CELLE. Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) im Landkreis Celle hat gestern Abend den jährlich vergebenen Celler Ehrenamtspreis an Gisela Hörnig verliehen. Sie wird für ihr langjähriges Engagement in der Sterbebegleitung im Hospiz Haus Celle geehrt. Unter den Gästen und Rednerinnen war auch die ehemalige niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt.

Rosmarie Siemsglüß, Vorsitzende der ASF Celle, begrüßte die Anwesenden in der Buchhandlung Decius und stellte den Celler Ehrenamtspreis und die Preisträgerin vor. Ihre Ansprache geben wir hier im Folgenden wieder. Es gilt das gesprochene Wort.

„Guten Tag sehr geehrte Damen und Herren,

herzlich willkommen zur Verleihung des Celler Ehrenamtspreises. Ich fühle mich geehrt hier und heute als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen den Celler Ehrenamtspreis an Frau Gisela Hörnig für Ihren langjährigen Einsatz in der Sterbebegleitung verleihen zu dürfen.

Dazu möchte ich Frau Hörnig erst einmal begrüßen. Wegen Ihr und Ihrer Arbeit sind wir schließlich hier. Schön, dass Sie da sind und so viele „Fans“ mitgebracht haben. Ich möchte in diesem Zuge auch Frau Marlies Wegner, die langjährige Leiterin des Celler Hospizhauses, begrüßen. Frau Wegner wird im späteren Verlauf die Laudation halten und uns somit einen Einblick in die geleistete Arbeit unserer diesjährigen Preisträgerin gewähren. Selbstverständlich begrüße ich alle anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Frau Dornbusch, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, Freunde und Unterstützer des Hospizhauses genauso herzlich.

Ich freue mich außerdem, dass unsere ehemalige Sozialministerin, Cornelia Rundt, heute den Weg zu uns gefunden hat. Frau Rundt befasst sich im Besonderen mit dem Thema Pflege und vervollkommnet unsere heutige Runde. Herzlich willkommen.

Darüber hinaus begrüße ich unsere Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann. Auch dir ein herzliches Willkommen, liebe Kirsten.

Ich freue mich, unter den Anwesenden auch einige unserer ehemaligen Preisträgerinnen begrüßen zu dürfen: Frau Haas von der Bibliotheksgesellschaft, Frau Mähnert von der christlich-jüdischen Gesellschaft, Schwimmlehrerin Frau Voßschulte, Schützenschwester Frau Buns, Frau Ottermann vom Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus, Frau Schäfer vom Radio Celle im AKH und Feuerwehrfrau Backhaus.

Schön, dass Sie da sind. Sie, denen ebenfalls die Ehre zu Teil wurde, diesen Preis zu empfangen, verleihen dem Preis an sich noch etwas mehr Gewicht und unterstreichen die Anerkennung, die wir heute Frau Hörnig zukommen lassen möchten. Selbstverständlich gilt auch allen anderen Anwesenden mein Dank für Ihr Erscheinen. Herzlich Willkommen liebe Genossinen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde und ein herzliches Willkommen den Vertreterinnen und Vertretern der Presse.

Bevor ich kurz auf den Celler Ehrenamtspreis eingehe, möchte ich nicht versäumen mich für die außerordentliche Unterstützung meiner Vorstandsfrauen zu bedanken, ganz besonders bei Inga Marks und Gudrun Jahnke. Dankeschön auch an meine Familie, die mich immer unterstützt und im Hintergrund mitwirkt.

Ein ganz besonders dickes Dankeschön möchte an die Fa. Decius, Herrn Schröder senden. Danke, dass wir Ihre Räumlichkeiten nutzen dürfen, und dass Sie alles so schön für uns herrichten.

Ich werde Ihnen nun ein ganz klein wenig über den Preis erzählen, bevor ich dann das Mikro an Frau Wegner übergebe. Als SPD Frauen befassen wir uns mit allen Frauenthemen. Während unserer Sitzungen und Gespräche über verschiedenste Themen fiel eins jedoch immer wieder auf.

