CELLE. „Wenn nach Gefühlslage und nicht nach wissenschaftlicher Faktenlage Politik gemacht werde, stehen Fortschritt und Innovation am Abgrund.“ Davon ist der FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Gero Hocker überzeugt. Dies gelte aus seiner Sicht auch und insbesondere für die Landwirtschaft. Der gestrigen Besuch beim Bieneninstitut in Celle habe zu interessanten Aussagen seitens der Wissenschaft geführt.

„Während Politik Neonicotinoide verbietet um Bienen zu schützen, erklären Wissenschaftler, dass die Zahl der Bienen in Deutschland in 2017 aufgrund des langen Frostes niedrig gewesen sei, sie sich im Jahr 2018 aber wieder auf üblichem Niveau befinde.

 Die viel größeren Probleme für Bienenvölker entstünden durch den Befall der Varroamilbe deren Ausbreitung durch unsachgemäße Bienenhaltung häufig von Hobbyimkern begünstigt werde, durch die zunehmende Ausweisung von Baugebieten die Versiegelung ehemals „bienenfreundlicher Flächen“ erfolgt. Der Trend, dass private Gärten immer häufiger Kiesel- und Steinwüsten gleichen, werden Bienen ihre Nahrungsgrundlage entzogen.

„Die sachgemäße Ausbringung von Neonicotinoiden nutze Bienen mehr als dass sie ihnen schadet, weil sie den für Bienen wichtigen Raps effektiv vor Schädlingsbefall schützt“, so Hocker weiter. „Als Nicht-Biologe und Nicht-Chemiker kann ich diese Aussagen weder verifizieren noch falsifizieren. Einen Trend vermag ich aber zu erkennen: Zahlen und Behauptungen, deren Ursprung mitunter niemand kennt und die nicht wirklich geprüft wurden, werden in Deutschland immer häufiger zur Grundlage für politische Forderungen und Entscheidungen, die Skandalisierungspotential besitzen oder auch einfach populär erscheinen. Da wird mal eben behauptet, jährlich würden 100.000 Rehe Mähdreschern zum Opfer fallen oder eben dass Bienen seit Jahren auf dem Rückzug seien. Mit Letzterem wird sogar politisches Handeln begründet. Beides wurde entweder gar nicht überprüft oder auf höchst fragwürdige Weise ‚ermittelt‘, mahnt der Politiker.

Innovationen, neue Technologien und schlichtweg Fortschritt basieren – besonders in der Landwirtschaft – häufig auf komplexen Wirkungszusammenhängen. Für das Volk der “Tüftler” und “Dichter und Denker” sei es daher ein Armutszeugnis, wenn “gefühlte Gefahr und der Wunsch zur Skandalisierung anstatt wissenschaftlicher und technischer Erkenntnisse zu politischen Entscheidungen führen“, so Hocker abschließend.

Eine Antwort zu “„Gibt es wirklich ein Bienensterben? MdB Hocker zweifelt an „Fakten“ nach Besuch bei Bieneninstitut”

  1. Carsten Heine sagt:

    Na Herr Hocker, an welchem Kelch der Wirtschaft haben Sie denn wohl gelutscht ?
    Den Honigbienen geht es noch vergleichsweise gut, weil der Imker sich führsorglich um die Tierchen kümmert. Wie aber sieht es mit den wild lebenden Insekten aus ?
    Das muss natürlich erst einmal stichhaltig überprüft werden !?!
    80 % der Viecher sind platt, einige für immer weil ausgestorben !!!
    Und die Politik lässt erst einmal untersuchen, sorry, aber geht´s noch ?
    Carsten Heine
    Meißendorf

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