Geschichte und Gegenwart des Truppenübungsplatz Bergen als Thema

Von Redaktion | am Fr., 15.01.2016 - 18:44

BERGEN. Der Truppenübungsplatz Bergen von der Aussiedlung der BewohnerInnen bis zu den aktuellen Konversionsforderungen war das Thema eine Seminars von GewerkschafterInnen und Bündnissen gegen Rechts. Bei einer Exkursion wurde die Gruppe von Einlader und Gewerkschaftssprecher Charly Braun und von Egon Hilbich von der Bürgerinitiative Biosphärengebiet Hohe Heidmark begleitet.

Hilbich erläuterte die Geschichte vom Widerstand der Bevölkerung gegen die Einrichtung des Truppenübungsplatzes, wie die Nazi-Wehrmacht hier den Überfall auf die Sowjetunion probte, den Kriegsverbrechen und Kriegsgefangenenlagern, der teilweisen Wiederbesiedlung nach 1945 und der Erweiterung des Platzes durch die NATO. Lebendig wurde die Geschichte erst richtig durch Hilbichs anschauliche Darstellung. Auf einer großen Landkarte baute er Figuren (Menschen, Tiere, Häuser) auf, fegte sie dann mit einem Zeigestock von der Karte und ersetzte sie anschließend durch Spielzeug-Panzer.

Erstaunt erfuhren die Besuchenden, dass die EinwohnerInnen der Dörfer der Gemeindefreien Bezirke Lohheide und Osterheide keine normalen kommunalen Rechte haben. Bei einem Rundgang durch Ostenholz erfuhren die SeminaristInnen vom Abriss historischer Bausubstanz auf Betreiben der Bundeswehr im ansonsten bewohnten Dorf. Die Bürgerinitiative fordert gemeinsam mit ver.di und DGB nach dem Abzug der British Army ein soziales, ökologisches nicht-militärisches Konversionsprogramm zum Aufbau einer neuen existenzsichernden Wirtschaftsstruktur. Der Wubnsch den großen ortsbildprägenden Wünninghof vorm Abriss zu retten fand Zustimmung bei den Seminarteilnehmenden. Die Initiative Biosphärengebiet Hohe Heidmark will den Wünninghof sanieren und hat bei der staatlichen Immobiliengesellschaft BIMA die Pachtung beantragt.
Foto: K.Jordan, DGB-KulturAK