Ganz egal in welchen Bereichen es um das Erledigen von Aufgaben geht, melden sich Frauen und sind bereit diese Dinge zu erledigen. Wenn es aber darum geht, sich repräsentativ in den Vordergrund zu stellen, neigen Frauen oftmals dazu, sich doch lieber in der zweiten Reihe einzuordnen. Vielen Menschen ist das nicht bewusst und den Frauen schon gar nicht.

Wir, die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, wollen, dass diese fleißigen Frauen auch sichtbar werden. Wir wollen die Frauen, die viel für unsere Gesellschaft leisten, die sie stützen ohne großes Aufheben davon zu machen, in die erste Reihe stellen, sie sichtbar machen und ihnen unsere Anerkennung aussprechen. Das machen wir seit einigen Jahren durch die Verleihung des Celle Ehrenamtspreises.

Wenn wir so auch nicht alle Frauen ehren können, die es vielleicht verdient hätten, so können wir doch mit Gewissheit sagen, dass die Frauen, die mit diesem Preis geehrt wurden, ihn auf jeden Fall verdienter Weise überreicht bekommen haben.

In diesem Jahr bekommt Frau Gisela Hörnig den Celler Ehrenamtspreis für ihre langjähriges Engagement als Sterbebegleiterin. Während der ersten Vorbereitungen zu dieser Preisverleihung habe ich mich mit der Leiterin des Hospiz Hauses, unserer Laudatorin Marlies Wagner, verabredet und durfte so das behagliche und freundliche Umfeld im Hospiz ein wenig kennenlernen.

Sehr ruhig, sehr freundlich und fröhlich geht es da zu. Ich selber bin aus dem Gespräch ganz beschwingt hinausgegangen. Woher kam das? Was hat das Gespräch, das Umfeld bewirkt, dass es so war. Ich glaube, dass die gute Stimmung mit daran liegt, dass sich hier im Hause keiner etwas vormachen kann. Wer als Gast in das Hospiz einzieht, dem ist klar, dass dies ein Weg des Abschieds ist.

Hier gibt es keine Patienten. Hier spricht man von Gästen. Und genauso werden diese von den rund 30 haupt- und weit über 50 ehrenamtlichen Beschäftigten behandelt. Während die hauptamtlich Beschäftigten vornehmlich die Pflege der Gäste übernehmen, bieten die ehrenamtlichen so ein vielfältiges Programm, dass ich meine unvollständige Aufzählung zu entschuldigen bitte.

Hier wird gebastelt, genäht, gestrickt, gehäkelt. Aber auch administrative Aufgaben wie z.B. das Ausfüllen von Spendenbescheinigungen werden erledigt. Manch Gast braucht vielleicht nur ein offenes Ohr. Ein anderer bekommt etwas erzählt. Die Gäste werden begleitet auf Ihren letzten Pfaden. Das kann auch die Unterstützung bei einer Sache sein, die noch unbedingt erledigt werden muss. Da ist die Scheidung, die noch vollzogen werden soll. Ein Theaterbesuch, den sich ein Gast wünscht, der vielleicht nicht mehr so gut zu Fuß ist. Oder was auch immer. Von Seiten der Ehrenamtlichen wird versucht das gewünschte in die Tat umzusetzen.

Ihr Lohn ist die Dankbarkeit. Da hört man so etwas wie „die Hospizarbeit bereichert“, sie „macht das Leben lebenswerter“. So bekommen die ehrenamtlich Engagierten, die, die selber viel geben, viel zurück. Diese positiven Eindrücke habe ich durch den kleinen Einblick in die täglich Arbeit gewinnen können. Am Besten in dem Haus weiß aber selbstverständlich die Leiterin, Frau Wegner, Bescheid. Daher bitte ich Sie, liebe Frau Wegner, uns mehr über Frau Döring und die Arbeit in Ihrem Hause zu berichten.

Im Anschluss an die Laudatio Frau Wegners möchte ich unsere ehemalige Sozialministerin Cornelia Rundt und unsere Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann bitten ein paar Worte zu sagen bevor wir dann Frau Hörnig den Preis überreichen und sie selber die Gelegenheit bekommt, etwas zu ihrer Arbeit oder Person zu sagen.“



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