BERGEN-BELSEN. Zur gemeinsamen Gedenkfeier auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof Belsen-Hörsten hatten Charly Braun vom DGB und Mecki Hartung von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN/BdA) Egon Hilbich von der Initiative „Weg der Erinnerung“ Oerbke und den neuen DGB-Landesvorsitzenden Mehrdad Payandeh eingeladen.

Umrahmt von Akkordeon-Musik von Goran Stevanovic schilderte Egon Hilbich aus Bad Fallingbostel die Entstehung und Bedeutung des Truppenübungsplatzes für den Krieg, unter anderem gegen die Sowjetunion, und das Massensterben der Kriegsgefangenen. Nach 1945 „konnte das große Vertuschen und Verdrängen des Massenmordens auf diesem Platz erfolgreich sein.“   Jetzt würden die Gedenkveranstaltungen fast immer vom Lärm der benachbarten Schießbahnen entwürdigt. Hilbich forderte: „Die Kriegsgräberstätten Hörsten, Oerbke und Wietzendorf müssen aus dem Schießplatz heraus gelöst werden und die in der Nähe liegenden Schießbahnen geschlossen werden, damit die Gedenkfeiern endlich würdevoll ablaufen können. Wo bleibt der Respekt?“

„Die Nazi-Verbrechen“, betonte Mehrdad Payandeh, seien „in heutiger Sprache eine effiziente Vernichtungsmaschine. Gegen die Kräfte, die heute wieder lautstark die Geschichte infrage stellen, die wieder ausgrenzen, wieder Gewalt verherrlichen, müssen wir im Alltag Widerstand leisten und aufklären“. Payandeh, der im Iran inhaftiert war und vor 33 Jahren nach Deutschland flüchten konnte, erläuterte, dass die Gewerkschaften immer an vorderster Front seien, wenn es darum ginge, Menschenrechte zu verteidigen. Die Parole „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg, nie wieder Elend“, sei aktuell. Die wachsende Ungleichheit führe dazu, dass „Arme als Kanonenfutter gegen andere Arme eingesetzt werden und dann gibt’s leider Industrie, die daran auch noch verdient.“

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