CELLE/MEISSENDORF. Eine Spende des Rotary Club Schloss Celle machte es möglich: Zehn Kinder zwischen 7 und 13, deren Angehörige an Krebs erkrankt oder verstorben sind, fuhren in der letzten Ferienwoche bei bestem Wetter für zwei Tage aufs Gut Sunder, dem Naturkundehof des NABU in Meißendorf. Für einige Kinder aus der Gruppe war der vom Onkologischen Forum ermöglichte Ausflug die einzige Sommerferienaktion. Alle beteiligten Kinder treffen sich regelmäßig zu Gruppengesprächen im „Onkoforum“.

Besonders gespannt waren die Kinder auf die Strohscheune. Schon kurz nach der Ankunft konnten sie Frösche und andere Amphibien entdecken. In der Meiße, die neben der Scheune fließt, begannen die Kinder sofort, Staudämme zu bauen und zu spielen. Nach dem Mittagessen dann „nisteten“ sie sich in der Strohscheune ein, in der später übernachtet wurde.

Am Nachmittag arbeiteten die Kinder mit Natursteinen, die mit verschieden bunten oder glitzernden Mosaiksteinen beklebt und zu Schmucksteinen verwandelt wurden. Später entwickelten sie ganz unterschiedliche Vorstellungen, was sie mit ihren wunderschönen Steinen tun wollten. Die einen beabsichtigten, sie ihrem Vater oder Mutter zu schenken oder als Gedenkstein zum Grab eines Elternteils zu bringen. Andere gestalteten die Steine für sich selbst als Erinnerung an den Ausflug. Und wieder andere wussten einen besonderen Ort, an dem der Stein liegen solle. Während des Arbeitens mit den Steinen ergaben sich berührende Gespräche zwischen den Kindern über Erkrankung und Tod eines Elternteils, auch mit den beiden erwachsenen Begleitern, Psychoonkologinnen des Onkologischen Forums Celle, die dieses Angebot organisierten.

Später wanderten die Kinder, begleitet von einer NABU-Mitarbeiterin, zum Keschern an einen Teich. Es wurden Posthornschnecken, Teichläufer, Egel, Libellenlarven und viele andere Wasserinsekten aus dem Schlamm des Teiches gefischt. Die Kinder hatten unglaublich viel Spaß an dieser Aktion.

Besonderes Highlight war die Nachtwanderung, bei der Fledermäuse beobachtet werden konnten. Die Gruppe stieg in einen Gewölbekeller, um sich das Winterquartier der Fledermäuse anzuschauen. Die NABU-Mitarbeiterin führte sie  zu einem Bach. Dort saß die gesamte Gruppe ganz still vor dem Wasser, um im Taschenlampenlicht zahllose Fledermäuse zu beobachten, die vorbeiflogen.

Am nächsten Morgen gab es Spiele für draußen, z.B. Wikinger-Schach. Die Kinder nutzten auch die Gelegenheit, die Lehrausstellung und den Shop des NABU zu besuchen und sich eine Erinnerungspostkarte auszusuchen. Die Kinder hatten während des Aufenthaltes immer auch freie Zeit. Es bildeten sich kleine Grüppchen, je nachdem, wer was vorhatte. Daraus ergaben sich immer wieder einzelne Gespräche zwischen den Begleiterinnen und den Kindern, in denen die Kinder von ihrer aktuellen familiären Situation erzählten und über ihre Gefühle oder ihre Erlebnisse in der Schule berichteten. Den Transport der Gruppe unterstützte zum wiederholten Mal der Celler ASB.

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