in die Errichtung einer Gesamtschule in Winsen (Aller) sind im Vergleich zu einem kompletten Neubau einer Gesamtschule anderenorts im Landkreis als minimal einzustufen.

Mit der Zustimmung zu dieser Resolution bitten wir – im Sinne und zum Wohle der Eltern und der Schüler/innen – den Rat der Gemeinde Winsen (Aller) um Unterstützung aller notwendigen Maßnahmen, die zur Einrichtung einer Gesamtschule in Winsen (Aller) führen.

Horst Arndt
Fraktionsvorsitzender Unabhängige Wählergemeinschaft Winsen (Aller)

 

Die WG Landkreis hat einen entsprechenden Antrag an Landrat Klaus Wiswe formuliert: 170311ho_ Antrag WGL Hauptschulnachnutzung als Gymnasium Winsen

Eine Antwort zu ““Gesamtschule mit gymnasialem Zweig wäre vor Ort kostengünstig möglich””

  1. Jannes Müller sagt:

    Wissen Sie,
    Dieser Antrag ist verdammt kurz gedacht.

    Es muss einem sofort bewusst werden, wie sehr die Schulpolitik der WG und anderer Parteien im Kreistag von dem Prinzip der schmalen Kasse und weniger von dem, was für die Schülerinnen und Schüler am sinnvollsten wäre. Das ganze System der Integrierten Gesamtschule, das zugunsten der sog. Kooperativen Gesamtschule eingeführt worden ist (brutales System – da gibt’s sogar Noten *kopfschüttel*), wird immer wieder gerne von den kommunalen Verwaltungen aufgenommen, weil der gesamte Betrieb einer Gesamtschule deutlich angenehmer ist und zusätzlich die Förderung von Gesamtschulen großzügiger ausfällt, Stichwort: höhere Unterrichtsverpflichtung an Gymnasien, bessere Ausstattung von IGSen mit Lehrern.
    Das gesamte System der IGS ist als eines zu charakterisieren, dass weniger die individuellen Bedürfnisse oder die Leistungsfähigkeit eines Schülers im Blick hat, als die grundsätzliche Annahme, dass alle gleich sind.

    Dass diese Annahme ausgemachter Blödsinn ist, wird spätestens klar, wenn man sich in den Matheunterricht einer X-beliebigen Schule begibt. Diese Annahme wird auch im Konzept der Schulen deutlich.
    1. Es existieren bis einschließlich der 8. Klasse keine Noten (welcher pubertäre Schüler fängt ohne eine 5 in einem seiner Problemfächer überhaupt an zu lernen??)
    2. Daher gibt es i.d.R. auch keine leistungsabhängigen Kurse
    3. Es ist nicht vorgesehen sitzen zu bleiben. (da hat man noch nicht mal Angst vor schlechten Noten)

    Was ich damit zum Ausdruck bringen möchte ist, dass die IGS als Schule die Kinder nicht in dem Maße auf eine von Konkurrenz geprägte Wirtschaftssituation vorbereitet.
    Die PISA-Studie hat ergeben, dass Hamburg, das konsequent auf dieses Gesamtschulkonzept setzt auf einem Level mit Mexiko (Platz 56 – wir erinnern uns – Mexiko: Drogenkrieg) einzuordnen ist – da läuft was falsch. Gleiches kommt raus wenn man Gesamtschulen mit Realschulen vergleicht. Realschüler sind besser.

    Wenn sich also die WG, die CDU und die SPD+Grüne ja sowieso, FÜR die IGS in Winsen einsetzen, ist mit rapiden Leistungsabfällen der absolvierenden Schülerinnen und Schüler zu rechnen. Ein relevanter Standortfaktor, der durchschnittliche Bildungsstand wird absinken. Und wenn wir uns schon in eine Reihe mit Frankreich (Gesamtschulland), den USA (Gesamtschulland) einreihen möchten, wo man Abitur (jeweils anderer Name) braucht, um Kassierer zu werden (stimmt leider wirklich), wird es endlich Zeit Bauland, möglichst in der Nähe der neuen Gesamtschulen, zu erschließen.
    Dann kann man daneben auch gleich eine neue Privatschule setzen! Das ist bereits in den USA (Privatschulland) und Frankreich (Privatschulland) der Fall.

    Inzwischen wundere ich mich, dass die FDP sich nicht für die Gesamtschulen einsetzt, der Schul-Privatsektor, würde immerhin massiv gestärkt, da die besser-situierten Mitbürger ihren Nachwuchs sicherlich nicht auf eine Schule schicken werden, die einen schlechteren Bildungsgrad verspricht.

    Ich wünsche diesem Antrag also keinen Erfolg und würde mir wünschen, wenn ein wenig mehr Feingefühl und Verstand in dieser dauernden Schuldebatte im Landkreis einkehren würde.

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