CELLE. Die Entscheidung des Kreisschulausschusses, gegen die Einrichtung einer Oberstufe an der IGS zu stimmen, stößt beim Kreisverband Celle der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auf vollständiges Unverständnis. „Die Integrierte Gesamtschule ist eine eigenständige Schulform, in der Schülerinnen und Schüler aller Schulformen – also auch Lernende der Haupt- und Förderschulen – eine Chance bekommen, bei Eignung das Abitur zu erlangen. Nun besteht jedoch akut die Gefahr, dass Schülerinnen und Schüler die sehr erfolgreiche IGS Celle verlassen. Gerade den Leistungsstärkeren wird durch die Entscheidung des Ausschusses die Perspektive genommen, an ihrer Schule den angestrebten Schulabschluss zu erreichen. Fehlt dieser Teil der Schülerschaft, können die Kolleginnen und Kollegen der IGS ihre gute Arbeit nicht fortführen“, schreibt die Vorsitzende der GEW Celle, Nina Aßmus in einer Presseerklärung.

Doch auch die zahlreichen Gymnasiallehrkräfte, die bereits an der IGS unterrichten, würden gezwungen, diese zu verlassen. Sie müssten in ihrer Laufbahn Unterrichtserfahrungen in der Oberstufe vorweisen und Abiturprüfungen abnehmen. Dies werde ihnen durch die Entscheidung des Ausschusses verwehrt.

„Verwiesen wird in beiderlei Aspekten auf Kooperationen mit dem Gymnasium Ernestinum, jedoch fühlen sich Schüler- wie Lehrerschaft der IGS in Teilen ihres Schulgebäudes geduldet, nicht aber willkommen und akzeptiert. Das Verhalten der bei der Sitzung anwesenden Vertreter des Kreiselternrates und der Schulpersonalräte verstärkt diesen Eindruck: Eine Basis für gelingende Kooperation fehlt“, so Aßmus. Die GEW Celle fordert daher den Kreistag auf, die Entscheidung des Kreisschulausschusses zu überdenken und die Einrichtung einer Oberstufe an der IGS Celle zu genehmigen, damit diese beliebte Schulform in Celle und im Landkreis überlebensfähig bleibe.

 

2 Antworten zu “Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft äußert Unverständnis über Umgang mit IGS”

  1. Guntram Herrendorf sagt:

    Das ist ein trauriges Bild, welches dort abgegeben wird. Die Kritik der GEW ist vollkommen berechtigt. Celle verpennt mal wieder die Zukunft. So wird es kein junges Celle geben. Aus der Residenzstadt Celle wird in naher Zukunft eine Seniorenresidenzstadt werden. Nur weiter so!

  2. Jens Rogosinski sagt:

    Die GEW-Stellungnahme zur IGS-Oberstufe zeigt unseren abstimmungsberechtigt gewählten Volksvertretern die Tragweite ihrer Entscheidung auf.
    Ich hoffe darauf, dass auch die sogenannten konservativen Mehrheitsverhältnisse am Ende zu einer zukunftsweisenden Entscheidung für die Einrichtung der IGS-Oberstufe führen können.
    In der Vergangenheit haben die Politiker bewiesen, sich für den Elternwillen zu entscheiden, sich dem Drängen einer IGS-Einführung anzuschließen und gleiches traue ich nun auch wieder unseren gewählten Volksvertretern zu. Und sich konsequent auch dem starken Elternwillen der IGS-Eltern und der großen IGS-Schülerschaft anzunehmen.
    Die langfristige Gefahr einer Gymnasium-Schließung ist, denke ich, gering, durch die positiv-prognostizierten Schülerzahlen und die zu erwartende Zunahme an Abiturienten.
    In diesem Sinne wird unsere Residenzstadt dann eben doch zukunftsorientiert aufgestellt sein.

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