Teamwork als deutsches Plus – Carola Reimann besucht Celler Kompetenzzentrum

Politik Von Anke Schlicht | am Do., 04.06.2020 - 16:54

CELLE. Die Ministerin spricht von großer Vielfalt, die Bundestagsabgeordnete umschreibt es mit „Diversität heißt das Zauberwort“. Die beiden SPD-Politikerinnen, Carola Reimann und Kirsten Lühmann, sind bei ihrem Rundgang über einen Teil des Geländes der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK) gerade Zeuge geworden, wie Teamwork von zahlreichen und sehr verschiedenen Institutionen, die hier im Kompetenzzentrum Großschadenslagen (KomZ) vereinigt sind, funktionieren kann.

Am Donnerstag hat sich die niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Carola Reimann, ein Bild davon gemacht, wie unter dem Dach der Celler NABK die Fäden zur landesweisen Pandemie-Bekämpfung zusammenlaufen. „Mich hat das sehr beeindruckt, wie gut die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen miteinander kooperieren, das läuft harmonischer, als ich dachte“, sagte die Politikerin im Anschluss. Begleitet wurde sie nur von MdB Kirsten Lühmann, die Presse durfte nicht dabei sein, das 230 Personen umfassende Kompetenzzentrum sei Verschluss-Sache, hieß es von offizieller Seite. Mitte April verlegten die verantwortlichen Politiker die Aktionsbasis für das Corona-Krisenmanagement von Hannover nach Celle.

„Hier passiert etwas, was wir noch nicht hatten, aber stetig anstreben“, sagte Lühmann nicht in Bezug auf Corona, sondern in generellem Sinne, „an dieser Stelle wird gemeinsam eine Lage bewältigt“. Nicht nur unterschiedliche Ministerien wie Umwelt, Wirtschaft, Inneres und Gesundheit haben Vertreter entsandt, sondern auch die Landesverwaltung, die Bundeswehr sowie zahlreiche Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk und auch die NABK selbst, um beispielweise Amtshilfeersuchen zu koordinieren und logistisch umzusetzen, Bettenkapazitäten zu eruieren, Hotlines zu schalten und Material zu beschaffen und vorzuhalten. Wichtige Partner sind die örtlichen Gesundheitsämter und Katastrophenschutzbehörden.

Von Corona-Müdigkeit, wie sie hier und da im Alltagsleben wahrzunehmen ist, sei bei den Akteuren nichts zu spüren gewesen, teilte Carola Reimann auf Nachfrage mit: „Ich habe eine Mannschaft vorgefunden, die mit vollem Elan und Energie dabei war“, lobte die Ministerin. Eine Auflösung des Zentrums sei noch nicht in Sicht. Lühmann berichtete, die Mitarbeiter empfänden es als sehr bereichernd, unmittelbar mitzubekommen, „wie die anderen ticken“, wo man sonst nur mutmaßen könnte, wieso eine Entscheidung so und nicht anders getroffen wurde. Man könne im KomZ direkt nachvollziehen, warum sich ein Ressort einer Aufgabe in bestimmter Weise nähere. „Diese Art zu arbeiten ist die beste Lösung“, sagt Lühmann und ihre Parteikollegin verweist auf die im weltweiten Vergleich „gute Pandemie-Bewältigung hierzulande“. Eine Ursache sei das, was sie bei ihrem Rundgang durch das KomZ gesehen und wahrgenommen habe: „Das ist das große Plus von Deutschland – die Zusammenarbeit funktioniert.“